Es gibt auch einen linken Faschismus

Julian Nida-Rümelin8.11.2019Gesellschaft & Kultur, Medien, Wissenschaft

Der Begriff Faschismus/Faschist/faschistisch ist ziemlich trennscharf, auch wenn er wie viele komplexe Begriffe nicht einfach zu definieren ist. Er umfasst weit mehr als z. B. „Nazi“ oder „Neo-Nazi“, eine Bezeichnung, die die Verbindung zur NS-Diktatur zum Kriterium macht.

Hier ein paar Merkmale des faschistischen Denkens und Agierens:

1. Die „Bewegung“ ist alles. Der einzelne hat sich dieser Bewegung unterzuordnen

2. Die Inhalte der Bewegung ergeben sich aus den gemeinsamen Erfahrungen und Intuitionen, Theorien und Argumente sind unwichtig oder störend

3. die Einheit der Bewegung wird durch eine charismatische Leitfigur, deren Sinnen und Trachten die Bewegung repräsentiert, gesichert, der sich alle in der Bewegung unterzuordnen haben.

4. Es gilt das Primat der Tat. In der gemeinsamen Aktion manifestiert sich der Wille und die Kraft der Bewegung.

5. sacrificium intellectus: Kritik stört, begründete Einwände sind hintanzustellen, wenn sie die Bewegung behindern können.

6. Menschen-Verachtung: Zynische Abwertung derjenigen, die nicht zur Bewegung zählen, die anders denken und fühlen, anders aussehen, anderer Herkunft oder anderen Glaubens sind.

Insofern gibt es in der Tat nicht nur rechten, sondern auch linken Faschismus. Die RAF und deren späte Verlautbarungen sind ein Beispiel dafür.

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