von Rainer Zitelmann10.05.2019Gesellschaft & Kultur

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich für eine neue Nationalhymne ausgesprochen. „Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden“, sagte er der “Rheinischen Post”. Bekanntlich sieht die Linke immer und überall Nazis. Dass das jetzt als Begründung dafür herhalten soll, die deutsche […]

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich für eine neue Nationalhymne ausgesprochen. „Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden“, sagte er der “Rheinischen Post”.

Bekanntlich sieht die Linke immer und überall Nazis. Dass das jetzt als Begründung dafür herhalten soll, die deutsche Nationalhymne abzuschaffen, ist allerdings absurd. Denn das Lied der Deutschen wurde nicht etwa von den Nationalsozialisten zur deutschen Nationalhymne gemacht, sondern von einem Sozialdemokraten. 1922 bestimmte Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) die drei Strophen des Liedes der Deutschen zur deutschen Nationalhymne. Und 1991 stellten Helmut Kohl und Friedrich von Weizsäcker fest, dass die dritte Strophe dieses Liedes die deutsche Nationalhymne ist. Zwar wurde die Nationalhymne (mit drei Strophen) auch in der NS-Zeit gesungen, aber das Lied der Nationalsozialisten war nicht das Lied der Deutschen, sondern das Horst-Wessel-Lied, die offizielle Hymne der NSDAP.

Was kann die deutsche Nationalhymne dafür, wenn der Linken-Politiker Bodo Ramelow dabei Bilder von Naziaufmärschen sieht? Ramelow selbst hat ein fragwürdiges Verhältnis zur jüngsten deutschen Geschichte. So erklärte er zum Beispiel, es sei keineswegs belegt, dass es an der innerdeutschen Grenze einen Schießbefehl gegeben. Er lehnte es ausdrücklich ab, die DDR als „Unrechtsstaat“ zu bezeichnen. Begründung: Dies sei nicht justiziabler Begriff und zudem sei das Arbeitsgesetzbuch der DDR besser gewesen als die arbeitsrechtlichen Regelungen in der Bundesrepublik.

Vorschlag für die neue Hymne

Forderungen, die deutsche Nationalhymne zu verändern, gab es schon häufiger. Im März 2018 schlug die Gleichstellungsbeauftragte im Bundesfamilienministerium Kristin Rose-Möhring vor, den Text der Nationalhymne geschlechtsneutral umzuformulieren. So sollte „Vaterland“ gegen „Heimatland“ und „brüderlich“ gegen „couragiert“ ausgetauscht werden.
Ich vermute, folgende Änderungen könnten Ramelow und den Genderpolitikeri*innen gleichermaßen gefallen. Es handelt sich hier um eine Synthese des Liedes der Deutschen und der DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“, aber zeitgeistgerecht aufbereitet. Nationalhymne dürfte dieses Lied natürlich nicht mehr heißen, da sich Ramelow auch bei „National“ an Nationalsozialisten erinnert fühlen dürfte. Nennen wir es die Nachhaltigkeitshymne, das passt vielleicht besser. Wie wäre es damit?

„Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit
Über alles auf der Welt,
Danach lasst uns alle streben,
Schwesterlich mit Gretas Herz und Hand.
Auferstanden aus der Klimakatastrophe 
Und der CO2-freien Zukunft zugewandt,
Lass uns dir zum Guten dienen,
Deutschland, grünes Ökoland.
Soziale Ungerechtigkeit gilt es zu zwingen,
Denn es muss uns doch gelingen,
Dass die Sonne schön wie nie
Über allen Ländern scheint.
Und am deutschen Ökowesen
Soll die ganze Welt genesen.“

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