I Don't Like Mondays

von Louisa Löwenstein10.02.2011Gesellschaft & Kultur

Zu jedem Tag der Woche gibt es mindestens ein Lied – erstaunlicherweise auch gute. Hier vorerst Montag bis Mittwoch. To be continued …

Ende der Siebziger schrieb Bob Geldof, der bei uns heute hauptsächlich wegen seiner verzogenen Kinder eine Glocke läuten lässt, den Song “I Don’t Like Mondays” für seine Band die Boomtown Rats. Immer wenn irgendein gut gelaunter DJ dieses Lied auflegt, tanzen alle ganz fröhlich und singen mit „I wanna shhoohoohoohoot the whole day down“ – keiner weiß, dass das 1979 wörtlich gemeint war. Im Dezember 1978 bekam die damals 16-jährige Brenda Ann Spencer von ihrem Daddy, weil sie so lieb gewesen war und zum Anlass des 1978ten Geburtstag des Heilands, eine Kaliber .22 Halbautomatik zu Weihnachten geschenkt. Im Januar darauf lehnte sich der Teenager aus dem Fenster gegenüber der Grover Cleveland Elementary School in San Diego, erschoss zwei Menschen und verletzte weitere neun. Während der sechsstündigen Schießerei bekam sie einen Anruf eines Reporters. Ihm gab sie als Grund für ihr Massaker an „I don’t like mondays. This livens up the day.“ „And school’s out early and soon we’ll be learning, that the lesson today is how to die.“

„Still I’m gonna miss you“

Weniger dramatisch, dafür aber lange von mysteriöser Herkunft ist das Lied „Ruby Tuesday“. von den Rolling Stones. Weder die Inspirationsquelle noch der Inspirierte sind eindeutig. Ganz offensichtlich geht es um eine etwas flatterhafte junge Dame „Who could hang a name on you? When you change with every new day – still I’m gonna miss you.” Wer diese jedoch ist, hat erst 2002 einer der Stones preisgegeben. Mick Jagger meinte 1995, es sei eine wirklich nette Melodie und ein schöner Text, weder die eine noch das andere habe aber er geschrieben, so gern er es auch sänge. Die Originalmelodie sei von Brian Jones, behauptete die Sängerin und ehemalige Geliebte von Mick Jagger, Marianne Faithfull. Bill Wyman aber schrieb in seiner Biografie „Rolling with the Stones“, Keith Richards sei der Schöpfer von Ruby Tuesday. Dieser selbst gab vor acht Jahren endlich zu, er habe den Song über seine Freundin Linda (deren Name lustigerweise Linda Keith war) geschrieben. Als diese sich Ende der Sechziger auf Jimi Hendrix und eine Busladung voll Drogen einließ, sorgte Richards mit Hilfe ihrer Eltern und dem Staate New York für eine psychiatrische Zwangsbehandlung. Sie sprachen nie wieder miteinander. „yesterday don’t matter if it’s gone“

Tom & Jerry

Ein paar Jahre früher, genauer 1964, veröffentlichten Paul und Art nach der weisen Entscheidung sich von Tom & Jerry in Simon and Garfunkel umzubenennen, ihr erstes Album mit dem gleichnamigen Titelsong „Wednesday Morning, 3 A.M.“. Es floppte und „Tom und Jerry“ gingen für zwei Jahre getrennte Wege. Während Paul Simon in England solo spielte und Art Garfunkel an der Columbia University in New York studierte, erreichten Radiostationen in den USA plötzlich vermehrt Liedwünsche ihres verschmähten Albums. A-Seite, Track sechs, The Sound of Silence, brachte „Wednesday, 3 A.M.“, spät erkannt, den verdienten Erfolg. „The morning is just a few hours away“ Da das leider wahr ist und mein Vorhaben, die Woche in Liedern wiederzugeben, doch etwas umfangreicher geworden ist, muss es nächste Woche mit Donnerstag bis Sonntag weitergehen. Zum Abschluss noch die großartigsten Plattencovers, die es je gegeben hat. Meine Favoriten sind „Music To Massage Your Mate By“ und „All My Friends Are Dead“.

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