August von Hayek: „Der Weg zur Knechtschaft“

Markus Ross1.07.2019Medien, Wissenschaft

Von 1940 – 1943, als der Kampf gegen das Deutschland der Nationalsozialisten noch nicht entschieden war, schrieb August von Hayek im englischen Exil, in das er vor den Nationalsozialisten geflüchtet war, „Der Weg zur Knechtschaft“. Es erschien 1944 in England, dem Land, das Europa innerhalb von 200 Jahren zum zweiten Mal von einem Tyrannen befreien sollte.

Die Erinnerung, dass wir die Freiheit den Engländern verdanken, besonders Winston Churchill, der maßgeblich zur Bildung der Allianz gegen das nationalsozialistische Deutschland beigetragen hatte, ist bei uns verblasst, sollte sie es denn je gegeben haben.

Aber vielleicht ist die Erinnerung ja deshalb nicht vorhanden, weil man hierzulande die Freiheit und ihre Vorzüge gar nicht schätzt.

Hayek beschreibt in seinem Buch den Weg von einer liberalen zu einer totalitären Gesellschaft, wobei man nicht vergessen sollte, dass sein „liberal“ nichts mit dem nach den Vorgaben der Frankfurter Schule verdrehten und jeglichen Sinns beraubten, heutigen Verständnis von „liberal“, gemein hat. Ein Kriterium, an dem man das Fortschreiten in den Totalitarismus erkennen könne, ist, so Hayek, die Tatsache, dass Wissenschaft und Kunst sozialen Zielen untergeordnet würden. In der Wissenschaft kann dieser Zustand mit Gender- und Klimawissenschaft als erreicht gelten. Wobei sich die Prominenz der Verwendung des Begriffs Wissenschaft im Namen der Disziplin meist umgekehrt proportional zum Vorkommen von wissenschaftlichem Inhalt verhält.

In der Kunst ist es noch offensichtlicher. Die sozialen Ziele, moralisch überheblich in schlagwortartig, inhaltlich unscharfen Kampfbegriffen formuliert, werden von einer Schar kollektivistisch agierender Opportunisten in Pamphleten und Aufrufen nach außen geschrien. Diesen, die sich selbst als „Kunstschaffende“ bezeichnen, ist immer die Masse, die Quantität Argument, nie die Qualität.

Der Letzte, der in den Genuss dieser in Diktaturen bekannten moralischen Zwangsmaßnahme, des Tugendterrors, kam, ist der Leipziger Maler Axel Kraus. Sein Vergehen: Er hatte sich anders als von den Tugendwächtern erlaubt über politische Themen geäußert. Schnell fand sich ein aufrechter, Haltung zeigender Kollege, der, vermutlich unterstützt von in Propagandadingen Versierten, seinen Ausschluss forderte. Dieser Forderung kam der die Ausstellung organisierende Verein nach einigen Wirrungen auch nach. Was dazu im Grundgesetz steht, kann jeder im Artikel 5 selbst nachlesen. Auffallend ist jedoch, dass Einige, die durchaus den Ausschluss und die Stigmatisierung Krauses als „Rechter“ und „Nazi“ billigen, mit der offensichtlichen Diskriminierung unzufrieden waren. Nicht inhaltlich, damit sind sie einverstanden. Sie störte, dass sie selbst moralisch nicht so einwandfrei dastanden, wie sie sich das gewünscht hätten. Und so musste eine andere Begründung her: Die mangelnde Qualität. Und so wurden in zwei ehemals national bedeutenden Zeitungen Artikel platziert, die dem Maler die für solche Ausstellungen nötige künstlerische Reife absprachen. Auch das eine Technik, die in totalitären Staaten wie in der Sowjetunion unter Stalin und in Deutschland unter den Nationalsozialisten und den Stalinisten gerne geübte Praxis war: Die Verächtlichmachung.

Dass Hayek weiter Recht behalten wird, ist zu befürchten. Die passende Partei wird bereits medial aufgebaut. Und ob es dann ein nationaler oder ein internationaler Sozialismus werden wird, ist für die zukünftig Geknechteten einerlei.

Wer sich selbst ein Bild über die Arbeiten von Axel Krause machen will, kann sich Bilder in Frankfurt bei thomas punzmann contemporary, Weckmarkt 9 oder in Potsdam in der Galerie Kunst Kontor, Bertinistraße 16 b ansehen.

 

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