Grüne Hoffnung | The European

Das Öko-Paradies lebt!

Kathrin Henneberger25.09.2009Gesellschaft & Kultur, Politik

Generation gemeinsam – nicht gegeneinander. Die Grüne Jugend träumt noch von einer besseren Welt.

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2020 – da wird mein Papa 83 Jahre alt sein und um mich wird als 33-Jährige vielleicht schon eine Schar von lauten Kindern herumtollen. Eine Schar? Genau! Nichts ist toller, als wenn Kinder mit vielen Kindern gemeinsam aufwachsen. Deswegen lebe ich nicht mit zum Beispiel einem Kind irgendwo in einer einsamen Wohnung, sondern mit meinen Kumpels, die bestimmt auch schon Kinder um sich herumspringen haben, gemeinsam in einem Mehrgenerationenhaus. Und mein Papa ist mittendrin. Das Grundeinkommen schützt ihn und meine Mama, die, um meine Schwester und mich zu erziehen, wie so viele Frauen keine Chance mehr hatte, in das Berufsleben einzusteigen vor der Altersarmut. Auch die Kinderarmut gibt es nicht mehr. Kein Mensch braucht mehr um seine Existenz zu bangen und ist Hartz-IV-Repressionen ausgesetzt. Die Gesellschaft funktioniert trotzdem – und soziales wie ökologisches ehreamtliches Engagement ist normal. Der neue grüne Gesellschaftsvertrag lässt niemanden im Stich und niemand wird ausgegrenzt. Egal ob jung oder alt, schwarz oder weiß. Alle können am sozialen und kulturellen Leben partizipieren. Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich geschlossen. Eine gerechte “Bürger_Innenversicherung” sorgt dafür, dass jeder Mensch eine gute medizinische Versorgung erhält. Das Zweiklassensystem “privat” versus “gesetzlich” ist Vergangenheit.

Eine Schule der Vielfalt für alle

Ungerechte Sortierung von Kindern in vier verschiedene Schulschubladen? Das war gestern. Heute lernen alle Schüler und Schülerinnen gemeinsam mit gut ausgebildeten Lehrern und Lehrerinnen in kleinen Klassen. Noten gibt es nicht mehr, und jedes Kind kann individuell seine Fähigkeiten entdecken und lernen. Studiengebühren, Ausbeutungsausbildungsplätze und unbezahlte Praktika gibt es auch nicht mehr. Bildung ist keine Ware, sondern ein Grundrecht. Dring – gerade kommt eine SMS von meiner Schwester. Seit 15 Jahren lebt sie nicht mehr in Deutschland, sondern im Amazonasgebiet und erforscht die Biodiversität. Ja, richtig gelesen. Die Amazonasregenwälder stehen noch! Yippie! Und das globale, sechste große Massenartenaussterben unserer Erdgeschichte konnte glücklicherweise gerade noch verhindert werden. 2009 wurde auf der Klimakonferenz in Kopenhagen ein neues internationales Klimaschutzabkommen beschlossen. Die Industrieländer haben jetzt schon 60 Prozent ihrer Treibhausgase reduziert. Durch fairen Austausch grüner Technologien konnten sich die Schwellen- und Entwicklungsländer aus der Armut befreien und gleichzeitig nicht unsere Fehler aus der Industrialisierung begehen.

Nur Ein Problem, Endlager

Unser ganzes Wirtschaften und Konsumieren hat sich komplett geändert. Ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit stehen im Vordergrund allen Handelns. Tierquälerische Produkte gibt es kaum noch. Konzerne wie Monsanto wurden entmachtet. Anbau von Gentechnik global verboten. Die Kleinbauern haben ihre Ernährungssouveränität wiedererlangt. Eine Milliarde hungernder Menschen ist jetzt nicht mehr vorstellbar. Atomkraftwerke sind schon lange abgeschaltet und auch die klimakillenden Kohlekraftwerke qualmen nicht mehr. 100 Prozent regenerative Energien sind Realität. Nur der ganze strahlende Atommüll bereitet uns große Sorgen. Ein sicheres Endlager ist immer noch nicht in Sicht … PS: Die Bundeswehr ist selbstverständlich abgeschafft und anstelle der militärischen Haudrauf-Strategie und Ressourcensicherung ist eine gerechte Weltwirtschaft und Friedenspräventionsarbeit getreten.

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