Die Deutschen misstrauen leidenschaftlichen Charismatikern. Bodo Hombach

Die Kanzlerin hat schon genug angerichet

Immer klarer wird, dass Merkel und ihr Regierungssprecher Seibert nicht die Wahrheit gesagt haben, als sie behaupteten, in Chemnitz hätte es Hetzjagden auf Ausländer gegeben. Doch wie geht es nun weiter? Die CDU müsse die Bundeskanzlerin Angela Merkel endlich ablösen, befindet Klaus-Jürgen Gadamer.

Kanzlerin Merkel hat also bewusst oder unbewusst die Unwahrheit gesagt und sich nicht davon distanziert. Und ich verstehe das sogar. Wer sich einmal in seine Ideologie eingraben hat, nimmt nur die Information wahr, die seine Ideologie bestätigt. Die ist alternativlos. Gegensätzliches Denken stört nur. Das war zu allen Zeiten der Menschheit so.

Warum hält Merkel an dieser Behauptung fest? Natürlich will sie die beiden Parteien stützen, deren Ideologie sie übernommen hat: Sie möchte weiter die Unterstützung von SPD und Grünen. Und vor allem will sie die „linken“ Mainstreammedien zufriedenstellen. Von ihnen hängt ihre Macht ab. Und zu nicht guter Letzt, will sie der CDU demonstrieren: Wer gegen meine Sprachregelungen verstößt, der wird verstoßen. Das wird der Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen bald merken, wenn der „Oppositionsführer in der Regierung“ Seehofer ihn nicht mehr schützen kann.

Und die CDU?

Die CDU wird seit 10 Jahren am Nasenring von Merkel, der Dompteuse mit dem Heiligenschein, durch die Manege gezerrt. Unter dem Beifall der Mainstreammedien hagelt es für jeden Nackenschläge, der Kritik an einer Merkel-Doktrin äußert.

Aber will die CDU tatsächlich eine grüne SPD sein, nur radikaler? Ist diese Ideologie tatsächlich alternativlos, auch wenn die Tendenzmedien durch andauernd gleichlautende Kommentare genau dies vorspiegeln?
Spieglein, Spieglein an der Wand, ist Merkel tatsächlich die Schönste im Land oder einfach nur die Schwiegermutter mit angedichtetem Heiligenschein? Was von allen Kanzeln gepredigt wird, muss nicht immer wahr sein.

Ist die einzige Hoffnung der CDU, dass die AfD so weit nach rechts abdriftet, dass dann viele das geringere Übel wählen, die CDU? Ist das Motto der Christdemokraten: Wir sind ökolinks – das ist immer noch besser als rechtsradikal. Und ist das nun der Inhalt der CDU?

Merkel und ihr Sendungsbewusstsein

Es ist allerdings die Frage, ob es für Deutschland sinnvoll ist, eine Kanzlerin zu haben, die mit ihrer Gemeinde in ihrer eigenen ideologisch geprägten Welt lebt. Die sich als Päpstin einer Partei aufführt, bei der sie dafür gesorgt hat, dass der Vatikan vergleichsweise ein Hort der Demokratie ist.

Es ist die Frage, ob wir eine Kanzlerin brauchen, die mit ihren Aussagen Deutschland weiter spaltet, weil sie nur eine Seite der Medaille thematisiert. Es ist auch eine Frage, ob die CDU eine Führerin braucht, die Andersdenkende in der Partei merkelradikal unterdrückt? Und es ist die Frage, ob Deutschland eine CDU braucht, die sich dies bieten lässt.

Was wir brauchen, sind eine Politik und Medien, die die Befindlichkeit von vielen andersdenkenden West- und besonders vielen wieder in Opposition stehenden Ostdeutschen zu verstehen sucht, und deren Befindlichkeit auch vertritt. Andere Meinungen in eine Naziecke zu drängen, zeugt vom eigenen totalitären Weltbild.

Das hysterische Beklagen von Rechts- und Linksextremismus ist obsolet. Es dient nur dazu, die kritische Mitte in die eine oder andere Richtung zu schieben. Das betreiben Medien und Regierung in erschreckend radikaler Weise. Sie meinen mit ihrem auf ihr Panier geschriebenes „Ich bin gut“, dem Guten zum Durchbruch verhelfen zu müssen. Aber sie werten meist nur andere Meinungen ab, spalten die Gesellschaft und grenzen „Ungläubige“ aus.

Es ist versändlich, dass sich Merkel in ihrem Kirchentagsdenken auf den rechten Gegner stürzt, schließlich muss sie von ihrem eigenen politischen Versagen ablenken. Die Asyl-Einwanderungspolitik ist unmoralisch, extrem teuer und gefährlich, es gibt jede Menge von Problemen. Wer das kritisiert, der wird diskreditiert.

Aber wer alle unheiligen Mittel dafür verwendet, um sich mit einem Heilgenschein feiern zu lassen und gegen Andersgläubige den Kirchenbann ausspricht, der braucht sich nicht zu wundern, wenn er von seinen Gegnern auch abgelehnt wird.

