Alles lässt sich ändern, bloß nicht die Menschen. Karl Marx

Kolumnen

Hans-Martin Esser

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Esser ist besser

Hans-Martin Esser, Jahrgang 1978, wurde in Arnsberg geboren. Er studierte an der Ruhr-Universität Bochum Wirtschaftswissenschaft und Politologie, außerdem folgten aus Interesse Studienaufenthalte im Bereich Filmtheorie, Rhetorik (UC Berkeley, 2007), Geschichte, Philosophie und Mediävistik (University of Cambridge, 2009). Esser organisiert Kulturveranstaltungen und berät die FDP. Derzeit schreibt er an einer Monog weiter...

Die CSU ist klar am deutlich längeren Hebel

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Merkel wird so oder so gehen müssen. Die CDU hat dabei nur die Wahl, ob man sich nur von Merkel oder auch von den Christsozialen trennt, woran aber vonseiten der CDU kein Interesse besteht. Alle meine strategischen Überlegungen setzen allerdings voraus, dass die CDU noch die Begabung zur Vernunft hat.

04.07.2018

Die meisten Menschen sind klassenbewusst

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Beim Populismus wird gern angenommen, dass es sich um ein Anti-Eliten-Projekt handele. Man beschimpft „die da oben“, will aber auch dezidiert nicht zu ihnen gehören. Übertragen auf die Schichtung der Gesellschaft stelle ich die Antithese auf: auch die Unterschicht will sich abgrenzen, hat eine schützenswerte Kultur und ist attraktiv.

02.07.2018

Die Schönheit des Abgrunds - Empathie Pornos

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Die Christine-Westermannisierung der Literatur hat ihren Siegeszug angetreten. Erstens durch Buchverkäufe. Kitsch verkauft sich besser als Qualität. Denken ist anstrengend, tut bisweilen weh, Kitsch funktioniert wie Pornographie, allerdings nicht in der Hose, sondern links unter dem Hemd. Was sich verkauft, wird auch massenhaft produziert.

04.06.2018

Intellektuelle Dürftigkeit

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Kants Diktum, wonach Aufklärung der Ausbruch aus selbstverschuldeter Unmündigkeit sei, diene hier als Ausgangspunkt für einen Gedanken. Selbstverschuldet ist heutzutage das Verharren in Meinungsgemeinschaften. Wenn das Land ein gespaltenes ist, liegt es nicht zuletzt daran, dass die Speerspitzen der heutigen Meinungslager mit wenigen Ausnahmen eintönig argumentieren und zur Wiederholung neigen.

21.05.2018

Spieler ohne Schatten – das Geschäft mit dem Fußball

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Wer das Halbfinale der Champions League erreicht, benötigt Spieler, die Nerven wie Drahtseile haben und eine verschworene Gemeinschaft bilden. Seitdem man Robert Lewandowski ablösefrei 2014 zum FC Bayern holte, ist eine Konstante das Ausscheiden aus dem Wettbewerb vor Erreichen des Finals.

01.05.2018

Trump kommt weiter als Obama

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Trump ist zwar vom Stil her eine Zumutung, aber gerade deshalb kommt er weiter als Gentleman Obama.

21.04.2018

Lob des Fluchens

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Wer viel denkt, flucht auch viel. Fluchen ist mithin ein Kuppelprodukt des Denkens und kultureller Höchstleistungen.

19.04.2018

Die Flüchtlingskrise ist ein Gottesgeschenk

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Die Flüchtlingskrise ist insofern ein Gottesgeschenk, verlorenes Terrain zurückzugewinnen und einen neuen Rechtfertigungsgrund für die angestaubte Kirchensteuer zu konstruieren. Zwar sind die Kirchen seither nicht voller, im Gegenteil, aber – ähnlich wie in Betrieben – kann man sich jetzt andere Märkte erschließen.

06.04.2018

Feinstaubbelastung ist eine Nebelkerze

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Feinstaubbelastung in deutschen Großstädten sind Nebelkerzen, die nicht darüber entscheiden, ob wir auch im Jahr 2035 noch gut dastehen. Das hohe Durchschnittsalter der Wähler bedingt diese kraftlose Agenda der Großkoalitionäre. Eine überalterte und damit auch weitgehend kinderlose Gesellschaft kann sich den Luxus leisten, nach dem Motto zu leben „nach mir die Sintflut“.

22.03.2018

Wer Europa einen will, muss rechnen können

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Wer Europa einen will, muss Grundkenntnisse ökonomischer Sachkenntnisse vorweisen, frei von Aktionismus und Idealismus. Mit Bemerkungen, wonach Geld einfach da sei, man über Finanzen nicht sprechen solle, weil Europa ja jeden Betrag wert und Anstand sowie Moral höchstes Gebot seien, verliert nicht nur Debatten, sondern auch Wahlen.

21.03.2018

Kanzlerin auf Lebenszeit

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Merkels Geheimrezept ist die asymmetrische Demobilisierung. 30 Prozent wählen CDU, egal, was man ihnen vorsetzt. Man kann diesen Menschen alles erlauben, alles verbieten, solange es irgendwie unverbindlich begründet und als alternativlos verkauft wird, eine Krawatte trägt, Manieren hat, bodenständig ist und das Wort Heimat ab und zu in den Mund nimmt, auch wenn man alles für Schwachsinn hält.

03.03.2018

Ich kann das Wort abgehängte ländliche Region nicht mehr hören

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In Molochen wie dem Ruhrgebiet, die als urbaner Raum das ganze Bundesland herabziehen, ist sogar eine möglichst große Distanz förderlich. Soest, Paderborn, Münster, Gütersloh und der Hochsauerlandkreis haben eine Sache gemein: die große geographische Distanz zum abgewirtschafteten Kohlenpott. Je weiter entfernt man vom faulen Apfel liegt, umso besser.

22.02.2018
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