Ohne Moos nichts los

von Lee Stuart29.09.2010Gesellschaft & Kultur

Je größer Städte werden, desto wichtiger wird der soziale Zusammenhalt. Parks und Grünanlagen sind unentbehrlich, um sich vom stressigen und lauten Alltag in der grünen Lunge der Stadt zu erholen und gemeinsam zu entspannen. New York macht schon heute vor, worauf es in Zukunft immer mehr ankommen wird.

Wie bildet sich sozialer Zusammenhalt in rasant wachsenden Megastädten? Zum Beispiel durch das Anlegen neuer Parks. Sie sind unentbehrlich für die erfolgreiche Infrastruktur des urbanen Lebensraums. Parks sind ein essenzieller und kein optionaler Aspekt von Stadtentwicklung. Die positiven ökologischen Effekte von Parks sind nicht von der Hand zu weisen: Sie kühlen die Luft, filtern Schmutzpartikel, produzieren Sauerstoff und speichern Regenwasser. Als Rückzugsort vor Lärm und Hektik tragen sie zur Erhaltung unserer Gesundheit bei. Parks bieten als kulturelle Integratoren den Bürgern einen Platz zum Erleben von Gemeinschaft. Manche Parks sind sogar die treibende Kraft für Immobilienpreise, so wird der New Yorker Central Park von einigen der teuersten Immobilien der Welt gesäumt. Während beinahe der gesamten Geschichte New Yorks waren Parks das Geheimnis hinter dem sozialen Zusammenhalt der Stadt. Hier trafen und treffen sich die Menschen jenseits von sozialer oder kultureller Herkunft. Mehr als ein Drittel der 8,2 Millionen Menschen, die heute in New York leben, wurde nicht in den USA geboren und somit ist ein Spaziergang durch einen New Yorker Park an einem Wochenende auch immer wie ein Spaziergang durch die Kulturen der Welt.

New York als Vorbild

Aber wie können wir Parks in rasant wachsende Städte integrieren? New Yorks frühere und jetzige Strategie ist auf diesem Gebiet richtungsweisend. Schnell hatten die Leiter von Bürgerinitiativen begriffen, dass Menschen, die in zunehmendem Maße auf engstem Raum leben und arbeiten, einen Ort brauchen, um sich auszuruhen. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Einwohnerzahlen New Yorks erstmalig die Halbemillionenmarke erreichten, wurde – wo vorher nur eine Mülldeponie war – der Central Park angelegt, das heutige grüne Herzen Manhattans. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts dehnte sich die Stadtgrenze immer mehr in Richtung Norden aus. Städteplaner gingen von einer Erhöhung der Einwohnerzahlen auf 8 bis 9 Millionen aus (das entspricht ziemlich genau New Yorks momentaner und errechneter Einwohnerzahl bis 2030) und erstanden daraufhin fast 2.000 Hektar Land, um Parks auf dem Gebiet der heutigen Bronx anzulegen. Unterstützung gab es dafür von Initiatoren lokaler Gruppen. Sie alle sahen die Notwendigkeit von Rückzugsräumen voraus. So hat das vorausschauende Planen von Bürgerinitiativen und Stadtplanern Ende des 19. Jahrhunderts den heute 1,5 Millionen Einwohnern der Bronx eine bemerkenswerte Parklandschaft beschert.

Großartige Parks machen eine großartige Stadt aus

Doch wie können wir Parkanlagen nachträglich in die Infrastruktur bestehender Städte integrieren? Auch hier bietet sich New York als Beispiel an. Bürgermeister Michael Bloomberg hat genau dieses Thema 2007 adressiert, als er PlaNYC vorstellte, einen Langzeitnachhaltigkeitsplan für New York. PlaNYC identifiziert fast 150 Ziele für ein “grüneres, besseres New York”. Das übergreifende Ziel von PlaNYC ist es, dass jeder New Yorker im Umkreis von zehn Minuten eines Parks wohnen soll. Die Stadt verzeichnet heute einen Aufschwung in der Neuanlage von Parks, wie es ihn seit einem halben Jahrhundert nicht mehr gegeben hat. Eine Million Bäume soll gepflanzt werden in den nächsten zehn Jahren und jedes ehemalige Industriegebiet soll nutzbar gemacht werden. Durch das Anlegen neuer Parks und durch die Nutzung von ungewöhnlichen öffentlichen Räumen als neue Parkanlagen zeigt New York bis heute, dass großartige Parks eine großartige Stadt ausmachen.

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