Die Instrumentalisierung des Antifa Videos

Aufgrund eines von der Antifa(!) gelieferten Videos treten die Kanzlerin und ihr Sprecher eine Kampagne los, die selten aufgebauscht ist. Obwohl niemand zu Schaden kommt, wird von „Hetzjagd“ und von Seiten der Medien von Pogromen gesprochen. Wer wundert sich da noch über den Vorwurf „Lügenpresse“?

Nehmen wir also an, dass das 19 Sekunden „Bleib hier Hase“ Video, eine „Hetzjagd“ belegen soll, echt ist. Wir sehen ein paar aufgebrachte Deutsche, die pöbeln, kennen aber die Vorgeschichte nicht. Ein Pogrom belegt das Video aber ganz sicher nicht. Nehmen wir also an, dass dies Video Merkel und der Antifa gleichermaßen zupass kommt. Merkel kann von der Tötung des Deutschen durch Asylbewerber ablenken, die eine Folge ihrer völlig missratenen Asyleinwanderpolitik ist, und für die Antifa ist das der Beweis: Alles Nazi außer icke! Da kommt es natürlich sehr gelegen, wenn ein paar Wirrköpfe „Adolf Hitler Hooligans“ rufen (allerdings die Gezeigten nicht in Chemnitz). Das kommt wahrlich wie gerufen. Dann können Merkel und die Medien alles in die Naziecke donnern und hysterieren, das 4. Reich stünde vor der Türe. Merkel und die Medien denken im Grunde das gleiche. Sie wollen „Haltung zeigen“. Was zeigen sie wirklich: Eine moralische Aufgeblasenheit, wie sie in der DRR üblich war. Die Ostdeutschen kennen sie noch und haben heute eine große Aversion dagegen, Westdeutsche haben sie nicht erlebt und sind immer noch gutgläubig und reagieren oft naiv.

Wenn die von Merkel angeordnete millionenfache Asyleinwanderung gefühlstrunken von den Medien gefeiert und alle Kritiker mundtot gemacht wurden, wenn die Kölner Terrornacht fast unter den Tisch gekehrt wurde, wenn die wirkliche Hetzjagd auf Discogäste in Frankfurt fast verschwiegen, die Tötung in Chemnitz kleingeredet, der Protest dagegen verteufelt wird, braucht sich niemand zu wundern, wenn im Internet Verschwörungstheorien kursieren. Merkel und die Medien aber wundern sich und verstehen nichts. Unverdrossen rufen sie weiter zum Kampf gegen das Böse, vor allem zum bitterbösen Kampf gegen die bitterbösen Sachsen auf. Und die CDU dackelt wie betäubt hinterher.

Frau Merkel und die Leitmedien

In meinem international beachteten Artikel Treten Sie zurück, Frau Merkel schrieb ich vor zwei Jahren: „Merkel hat es geschafft, die CDU gleichzuschalten. Die Medien haben es geschafft, mit einem missionarischen Überzeugungswillen ihre grün-feministische politisch-korrekte Ideologie großen Teilen der Bevölkerung ins Hirn zu hämmern. Mit ihrem sicheren Gespür für Macht, hat Merkel die Meinung der herrschenden Medien einfach übernommen.“ Gleichzeitig haben es die Leitmedien mit ihrer tendenziösen Berichterstattung erreicht, dass immer mehr Menschen den Medien misstrauen und sich gezwungen sehen, sich bei teilweise zweifelhaften Alternativmedien im Internet zu informieren. Dies wiederum ist für die Meinungsmacher ein Beweis für die Fehlgeleitetheit der Opposition. Und so dreht sich die Spirale munter weiter. Hat sich also seit dieser Zeit etwas verbessert? Eher im Gegenteil.

Jahrzehnte meinten linke und grün dominierte Meinungsmedien, in absolutistischer Form ihre Herrschaft ausüben zu können, und sie fanden unerwartet Merkel als Sprachrohr. Und wie es so geht, wenn sich alle einig sind, man hält dies nicht für einseitig, sondern für die alternativlose Wahrheit.

Pfarrerstochter Merkel präsentiert ihre einsamen Entscheidungen als quasi religiöse Erweckungserlebnisse, die in die Ideologie der herrschenden Medien passen. Diese sorgen durch ihre Denkgebote und Tabus für die Durchsetzung der Merkel´schen Politik. Merkel ist die Mutter der wichtigsten Probleme, die wir heute in Deutschland verspüren: zwischen Ost und West, zwischen links und rechts, zwischen oben und unten.

Das alles hat nicht nur Merkel verbockt, sondern es haftet auch der ehemals konservativen CDU an. Man fragt sich, ob die Parteioberen beim vielen Abnicken nicht ihr Rückgrat verloren haben und ihnen deshalb nicht mehr schwarz sondern immer rot-grün vor Augen ist.

Lösen Sie Frau Merkel ab, liebe CDU!

