Soziale Selektion in der Schule ist ein Armutszeugnis

von Katja Kipping3.02.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Trotz leichten Verbesserungen fördert die Schule nicht alle Kinder gleichermaßen und erst recht nicht jene besonders stark, die es dringend bräuchten. Ganz im Gegenteil: Iin der Schule wird die soziale Herkunft zementiert und den Kindern aus besserem Hause eine standesgemäße Zukunft gesichert.

Soziale Selektion in der Schule ist ein Armutszeugnis für ein reiches Land

Laut einer Sonderauswertung des Pisa-Tests 2015 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwerben immer mehr Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern solide Fähigkeiten in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Der Anteil stieg von 25 Prozent im Jahr 2006 auf 32,3 Prozent in 2015. Dennoch liegt Deutschland bei der Chancengleichheit weiterhin unter dem Durchschnitt der OECD-Länder. Dazu erklärt Katja Kipping, Vorsitzende der Partei DIE LINKE:

Soziale Selektion in der Schule ist ein Armutszeugnis für ein reiches Land. Trotz leichten Verbesserungen fördert die Schule nicht alle Kinder gleichermaßen und erst recht nicht jene besonders stark, die es dringend bräuchten. Ganz im Gegenteil: Iin der Schule wird die soziale Herkunft zementiert und den Kindern aus besserem Hause eine standesgemäße Zukunft gesichert.

Um nicht länger im internationalen Vergleich hinterher zu hinken, muss Bildung von der Bundesregierung als zentraler Zukunftsauftrag ernst genommen werden. Statt folgen- und kostenlosen Lippenbekenntnissen und Sonntagsreden brauchen wir dringend bessere Schulen für alle Kinder. Wir brauchen deshalb mehr LehrerInnen und bereits mehr ErzieherInnen für eine bessere frühkindliche Bildung sowie längeres gemeinsam Lernen statt frühem Aussortieren. Das Bibliothekssterben muss aufgehalten werden, denn nur wenn es flächendeckend wohnortnahe Bibliotheken gibt, können auch wirklich alle Kinder Bücher lesen – unabhängig von Herkunft und Elternhaus.

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