Stolze Menschen verirren sich lieber, als nach dem Weg zu fragen. Winston Churchill

Einsturzgefahr

Wie soll Gender-Mainstreaming zur Lösung der aktuellen Probleme beitragen? Was hat die Gesellschaft davon, wenn schon Kindern die Gewissheit ihrer geschlechtlichen Identität genommen wird? Die Politik sollte ihre Anstrengungen und ihr Geld lieber in Bildung stecken, um den Einsturz unserer Demokratie zu verhindern.

“Das ’biologische Geschlecht’ ist ein ideales Konstrukt, das mit der Zeit zwangsweise materialisiert wird. Es ist nicht eine schlichte Tatsache oder ein statischer Zustand eines Körpers, sondern ein Prozess, bei dem regulierende Normen das ’biologische Geschlecht’ materialisieren und diese Materialisierung durch eine erzwungene ständige Wiederholung jener Normen erzielen.” Dies schreibt die Großmeisterin und lesbische Urmutter des Gender-Mainstreamings, Judith Butler, in ihrem Buch “Das Unbehagen der Geschlechter”.

Sprache dient als Burka revolutionären Veränderungswillens

Sie haben nicht verstanden, was dieser Satz heißt? Das sollen Sie auch nicht, denn die Sprache dient als Burka revolutionären Veränderungswillens jener Wertordnung, auf der die europäische Kultur beruht(e). Würde man den Inhalt schlicht aussprechen, so würde man ihn als den Wahn erkennen, der er ist, nämlich: Ich bin nur deswegen Mann oder Frau, weil mir das zwangsweise eingeredet wurde.

“Von dem, was man heute an den Universitäten denkt, hängt ab, was morgen auf den Plätzen und Straßen gelebt wird” – so der Philosoph Ortega y Gasset. Butler wird an den Universitäten in die Gehirne hineingegossen, und auf den Straßen, gepflastert von der Politik, kommt “das Elter” heraus und die Mutter als “sexistisches Stereotyp”.

Es gibt in Deutschland inzwischen über hundert Professorinnen für Genderstudies und ungezählte Institute, die sich der “VerUneindeutigung von Geschlecht” und der Herstellung einer “fließenden Identität” verschrieben haben. Ziel ist die Abschaffung der “Zwangsheterosexualität”, die als Ursache der immer noch bestehenden Knechtschaft des Patriarchats ausgemacht wird. Queer soll es zugehen unter den Menschen, lesbisch, schwul, bi, trans, inter und sonst wie sexuell, denn zur Freiheit des Menschen gehöre es, sein Geschlecht und seine “sexuelle Identität” zu wählen. “Es ist wichtig, dass wir unsere Kinder schon früh auf diese erweiterten Geschlechtermodelle vorbereiten”, schreibt Melitta Walter – und tatsächlich geschieht dies durch Sexualisierung der Kinder ab dem Kindergarten. Obwohl die Wählbarkeit die Wandelbarkeit voraussetzt, soll das, was einer für seine Identität hält, nach dem Willen von SPD, Linken und Grünen vom Grundgesetz gegen “Diskriminierung” geschützt werden.

Die Kinder fehlen, das Geld fehlt, die Werte fehlen

Dass eine Ideologie, die jeder am eigenen Leib, im eigenen Herzen und im eigenen Kopf als falsch erkennen kann, in weniger als zwei Jahrzehnten die Feinstruktur dieser Gesellschaft zersetzen kann, ist erstaunlich. Die Frage, wer ein Interesse daran hat, dass der Mensch auch noch die letzte Gewissheit verliert, dass er Mann oder Frau ist, führt hinter die Kulissen der sichtbaren und unsichtbaren Welt. Dass aber die UN und EU diesen Interessen dienen und sie mit Milliarden finanzieren, ist nackte Realität.

Jeder sieht: Das Haus, in dem wir leben, ist einsturzgefährdet, die Kinder fehlen, das Geld fehlt, die Werte fehlen, die Demokratie erst möglich machen. Nicht die Frauen werden diskriminiert, sondern die Kinder und Jugendlichen fallen durch die Maschen dieser Gesellschaft, weil sie von Vater und Mutter verlassen sind. Ein Viertel kommt bereits mit psychischen Auffälligkeiten in den Kindergarten, 15 Prozent können kaum lesen, schreiben und rechnen, wenn sie die Schule verlassen. Mit radikalfeministischem Egoismus und Gleichheitswahn ist kein Staat zu machen, keine Familie, kein gelungenes Leben. Kann mir jemand erklären, wie Gender-Mainstreaming zur Lösung der gewaltigen Probleme beiträgt, die vor uns liegen?

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Vera Lengsfeld, Dokumentation - Texte im Original, Albert Wunsch.

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