Sie hat schon viel erreicht. Sie hat Deutschland durch ihre pseudomoralische Asyl-Einwanderer-Politik tief gespalten und damit das Klima im Land vergiftet.

Sie hat in pseudomoralischer Ideologie Europa gespalten und Deutschland weitestgehend isoliert.

Sie hat einen wesentlichen Anteil daran, dass Großbritannien deshalb aus der EU ausgetreten ist.
Sie hat einen wesentlichen Anteil daran, dass Osteuropa zunehmend in Opposition zu Deutschland steht.

Wer bewusst oder unbewusst die Unwahrheit sagt und darauf besteht, der sollte sich fragen, ob er noch der richtige Regierungschef einer Demokratie ist.

Eine widersinnige Energiewende, in der sich Deutschland von Europa isoliert hat, eine unsinnige „Bundeswehrreform“ geht auf das Konto Frau Merkel.

Grundlos befristete Arbeitsverträge, leere Worte beim Internetausbau, Verfall des Bildungssystems, kaputte Schulen, Exzesse auf dem Wohnungsmarkt, Pflegenotstand fallen in die Amtszeit Frau Merkels
Sie hat schon viel erreicht.

Fordern Sie Frau Merkel zum Rücktritt auf, liebe CDU!

Der Ausgangspunkt für die Spaltung Deutschlands sind die Exponenten in Politik und Medien. Sie verlagern die Wahrnehmung von Hass und Intoleranz auf die Ohnmächtigen, besonders im Osten, wie in Chemnitz zu sehen war. Ursache und Wirkung sind klar zu unterscheiden. „Haltet den Dieb“, so lautet bekanntlich ein geflügeltes Sprichwort, das charakterisieren will, wie ein ertappter Dieb oftmals mit großem Geschrei andere beschuldigt, um so von seinem eigenen Vergehen abzulenken.

War in den Zeiten die DDR, als es einen Politik-medialen Meinungsblock gab, die Westmedien als Opposition sichtbar und wirksam. So ist heute das Internet Oppositionsplattform gegenüber der herrschenden Meinung. Dass im Internet, besonders aufgrund seiner Anonymität nicht als Gold ist, was glänzt, ist offensichtlich. Um so wichtiger wäre es, diese Oppositionellen zurückzuholen, indem man ihnen in den Medien ein Gesicht gibt. Die Einheitlichkeit der Meinung, die durch Kommentatoren, Moderatoren und Filmemachern in den öffentlichen Medien vertreten wird, hat nichts mehr mit der ursprünglich intendierten Meinungsvielfalt zu tun.

Neue Meinungsvielfalt braucht das Land

Die Talkmaster vertreten so offensichtlich das Gute, wie in DDR-Sendungen ganz unhinterfragt der scheinbar gute Kommunismus gegen den bösen kapitalistischen Westen vertreten wurde. Was brauchen wir Meinungsvielfalt und Demokratie, wenn doch ganz offensichtlich klar ist, was das Gute ist? So handelt der Ideologe.

Bitter nötig wären Nachrichten- und Talkshow-Moderatoren, die andere Meinungen vertreten. Kleber und Will sollten durch Journalisten im Geiste Broders und Tichys abgelöst oder ergänzt werden. Dann gäbe es eine Vielfalt, dann wäre das Fernsehen endlich wieder spannend, denn es gäbe unterschiedliche Ansichten der Journalisten zu hören. Vor vielen Jahrzehnten war das normal. Aber heute man will die eigene Macht behalten und vermeidet deshalb Kommentatoren, die eine andere Sichtweise haben, wie der Teufel das Weihwasser. Da reicht es, wenn austauschbare Schwätzmeister die Runde in die immer gleiche Richtung lenken. Da reicht es dann, wenn Anne Will mit leuchtenden Augen zur Stichwortgeberin Merkels schrumpft. Die herrschenden Eliten kommen gar nicht auf die Idee, dass ihre eigenen Entscheidungen falsch sein könnten. Aus ihrer Sicht besteht das Problem nur darin, dass sie der unteren Mittelschicht ihre Meinung nicht klar genug erklären (können).
Vor 30 Jahren noch hörten wir das Wort zum Sonntag nur einmal in der Woche. Heute prasselt es pausenlos auf uns herab. In ARD und ZDF höre ich es ständig von allen Missionaren, die das Gute und das Richtige predigen, um ihre „dummen“ Schäflein, auf dem richtigen Weg zu halten.

Heilige Einfalt im Einheitsbrei

Nach einer Ablösung von Angela Merkel muss grundsätzlich überdacht werden, wie die öffentlichen Medien zu einer wirklichen Meinungsvielfalt zurückfinden können. Einer Meinungsvielfalt, die sich dadurch zeigt, dass Journalisten unterschiedliche Meinungen vertreten. Sonst ist die Demokratie weiter in Gefahr und niemand braucht sich darüber beklagen, dass jeder aus dem Internet das holt, was gerade in sein Weltbild passt.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Gunter Weißgerber, Franz Sommerfeld, Dokumentation - Texte im Original.

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