„Can you dig it“

von Louisa Löwenstein17.02.2011Gesellschaft & Kultur

Es wurde angedroht und es wird durchgezogen. Nachdem vergangene Woche Montag bis Mittwoch an der Reihe waren, geht es jetzt weiter …

Donnerstagslieder haben sich einige angeboten, aber kein einziges, zu dem sich besonders viel hätte schreiben lassen. Ich habe mir also vorgenommen, Matt Costa das nächste Mal, wenn er in Berlin ist – was allerdings nicht abzusehen ist – nach seinem Lied Sweet Thursday zu befragen. Obwohl es nicht unbedingt ein längeres Gespräch verdient, wie ich finde. Immerhin noch eher als David Bowies (den ich sonst bedingunglos liebe) Thursday’s Child.

Schottischer Musiker, britischer Folk

Sehr viel eher als diese beiden zusammen, lohnt sich das 1965 veröffentlichte Jersey Thursday. Damals die ersten Schritte des schottischen Musikers Donovan in Richtung britischem Folk. Vielleicht schaffe ich es ja, mich am 3. Juni in London in der Royal Albert Hall als Altenpfleger verkleidet in seine Umkleide zu schleichen, um etwas darüber zu erfahren. „And the girls were wheeling, spinning – On jersey Thursday“ Freitag muss selbstverständlich Friday I’m In Love von The Cure sein. Der siebente Titel ihres Albums „Wish“ sollte ursprünglich viel langsamer gespielt werden, als wir „Friday I’m In Love“ alle kennen. Als The Cure aber 1992 das Album aufnahmen, vergaß der Leadsänger Robert Smith, den Geschwindigkeitsregler wieder zurückzustellen, an dem er vorher herumgespielt hatte. Wer also The Cure schon einmal in einem Konzert gehört hat, kennt die eigentlich beabsichtigte Version des Liedes.

Paranoia

Auch wenn Robert Smith, der ausschaut wie der Struwwelpeter nach einem Highschool-Shooting, es schafft, selbst beim Text zu „Friday I’m In Love“ weniger das Freitagsgefühl, als eher „Tuesday, wednesday – heart attack“ aufkommen zu lassen, bleibt er einer der beliebtesten Songs von The Cure. Als Smith noch im Schreibprozess des Liedes steckte, bekam der ohnehin etwas eigene Charakter plötzlich das dumpfe Gefühl, er habe die Melodie seines Liedes schon einmal gehört. Das Gefühl wuchs sich zu einer derartigen Paranoia aus, dass er jeden Musiker, dem er den Song vermeintlich geklaut haben könnte, zwang, ihn sich anzuhören. Erst als alle verneinten, akzeptierte er sein Urheberrecht. „It’s a wonderful surprise to see your shoes and your spirits rise“ Auch wenn viele an dieser Stelle jetzt gern „Saturday Night“ von Whigfield lesen würden, habe ich mich doch für Saturday In The Park von Chicago entschieden. Das von Leadsänger Robert Lamm geschriebene Lied verdiente sich 1972 eine Goldene Schallplatte und bleibt bis heute ihre bestverkaufte Single.

4th of July

Lamm schrieb es ein Jahr zuvor, nachdem er den vierten Juli im Central Park verbracht hatte. Im Video bei Minute 01:02 singt Lamm übrigens etwas, was sich nach „Carbonara, Passionata, Insalata“ anhört und in den offiziellen Lyrics als „Fake Italian Lyric“ auftaucht. „Can you dig it? Yes I can“ Und weil jede Woche einmal zu Ende gehen muss, hier Sunday Morning von The Velvet Underground. Es eröffnete 1967 das erste Album von The Velvet Underground & Nico. Lou Reed (hier sein bestes Lied, wie ich finde) und John Cale schrieben „Sunday Morning“ – wie könnte es anders sein – an einem Sonntagmorgen, um einen weiteren Song mit Nicos Stimme im Lead auf dem Album zu haben. Im Studio beschloss Reed aber plötzlich, das Lied (ziemlich viele Leads, Reeds und Lieds hintereinander!) selbst einzusingen. Begleitet durch eine Celesta, die Cale im Studio spontan mit einbrachte, wurde „Sunday Morning“ zu einem der meistgecoverten Songs von The Velvet Underground. „Watch out the world’s behind you“ Es ist vollbracht, eine Woche in Liedern, und ab nächste Woche kann ich mich endlich wieder etwas sinnfreieren Dingen widmen. Zum Beispiel der Frage, warum Cold War Kids keine Ahnung von Politik haben, aber trotzdem großartig sind und warum man nigerianischen Soul von Asa hören aber vielleicht nicht unbedingt im Konzert anschauen sollte.

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