Ach Henryk

von Mark T. Fliegauf3.08.2011Außenpolitik, Innenpolitik

Unser Autor hat Mitleid mit Henryk Broder. Denn Broder ist kein wirklicher Rassist – lediglich ein schamlos-dreister Opportunist.

Ich habe Mitleid mit Henryk Broder. Denn es muss wehtun, sein eigenes Gedankengut im Manifest eines rechtsradikalen Terroristen zu finden, der nicht weniger als 77 Menschen abgeschlachtet hat. Nicht nur deshalb stimme ich Broder zu, dass wir – bei aller Unfassbarkeit der Tat – “differenzieren(Link)”:http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13506649/Das-Manifest-des-Anders-Behring-Breivik-und-ich.html müssen. Auch wenn diese Aufforderung nicht einer ungewollten Ironie entbehrt. Stammt sie doch aus dem Munde eines Mannes, der den Großteil seiner Laufbahn darauf aufgebaut hat, undifferenziert auf Andersdenkende einzuhämmern: Welcher nicht nur stets das breite Spektrum linker Meinungen “über einen Kamm schert(Link)”:http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13404290/Abschied-vom-Club-der-toten-Seelen.html, sondern auch die Trennung von Islam und Islamismus für überflüssig hält sowie sich – selbstverständlich reflektiert – an der Einsicht ergötzt, dass “„1,3 Milliarden Muslime in aller Welt … chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen.“(Link)”:http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,431929,00.html Und der beinahe jede Form von Israel-Kritik mit dem Stigma des Antisemitismus behaftet und so “mundtot(Link)”:http://www.zeit.de/2008/37/Spitze zu machen sucht. Lassen Sie es uns dennoch tun …

Breivik & Broder

Anders Breivik hat aus einem Antrieb gehandelt: Er wollte die scheinbare Islamisierung Europas aufhalten. Denn dem journalistisch-politischen Komplex, “durchzogen von Linksliberalität und Multikulturalismus(Link)”:http://www.faz.net/artikel/C32742/anders-breivik-und-die-religion-fanatische-fantasy-30472990.html, fehle dazu offensichtlich die Kraft. Die Politik könne und wolle das Abendland vor den hereinbrechenden Muslimen nicht schützen. Und so führt Breivik an, er sei grundsätzlich gar kein Gegner der Religion an sich, „sondern ein Kritiker der europäischen Appeasement-Politik gegenüber dem Islam“. Darum hat er sich nicht Islamisten, sondern Sozialdemokraten zum Ziel genommen. Doch stopp! Das Zitat stammt gar nicht von Breivik, sondern von niemand anderem als “Broder(Link)”:http://www.stern.de/panorama/broder-und-das-breivik-manifest-man-braucht-einen-suendenbock-1710964.html. Denn dieser empfindet die islamischen Kolonnen in Berlin, Paris und London als so unzumutbar, dass er am liebsten die Flucht ergreifen würde. Allein das Alter hält ihn angeblich davor zurück nach Ozeanien auszuwandern, und so muss er weiter die von ihm perzipierte “islamische Vergewaltigung seines Kontinents(Link)”:http://www.tagesspiegel.de/medien/broder-ueber-broder-bei-breivik/4427010.html mit ansehen. Dabei hat Broder „ja auch kein Problem mit der Migration an sich. Die Debatte ist konzentriert auf die Moslems. Und das hat Gründe, die in der Kultur liegen, die sie mit in die Bundesrepublik gebracht haben. Dass wir diese Probleme mit Chinesen nicht haben, nicht mit Vietnamesen, mit Thailändern und Japanern, “das sagt doch schon alles(Link)”:http://www.hna.de/nachrichten/politik/politik-lokal/interview-spiegel-autor-broder-sarrazin-spricht-aus-andere-ahnen-897011.html “. Nein, Henryk Broder hat mit Sicherheit nicht den Amoklauf Breiviks veranlasst. Gesinnungsbrüder sind sie trotzdem, weil beide ihre Umwelt in ein Schmitt’sches Freund-Feind-Schema unterteilen, welches “Broders Verteidiger(Link)”:http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13512986/Deutsche-Blamage-wir-und-Norwegens-Tragoedie.html ausgerechnet seinen Kritikern unterstellt. Und in dieser zweigeteilten (Schein-)Welt von Gut und Böse befinden wir Europäer uns im Überlebenskampf. Weshalb Broder zum Federhalter greift – während sich Breivik stattdessen Glock und Ruger bediente.

