Deutsche Konjunktur schwächelt

Mario Ohoven1.07.2018Wirtschaft

Der OECD-Wirtschaftsbericht offenbart Dellen in der konjunturellen Entwicklung Deutschlands. Das für das laufende Jahr prognostizierte Wachstum von 2,3 Prozent wurde bereits auf 2,1 Prozent korrigiert. Handlungsbedarf sieht der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft Mario Ohoven bei der Bundesregierung, die vor allem bessere Rahmenbedingungen für Selbstständige schaffen müsse.

Zum OECD-Wirtschaftsbericht 2018 erklärt Mittelstandspräsident Mario
Ohoven:

“Der OECD-Wirtschaftsbericht ist ein Brandbrief an die Adresse der
Bundesregierung. Schwarz-Rot muss jetzt strukturelle Reformen
anpacken, damit Deutschland Dellen in der konjunkturellen Entwicklung
abfedern kann. Die von der OECD für das laufende Jahr von 2,3 auf 2,1
Prozent gesenkte Wachstumsprognose macht deutlich, dass der
Konjunkturmotor nicht ewig auf Hochtouren läuft.

Für Deutschlands Zukunft entscheidend ist die Forderung, den
Unternehmergeist zu fördern, damit sich mehr Menschen für die
unternehmerische Selbstständigkeit entscheiden. Wir sehen mit Sorge,
dass immer mehr junge Menschen eine Tätigkeit im Öffentlichen Dienst
anstreben und immer weniger sich selbstständig machen wollen.

Hier hat Deutschland im europäischen Vergleich noch erheblichen
Nachholbedarf. Das Gründen einer Firma muss deutlich attraktiver
gemacht werden. Dazu brauchen wir ein funktionierendes E-Government
wie beispielsweise in Estland und einen One-Stop-Shop für potenzielle
Unternehmensgründer.

Völlig zurecht fordert die OECD von Deutschland, Arbeitseinkommen
steuerlich zu entlasten, um so Arbeitsanreize zu verbessern. Ebenso
richtig ist es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärker zu
fördern, damit die vielen gut ausgebildeten Frauen einem Beruf
nachgehen können. Die Bundesregierung muss endlich ihre Hausaufgaben
machen. Nur so kann Deutschland auf Wachstumskurs bleiben.”

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