Die USA haben keine besseren Partner als die Europäer. Philip Murphy

Ist das dein Ernst, Gesine?

Klaus Ernst und Gesine Lötzsch bilden das (Führungs-)Duo Infernale der deutschen Politik. Ihr Katastrophenkurs führt zum Schiffbruch der Linken – auch zur Rückkehr der Volkspartei SPD?

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Herzlichen Glückwunsch an Gesine Lötzsch und Klaus Ernst! Denn die beiden Linke-Vorsitzenden haben – zum wiederholten Male – bewiesen, dass man/frau es auch gänzlich ohne Führungsfähigkeiten an die Spitze einer deutschen Partei schaffen kann.

Sieht man einmal über die Situationskomik der Kommunismus-Debatte* hinweg, nimmt die Unbeholfenheit des Duos Infernale eher tragische Züge an, zumindest für ihre Partei, die zielsicher auf den Untergang zusteuert.

Führungslos am Wählerpotenzial vorbei

Auch mehr als drei Jahre nach dem Zusammenschluss aus WASG und PDS haben Ernst und Lötzsch es nicht verstanden, der Partei Einheit, Profil und elektorale Anziehungskraft zu geben. Und das, obwohl ihnen die soziale Realität im Land eigentlich die Wähler ins Boot schwemmen müsste. Denn während Frau Lötzsch unter einem Marx-Porträt mit Maybrit Illner über realsozialistische Doktrinen philosophiert, veröffentlicht die nicht wirklich als Sprachrohr der Kommunistischen Internationalen bekannte Bertelsmann-Stiftung eine Studie zur sozialen Gerechtigkeit. Ergebnis: Die Bundesrepublik reiht sich hinter Großbritannien (!), Tschechien und Luxemburg auf Rang 15 ein.

Und dennoch verwundert es nicht, dass der wachsende Teil der deutschen Mittelschicht, der den gesellschaftlichen Abstieg vor Augen und die finanzielle Angst im Nacken hat, Die Linke eben dort liegen lässt. Weil sich das eine Gesicht der Partei (Lötzsch) von einem medialen Eisberg zum nächsten schrammt und das andere (Ernst) die politische Seriosität Silvio Berlusconis verkörpert, steigen Horst Schmidt und Gerda Müller eher ins grüne denn ins (tief-)rote Rettungsboot. Oder sie driften in die Untiefen des desillusionierten Nichtwählertums ab.

Auf zur (wirklichen) Sozialdemokratie

Was sagen eigentlich die Genossen dazu, dass sie ihre Doppelspitze ebenso gekonnt wie unbeirrt auf Grund laufen lässt und dabei ein beachtliches Wählerpotenzial im Kohlenraum verfeuert? Nichts. Man mag Frau Sarrazin im Charlottenburger Klassenzimmer denselben Gleichmut wünschen, mit der die Links-Funktionäre die Liegestühle auf der Titanic zurechtrücken.

Oder ist all dies etwa Teil einer gewieften Strategie, an deren Ende die Spaltung der Partei und die Wiedergeburt der deutschen Sozialdemokratie steht? Demnach könnte der pragmatische Teil der Linken (kein Oxymoron!) im Rettungsboot zurück zur SPD paddeln und dort genau das bilden, was die Sozialdemokratie unter Gerhard Schröder verloren hat: einen tatsächlichen Linksflügel. Und weil ja Sigmar Gabriel nicht nur "führen“, sondern auch "sammeln“ will, stattet er die Überlebenden des parteipolitischen Schiffbruchs nicht nur mit einem warmen Händedruck, sondern auch mit wirklichen Ämtern und Einfluss aus.

Die deutsche Sozialdemokratie wäre erneut, und das im wahrsten Sinne, Volkspartei und mit den Grünen regierungsfähig. Vielleicht würden dann sogar wieder Entscheidungen im Sinne der Bürger getroffen … Na ja, wir wollen nicht gleich übertreiben!

Und was passiert mit dem Kommunismus? Der kann bleiben, wo er ist: bei Maybrit Illner an der Wand.

Anm.: Während Lötzschs Kommunismus-Fauxpas scheinbar ALLE Redaktionen dieser Republik in Atem hielt, konnte eine zumindest noch genug Luft schnappen, um Ernst und seinem Porsche wieder neues Leben einzuhauchen (merke: dem BILD-Redakteur ist nichts zu schwör!)…

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