Rassist & Opportunist

Und dennoch trennen Anders Breivik und Henryk Broder Welten voneinander. Weil der debile Norweger vom Glauben an die Sache getrieben wurde, sein kühl berechnendes Berliner Pendant dagegen den „Kampf der Kulturen“ – ebenso wie jetzt Breiviks Manifest – nur als Mittel zur Selbstdarstellung nutzt. So dienen Islamophobie und europäische Untergangszenarien als Vehikel einer journalistischen Tätigkeit, die über Jahrzehnte im Wesentlichen auf drei Säulen ruhte: “beleidigen(Link)”:http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ekel_alfred, “verleumden(Link)”:http://www.zeit.de/2008/37/Spitze und “denunzieren(Link)”:http://content.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2144747_0_9223_-dokumentiert-broder-an-palmer-an-broder.html. Immer unter dem Deckmantel der vermeintlich „schonungslosen“ Satire … Das mag schamlos sein. Aber dürfen wir Broder tatsächlich vorwerfen, dass er auf diese Weise eine übersteigerte Geltungssucht befriedigt, die augenscheinlich negativ mit dem eigenen intellektuellen Potenzial korreliert? Denn immerhin hat er sich so von den „St. Pauli Nachrichten“ zu „Tagesspiegel“ und „Welt“ emporgepoltert – eine preisverdächtige Leistung, wie nicht nur Helmut Markwort findet. Daher kann der mittlerweile im „Bürgertum“ beheimatete Broder sehr wohl zwischen seinesgleichen und rassistischen Radikalen wie Breivik unterscheiden, um wenige Zeilen später selbige “Differenziertheit(Link)”:http://content.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2144747_0_9223_-dokumentiert-broder-an-palmer-an-broder.html – zwischen „Mainstream“- und radikalem Islam – wieder fallenzulassen. Nur darauf ansprechen sollten wir ihn besser nicht, weil sonst die Broder’sche Keule aus “„Stasi und Waffen-SS“(Link)”:http://www.tagesspiegel.de/politik/einlassung-mit-arschloch-doppelarschloch-und-superarschloch/3846826.html auf uns einzuschlagen droht … Anders Breivik ist ein Rassist. Henryk Broder ein Opportunist. Beide sind ganz arme Würstchen … Mitleid!

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die erstaunlichen Geschäfte der Greta Thunberg-Lobby

Greta Thunberg bricht mit einem Segelboot in die USA auf. Das globale Medienspektakel um die Klimaschützerin erreicht einen neuen Höhepunkt. Doch im Hintergrund ziehen Profis ihre PR-Strippen und machen erstaunliche Geschäfte.

"Ganz klar die Ausländerkriminalität."

Vor einigen Wochen stellte Friedrich Merz völlig zu Recht - aber natürlich auch völlig entsetzt - fest, dass sehr viele Polizisten und Soldaten mittlerweile Unterstützer der Alternative für Deutschland sind.

Unsere Positionen sind keineswegs AfD-nah

Gern unterstellen unsere Gegner der WerteUnion, unsere Positionen seien AfD-nah. Die Realität ist aber, dass die WerteUnion Positionen vertritt, die über Jahrzehnte unbestritten Positionen der CDU/CSU waren. Leider hat die alte Parteiführung diese Positionen in den letzten Jahren aber über Bord

Der Rest der Welt hält Deutschland für verblödet

Deutschland ist nur für kaum mehr als 1 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist, während China, der größte Emittent, vom Pariser Klimaschutzabkommen das Recht auf Steigerung seiner CO2-Emissionen eingeräumt bekommen hat. Die politisch herbeigeführte Verelendung der deutschen Bevölk

Fünf Gründe, die für die E-Mobilität sprechen

Die Absatzzahlen steigen sprunghaft. Die Batterietechnik meldet Durchbrüche. Die Produktion von E-Autos wird ab sofort in gewaltige Volumina vorstoßen. Branchenexperten sprechen vom „Take-off“ der E-Mobilität.

Warum Sie aus der Klimakirche austreten sollten

Es gibt in der Wissenschaft unterschiedliche Meinungen darüber, ob es eine allgemeine Klimaerwärmung gibt und welchen Anteil der Mensch daran hat. Diese unterschiedlichen Positionen werden von Politik und Systemmedien nicht offen diskutiert; vielmehr wird wahrheitswidrig behauptet, dass nur ein un

Mobile Sliding Menu