Der Sieg des Uli Hoeneß

von Lukas Hermsmeier2.05.2013Gesellschaft & Kultur

Lang war die Bundesliga im internationalen Vergleich chancenlos. Jetzt stehen Bayern und Dortmund im Finale der Champions League. Die Vernunft hat den Wahnsinn besiegt.

Uli Hoeneß in diesen Tagen zu loben, ist gewagt. Und dann auch noch fĂŒr seinen Umgang mit Geld – verwegen! Doch alles, was Hoeneß privat falsch machte, hat er als Bayern-Chef richtig gemacht: langfristig gehaushaltet, visionĂ€r gedacht und nur das ausgegeben, was er auch besaß. WĂ€hrend er seinen FC Bayern ĂŒber Jahrzehnte geduldig zum Erfolg wirtschaftete, schaukelten sich die europĂ€ischen Konkurrenten in einem kranken Rekord-Schulden-Spiel nach oben. Und so ist der Sieg der Bayern ĂŒber den allmĂ€chtig scheinenden FC Barcelona und das vor uns liegende Duell mit Borussia Dortmund im Finale der Champions League auch ein Sieg der Ausdauer und Gerechtigkeit. Die Hoeneß-Politik hat gewonnen.

2010 und 2012 hatten die Nörgler noch mal GlĂŒck. Die Bayern unterlagen jeweils im Finale der Königsklasse – erst gegen Inter Mailand, dann gegen Chelsea London – und der deutsche Fußball blieb erfolglos. FĂŒr die Nörgler ist dieser Sommer gelaufen. Egal was am 25. Mai im Wembley-Stadion passiert, am Ende wird die Bundesliga feiern. Dortmund oder Bayern – Hauptsache Deutschland (Gruß an Andy Möller).

Financial Fairplay beginnt zu greifen

Die diesjÀhrigen Leistungen der zwei Mannschaften will man am liebsten einfrieren oder konservieren. Als wÀren sie magnetisch von diesem Finale in Wembley angezogen worden, marschierten Bayern und Dortmund durch den Wettbewerb. Madrid? Manchester? Amsterdam? Barcelona? London? Turin? Barcelona? Ganz nette StÀdte.

Der Erfolg tut so gut. GefĂŒhlt ewig mussten wir die großen Klub-Spiele als passive Zuschauer ertragen. Lediglich dreimal in 30 Jahren standen deutsche Vereine oben (1983 Hamburg, 1997 Dortmund und 2001 Bayern). Dazwischen war man schon froh, wenn Werder Bremen mal in der Vorrunde brillierte. Erst waren es die Italiener, dann die EnglĂ€nder, zuletzt die Spanier, die den europĂ€ischen Fußball dominierten. Doch welche Substanz dieser Erfolg hatte, interessierte die Vereine kaum. Nun ist die Sandburg in sich zusammengefallen. Die Wettbewerbsverzerrung wird gelöst.

Bei Barcelona sind es 335 Millionen Euro, bei Chelsea 743 Millionen Euro, bei Real 564 Millionen Euro, bei Manchester United 446 Millionen Euro – wohlgemerkt Schulden, keine Gewinne. Diese abstrakten Summen spiegeln die Vereinspolitik der Vergangenheit wider. Nach jahrzehntelanger erfolgreicher Ignoranz dieses Schauspiels entschied sich die UEFA vor ein paar Jahren, einige Regeln einzufĂŒhren. Financial Fairplay haben sie das genannt. Langsam entfaltet sich die Wirkung. Öl-Scheichs werden nicht weiter gedankenlos Geld verballern können. Ausgaben? Yeah! Einnahmen? Och nö 
 Damit ist Schluss. FĂŒr die europĂ€ischen GrĂ¶ĂŸen sind die neuen Gesetze einschnĂŒrend. FĂŒr die deutschen Vereine befreiend.

