Dress for success

von Julia Korbik13.04.2015Gesellschaft & Kultur

Warum selbst eine IT-Barbie gnadenlos an sich selbst scheitert.

Als Kind habe ich unheimlich gerne mit Barbies gespielt. Ich hatte einen pinken Koffer, der sich zu einer Barbie-Wohnung ausklappen ließ, und sogar ein Barbie-Wohnmobil (vom Flohmarkt). Das Objekt meiner Begierde blieb aber die Barbie-Boutique, in der Barbie kurze Kleidchen und enge Hosen shoppen konnte. Die Boutique gehörte meiner gleichaltrigen Nachbarin und bevor ich auch nur einmal damit spielen konnte, war das Ding kaputt – angeblich hatte es der Cousin die Treppe hinunter geschmissen.

Neben Barbie hatte ich allerdings auch Kisten voller Playmobil: Um meinen Orcawal wurde ich von den Jungs heftig beneidet. Ich spielte viel im Freien oder verbrachte mit Freunden Stunden vor der Playstation, wo wir Verbrecher mithilfe von zu Waffen umfunktionierten Bierflaschen außer Gefecht setzten. Ich habe also kein Problem mit Barbie, weil sie in meiner Kindheit nicht das einzige Spielzeug war, mit dem ich mich beschäftigte.

Generell ist die Plastikpuppe mit dem aufgemalten Strahlelächeln und den spitzen Füßen aber natürlich schon ein Problem. Das fängt mit ihrem Taillenumfang an – der jede normale Frau in die Ohnmacht treiben würde – und hört nicht auf mit ihrer Karriere: Ob Model, Ballerina oder Prinzessin, in all diesen doch eher weiblichen Berufen (oder Berufungen?) hat Barbie sich bereits gewohnt stylish bewiesen. Allerdings: Barbie war ebenso Architektin, Präsidentin der USA und globale Friedensbotschafterin. Davon kriegen Kinder und ihre Eltern aber nicht so viel mit, weil diese Barbie-Versionen meistens Sammlerstücke sind.

Irgendwas Pinkes mit Haustieren, Schminke oder Mode

Barbie-Hersteller Mattel verkündet trotzdem unverdrossen: „Barbie ermutigt Mädchen, sich selbst in verschiedenen Karrieren und Persönlichkeiten vorzustellen.“ Passend zur Diskussion über Frauenquoten für Führungspositionen präsentierte man deshalb 2014 zum ersten Mal Barbie als Unternehmerin, mit Smartphone und Tablet-Computer – und im pinken Kleid mit High Heels. Dress for Success!

Aber das ist noch nicht alles. Ende 2014 erlebte Mattel wegen des eigentlich schon älteren Buchs „Barbie: Ich kann eine Computer-Programmiererin sein“ einen veritablen Shitstorm. Mit Barbies Programmier-Künsten ist es in diesem Buch nämlich nicht weit her. Auf einem Bild lacht sie: „Ich denke mir nur die Design-Ideen aus, ich brauche Stevens und Brians Hilfe, um daraus ein richtiges Spiel zu machen.“ Im Laufe der Geschichte ruiniert Barbie erst ihren eigenen PC, dann den ihrer Schwester und außerdem Stevens und Brians Nachmittag, da diese zu ihrer Rettung eilen müssen. Dieser nun wirklich epische Fehler rief prompt die Aktion #FeministHackerBarbie auf den Plan: Barbies Aussagen im Buch werden mit viel Humor so umgeschrieben, dass sie tatsächlich nach Programmiererin klingen – und nicht nach einer naiven Jungfrau in Nöten.

Arme Barbie, so ganz kann sie eben nicht aus ihrer – gut gekleideten – Haut. Dennoch dürfte es nicht mehr lange dauern, bis das erste Barbie-Start-up-Büro herauskommt, in dem Tech-Barbie sich der Entwicklung eines neuen Trend-Produkts widmet. Ich stelle einfach mal die steile These auf, dass dieses irgendwas etwas mit Haustieren, Schminke oder Mode zu tun hat. Und pink ist.

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