Der angeschmierte PrÀsident

von Mark T. Fliegauf4.01.2012Außenpolitik, Innenpolitik

Das farblose Staatsoberhaupt hat seinen Anstrich verpasst bekommen. Weil er Selbstimportanz nicht mit Selbstdisziplin in Einklang bringen konnte.

Angeschmiert. So lĂ€sst sich Christian Wulffs derzeitige Situation charakterisieren. Achtzehn lange Monate hat das farblose Staatsoberhaupt nach einem roten Faden gesucht – nun hat Wulff stattdessen einen Anstrich verpasst bekommen. Schuld daran trĂ€gt er selbst: erst Kredite, dann Urlaubsreisen und zuletzt die unheilvollen Anrufe bei „Bild“-Chef “Kai Diekmann”:http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-in-not-wulff-drohte-mit-strafanzeige-gegen-bild-journalisten-1.1248384 und der letzten Springer-Instanz “Mathias Döpfner”:http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,806664,00.html – kein Farbtopf beziehungsweise Fettnapf zu klein, als dass der BundesprĂ€sident nicht zielsicher den Weg hineingefunden hĂ€tte.

Wasser gepredigt, Wein getrunken

Und so wird Wulffs politische Vita (egal, ob er im Amt bleibt oder nicht) stets mit demselben Aufdruck versehen sein: „Wasser gepredigt, Wein getrunken“. Zu Recht. Denn nur mit einem gehörigen Maß an Heuchelei kann ein Staatsoberhaupt zehn Tage nach seiner misslungenen Intervention “erklĂ€ren”:http://www.welt.de/politik/deutschland/article13794134/Christian-Wulff-nennt-Pressefreiheit-hohes-Gut.html, dass fĂŒr ihn „[d]ie Presse- und Rundfunkfreiheit 
 ein hohes Gut“ darstelle. FĂŒr Christian Wulff ist solche Janusköpfigkeit keine Ausnahme. WĂ€hrend er bereitwillig ĂŒber seine finanziell karge Jugend berichtete, “schwieg”:http://www.bild.de/politik/inland/christian-wulff/wulff-wankt-1-21626188.bild.html er lieber ĂŒber seine erste, in dieser Zeit erstandene Rolex. War er nach außen immer bescheiden, kokettierte er im vertrauten Kreis mit seiner Beliebtheit. Doch es gibt kein richtiges Leben im falschen. Und so hat Theodor Adornos Diktum nun also auch den BundesprĂ€sidenten eingeholt.

Selbstimportanz & Selbstdisziplin

Als sie ihn fĂŒr das höchste deutsche Staatsamt vorschlug, “merkte Angela Merkel an”:http://www.sueddeutsche.de/politik/kreditaffaere-christian-wulff-der-wundersame-praesident-1.1248358, Wulff sei mit einem „Wertesystem verhaftet, das Orientierung“ gebe. Nun stolpert Wulff darĂŒber, dass er seinem proklamierten Wertekanon aus Redlichkeit, Aufrichtigkeit und persönlicher IntegritĂ€t nicht hat folgen können. Und ist damit kein Einzelfall, wenn wir uns die AffĂ€ren um “Christian von Boetticher”:http://www.focus.de/politik/deutschland/christian-von-boetticher-ein-politiker-in-der-facebook-falle_aid_655629.html und “Karl-Theodor zu Guttenberg”:http://www.theeuropean.de/mark-t-fliegauf/5797-causa-guttenberg in Erinnerung rufen. Alle drei Unionspolitiker sind an derselben SchwĂ€che gescheitert. Sie alle haben die fĂŒr die Politik nötige Selbstimportanz besessen. Nur an der ebenso nötigen Selbstdisziplin hat es ihnen gemangelt.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die erstaunlichen GeschÀfte der Greta Thunberg-Lobby

Greta Thunberg bricht mit einem Segelboot in die USA auf. Das globale Medienspektakel um die KlimaschĂŒtzerin erreicht einen neuen Höhepunkt. Doch im Hintergrund ziehen Profis ihre PR-Strippen und machen erstaunliche GeschĂ€fte.

"Ganz klar die AuslÀnderkriminalitÀt."

Vor einigen Wochen stellte Friedrich Merz völlig zu Recht - aber natĂŒrlich auch völlig entsetzt - fest, dass sehr viele Polizisten und Soldaten mittlerweile UnterstĂŒtzer der Alternative fĂŒr Deutschland sind.

Unsere Positionen sind keineswegs AfD-nah

Gern unterstellen unsere Gegner der WerteUnion, unsere Positionen seien AfD-nah. Die RealitĂ€t ist aber, dass die WerteUnion Positionen vertritt, die ĂŒber Jahrzehnte unbestritten Positionen der CDU/CSU waren. Leider hat die alte ParteifĂŒhrung diese Positionen in den letzten Jahren aber ĂŒber Bord

Der Rest der Welt hĂ€lt Deutschland fĂŒr verblödet

Deutschland ist nur fĂŒr kaum mehr als 1 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist, wĂ€hrend China, der grĂ¶ĂŸte Emittent, vom Pariser Klimaschutzabkommen das Recht auf Steigerung seiner CO2-Emissionen eingerĂ€umt bekommen hat. Die politisch herbeigefĂŒhrte Verelendung der deutschen Bevölk

FĂŒnf GrĂŒnde, die fĂŒr die E-MobilitĂ€t sprechen

Die Absatzzahlen steigen sprunghaft. Die Batterietechnik meldet DurchbrĂŒche. Die Produktion von E-Autos wird ab sofort in gewaltige Volumina vorstoßen. Branchenexperten sprechen vom „Take-off“ der E-MobilitĂ€t.

Warum Sie aus der Klimakirche austreten sollten

Es gibt in der Wissenschaft unterschiedliche Meinungen darĂŒber, ob es eine allgemeine KlimaerwĂ€rmung gibt und welchen Anteil der Mensch daran hat. Diese unterschiedlichen Positionen werden von Politik und Systemmedien nicht offen diskutiert; vielmehr wird wahrheitswidrig behauptet, dass nur ein un

Mobile Sliding Menu