Es ist er der Anfang

Auch Borussia Dortmund war auf dem besten Weg in die finanzielle Hölle. Eigentlich waren sie dort schon gelandet, 2005. Doch VereinsprĂ€sident Rauball und GeschĂ€ftsfĂŒhrer Watzke schafften den Umschwung. Sie hielten sich an Hoeneß’ Credo: Nur das ausgeben, was man auch besitzt. Seitdem wird in Dortmund solide gewirtschaftet, die Schulden sind fast beglichen. Der einzige börsennotierte Verein Deutschlands ist gesĂŒnder denn je. Vorbild Bayern. Dort kommen die Götze-, Martinez- und Gomez-Millionen nicht von Oligarchen oder MĂ€zenen, sie kommen aus dem Inneren des Klubs. Bayern verdiente durch den Erfolg Geld. Und nicht umgekehrt.

Der 25. Mai wird ein Feiertag. Lang war die Bundesliga gegen Vereine der Premier League, Serie A und Primera Division machtlos. Uli Hoeneß konnte das Ungleichgewicht bemĂ€ngeln, so oft er wollte, unser Frust bei internationalen Niederlagen drĂŒckte das Rationale beiseite. Diese Saison zeigt: Schon jetzt sind Bayern und Dortmund den internationalen Topteams ebenbĂŒrtig (oder ĂŒberlegen). Dabei hat der Umbruch im Fußball gar nicht richtig begonnen. Bislang hat es nur Klubs wie den maladen FC Malaga getroffen, der von der UEFA gesperrt wurde. In den kommenden Jahren werden immer mehr Vereine ihr Leben auf Pump beenden mĂŒssen. Und die gesunde Bundesliga endlich nicht mehr bestraft.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die erstaunlichen GeschÀfte der Greta Thunberg-Lobby

Greta Thunberg bricht mit einem Segelboot in die USA auf. Das globale Medienspektakel um die KlimaschĂŒtzerin erreicht einen neuen Höhepunkt. Doch im Hintergrund ziehen Profis ihre PR-Strippen und machen erstaunliche GeschĂ€fte.

"Ganz klar die AuslÀnderkriminalitÀt."

Vor einigen Wochen stellte Friedrich Merz völlig zu Recht - aber natĂŒrlich auch völlig entsetzt - fest, dass sehr viele Polizisten und Soldaten mittlerweile UnterstĂŒtzer der Alternative fĂŒr Deutschland sind.

Unsere Positionen sind keineswegs AfD-nah

Gern unterstellen unsere Gegner der WerteUnion, unsere Positionen seien AfD-nah. Die RealitĂ€t ist aber, dass die WerteUnion Positionen vertritt, die ĂŒber Jahrzehnte unbestritten Positionen der CDU/CSU waren. Leider hat die alte ParteifĂŒhrung diese Positionen in den letzten Jahren aber ĂŒber Bord

Der Rest der Welt hĂ€lt Deutschland fĂŒr verblödet

Deutschland ist nur fĂŒr kaum mehr als 1 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist, wĂ€hrend China, der grĂ¶ĂŸte Emittent, vom Pariser Klimaschutzabkommen das Recht auf Steigerung seiner CO2-Emissionen eingerĂ€umt bekommen hat. Die politisch herbeigefĂŒhrte Verelendung der deutschen Bevölk

FĂŒnf GrĂŒnde, die fĂŒr die E-MobilitĂ€t sprechen

Die Absatzzahlen steigen sprunghaft. Die Batterietechnik meldet DurchbrĂŒche. Die Produktion von E-Autos wird ab sofort in gewaltige Volumina vorstoßen. Branchenexperten sprechen vom „Take-off“ der E-MobilitĂ€t.

Warum Sie aus der Klimakirche austreten sollten

Es gibt in der Wissenschaft unterschiedliche Meinungen darĂŒber, ob es eine allgemeine KlimaerwĂ€rmung gibt und welchen Anteil der Mensch daran hat. Diese unterschiedlichen Positionen werden von Politik und Systemmedien nicht offen diskutiert; vielmehr wird wahrheitswidrig behauptet, dass nur ein un

Mobile Sliding Menu