Die FDP existiert nur noch als aufblasbare Attrappe. Heribert Prantl

Gelddrucken, Staatsschulden und die neue sozialistische Geldtheorie „MMT“

Die Zentralbanken behaupten, dass ihre Geldschöpfung aus dem Nichts etwas Gutes für die Volkswirtschaft wäre und blähen die Geldmenge mit Billionen frischer Euros oder Dollars auf.

Wenn Privatleute Papiergeld fälschen und in Umlauf bringen, machen sie sich dagegen zurecht strafbar, obwohl auch sie „frisches Geld“ in die Wirtschaft einbringen. Denn der Tausch eines wertlosen Stücks Papier gegen ein Gut kommt einem Diebstahl gleich.

Ökonomisch gesamtwirtschaftlich läuft beides mehr oder weniger auf dasselbe Ergebnis hinaus: die vom Gelddrucken oder Geld-„Schöpfen“ Betroffenen, die nicht unmittelbar von der Aktion profitieren und in der Kette ganz hinten stehen, werden in beiden Fällen ärmer.

Beim Gelddrucken ist der größte Teil der Bevölkerung negativ betroffen, nur diejenigen profitieren, die als erstes das frischgedruckte Geld in die Finger bekommen (der „Cantillon-Effekt“).

Am schlimmsten ist jedoch, dass in der Summe die volkswirtschaftlichen Schäden deutlich größer sind als der Nutzen, der einer kleinen Zahl von Profiteuren zu Gute kommt. Es wird also per Saldo Volksvermögen vernichtet. Wenn der Gesamtschaden deutlich größer als ist der Nutzen für die wenigen Begünstigten, spricht man gemeinhin von „Dummenkriminalität“.

Die Schäden für die Volkswirtschaft entstehen, weil die Manipulationen des Staates und der Zentralbanken immer zu Fehlallokationen von Ressourcen führen. Da wichtige Entscheidungsparameter, wie zum Beispiel der Zins, verfälscht sind, führen Geldschwemmen oder direkte Zinsmanipulationen auch bei den privaten Wirtschaftssubjekten vermehrt zu Fehlentscheidungen, gescheiterten Investitionen und Pleiten. Massive Konjunkturschwankungen und ernste Wirtschafts- und Finanzkrisen wie in den Jahren 1929 oder 2008 sind immer das Resultat staatlicher Manipulationen.

Noch schlimmer wird es allerdings, wenn das Gelddrucken und Schuldenmachen kombiniert wird mit direkten staatlichen Investitionsprojekten, wie es z.B. bei dem neuen sozialistischen „Green New Deal“ geplant ist, bei dem Billionen in Infrastrukturprojekte, Bildung, Gesundheit und Umweltschutz gepumpt werden sollen.

Da der Staat nachweislich bei den meisten seiner Investitionsprojekte eklatant versagt, zumindest wenn man es mit den Resultaten vergleichbarer Privatinitiativen vergleicht (Flughafen BER, Stuttgart 21, Elbphilharmonie, Digitalisierungsstandard, Breitbandverkabelung u.v.a.m.), sind hier die nächsten Milliardengräber für unser Geld in Sicht. In diesen Gräbern werden wertvolle Ressourcen vergraben, die – an anderer Stelle eingesetzt – den Wohlstand der Nation deutlich vermehrt hätten.

Unterlegt werden die neuen sozialistischen Ideen – genau wie vormals auch die marxistischen Theorien – wieder mit „quasi- wissenschaftlichen Theorien“.

Heutzutage wird vor allem die „Modern Monetary Theory“ (MMT) gern zur Rechtfertigung teurer staatlicher Interventionen herangezogen. Gemäß MMT stellen Staatsschulden neuerdings kein Problem mehr dar. Der Staat könne sich grenzenlos verschulden zum Wohle aller, Finanzierungsprobleme würden keine auftreten, denn der Staat könne ja grenzenlos und endlos Geld drucken. Und auch nachfolgende Generationen würden durch die aufgehäuften Staatsschulden nicht in ungerechter Weise belastet. Angeblich würde die Welt heute primär daran leiden, dass die Ressource „Geld“ knapp sei, bei allen anderen Ressourcen sei Knappheit nicht das Problem.

Wie auch die früheren sozialistischen Theorien – denen zufolge zum Beispiel Ressourcen nicht knapp seien und die Arbeiter im sozialistischen Paradies freiwillig und begeistert ihre Arbeitsleistung zur Verfügung stellen würden – sind aber auch diese Annahmen leider zu schön, um wahr zu sein.

In der Wirklichkeit sind alle Ressourcen knapp– alle, außer dem Papiergeld für denjenigen, der es selbst druckt!

Wenn der Staat mit seinen unbegrenzten Papiergeld- und Schuldenkapazitäten mit der Freien Wirtschaft um die Verwendung der knappen Ressourcen, wie Arbeitskräfte, Rohstoffe, Baumaterial etc. konkurriert, wird das zu großen volkswirtschaftlichen Schäden führen, denn der Staat wird mit seinen Projekten à la Flughafen BER privatwirtschaftliche Investitionen verdrängen.

Auf den ersten Blick hört sich auch die neue sozialistische Theorie leider wieder toll an – wer kann schon etwas gegen Wohlstand aus dem Nichts haben? Bei näherem Hinsehen entpuppt sich aber auch das alles wieder als intellektuelles Desaster – abgestandener alter sozialistischer Wein in neuen Schläuchen.

Mit MMT und den grünen Sozialisten am Ruder wird am Ende eine zweite Sowjetunion entstehen oder ein zweites Venezuela: ein Armenhaus mit dem Charme eines veganen Zwangsarbeiterlagers.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Ansgar Lange, Hanno Vollenweider, Rainer Nahrendorf.

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Mehr zum Thema: Kapitalismus, Staatsschulden, Venezuela

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