Die CDU unter AKK stürzt immer weiter ab

von Jürgen Fritz11.08.2019Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Im September und Oktober stehen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen Landtagswahlen an. Bei diesen kann die AfD jeweils mit ca. 20 bis 25 Prozent der Stimmen rechnen, könnte teilweise eventuell sogar stärkste Kraft im Landtag werden. Auch bundesweit ist die Alternative für Deutschland, wie kürzlich aufgezeigt, wieder im Aufwärtstrend, was Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF nun nochmals bestätigt. Doch wie stehen die Deutschen zu einer AfD-Regierungsbeteiligung auf Landesebene, wenn sie derart gut abschneiden sollte bei den drei anstehenden Wahlen?

AfD steigt auch im ZDF-Politbarometer und schließt zur SPD auf

Betrachten wir zunächst den Wählerzuspruch bundesweit. Forschungsgruppe Wahlen hat dazu im Auftrag des ZDF vom 06.08. (Di.) bis 08.08.2019 (Do.) eine Erhebung gemacht, bei der 1.307 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch befragt wurden (es wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt). Die Befragung ist dabei repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Fehlerbereich: rund +/- 3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 40 Prozent und rund +/- 2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent. Hier das Ergebnisse (in Klammern die Veränderungen zur letzten Befragung und Berechnung durch Forschungsgruppe Wahlen vor drei Wochen):

  1. CDU/CSU: 28 %
  2. GRÜNE: 25 %
  3. AfD: 13 % (+ 1)
  4. SPD: 13 %
  5. FDP: 7 % (– 1)
  6. LINKE: 7 % (– 1)
  7. Sonstige: 7 % (+ 1)

2019-08-09

FDP und DIE LINKE verlieren bei Forschungsgruppe Wahlen also jeweils einen Prozentpunkt, die AfD und die sonstigen Parteien können einen Punkt zulegen. Damit ist die AfD auch im ZDF-Politbarometer mindestens gleichauf mit der SPD, bei vier von fünf anderen Instituten, die in den letzten zwei Wochen Befragungen durchführten, liegt die AfD dagegen vor der SPD, teilweise sogar deutlich (bis zu 3,5 Punkte) und nur bei Forsa und Forschungsgruppe Wahlen liegen beide gleichauf bei 13 Prozent.

Im Wahl-O-Matrix-Mittel aller Institute setzt sich die AfD immer mehr von der SPD ab

Interessanter sind also die Zahlen von Wahl-O-Matrix, welches alle Institute berücksichtigt, die – bezogen auf den mittleren Tag der Befragung – in den letzten drei Wochen Befragungen durchführten. Hier sehen die wohl noch repräsentativeren Ergebnisse (11.375 Befragte) wie folgt aus:

  1. CDU/CSU: 26 – 28 % ==> arithmetisches Mittel: 26,9 %
  2. GRÜNE: 23 – 26 % ==> 24,2 %
  3. AfD: 12 – 15 % ==> 13,6 %
  4. SPD: 11,5 – 13 % ==> 12,6 %
  5. FDP: 7 – 9 % ==> 8,3 %
  6. LINKE: 7 – 9 % ==> 7,9 %
  7. Sonstige: 4,5 – 7 % ==> 6,5 %

2019-08-09

37 Prozent finden die Ausschließeritis der AfD von Regieurungsverantwortung nicht richtig

Die bundesweite Zustimmung liegt derzeit also bei ca. 12 bis 15 Prozent für die AfD, Tendenz steigend. Im Osten des Landes sind diese Werte aber noch deutlich höher, liegen dort bei ca. 20 bis 25 Prozent, so dass sich nach den Landtagswahlen im September und Oktober die Frage nach einer AfD-Regierungsbeteiligung stellen wird. Dies schließen derzeit alle anderen Parteien aus. Doch kann man einfach so ein Fünftel oder gar ein Viertel der Wähler dauerhaft ausschließen? Wie lange wird das gut gehen und wie bewerten die Wähler diese Ausschließeritis?

Nicht nur die 12 bis 15 Prozent AfD-Anhänger, sondern bundesweit etwa 37 Prozent, also fast dreimal so viele, halten es nicht für richtig, dass es keinerlei Zusammenarbeit der anderen Parteien mit der AfD geben soll, im Westen 36, im Osten sogar 45 Prozent. 58 Prozent (59 im Westen, 50 im Osten) finden das dagegen richtig so. Unter den AfD-Anhängern sind es dagegen sogar 96 Prozent, die das als falsch empfinden, jegliche Koalitionen mit der Alternative für Deutschland auszuschließen.

Was meinen Sie, würde die Politik mit einer AfD-Beteiligung in der Landesregierung besser oder schlechter?

Ob die Politik dadurch besser würde, wenn man die AfD in Landesregierungen mit einbinden würde, frage Forschungsgruppe Wahlen als nächstes. Darauf antworteten die Befragten wie folgt. Die Politik würde dadurch …

  • besser: 9 %
  • kein Unterschied: 17 %
  • schlechter: 69 %

Wobei die Werte auch hier in West und Ost deutlich differieren. Im Westen antworteten die Befragten so:

  • besser: 7 %
  • kein Unterschied: 16 %
  • schlechter: 72 %

im Osten dagegen so:

  • besser: 15 %
  • kein Unterschied: 19 %
  • schlechter: 57 %

Ein beachtlicher Teil der Wähler wünscht sich also keinen generellen Ausschluss der AfD aus Regierungskoalitionen, dass die AfD innerhalb der Regierung aber sehr viel zum Besseren hin bewirken könnte, glauben doch nur sehr wenig, bundesweit nur etwas jeder Elfe und selbst im Osten nur jeder Sechste bis Siebte.

„Klimawandel“

Wie sehr die Propaganda der Grünen, der NGOs und der stark grün angehauchten Massenmedien wirkt, zeigt sich an folgenden Zahlen. Befragt nach den wichtigen Probleme in Deutschland, wird der sogenannte „Klimawandel“ weiterhin am häufigsten genannt. Und 62 Prozent sagen, dass sie sich wegen diesem (sehr) große Sorgen machen, während 37 Prozent sich deswegen geringe oder keine Sorgen machen.

Auf die Frage, ob dieses Thema zu viel Raum oder zu wenig Raum einnehme, antworteten die Befragten wie folgt. Um Klimawandel geht es …

  • schon zu viel: 34 %
  • gerade richtig: 36 %
  • noch zu wenig: 29 %

Dabei sind es vor allem die Jüngeren, die meinen, das Thema sei sogar noch zu wenig präsent. Bei den Unter-30-Jährigen sind es nicht 29, sondern 46 Prozent. Und wo finden sich die meisten, die sagen, das Thema werde schon zu viel behandelt? Schauen wir uns die einzelnen Parteianhänger genauer an:

  1. AfD-Anhänger: 69 % (also mehr als doppelt so viele wie im Schnitt aller)
  2. FDP-Anhänger: 52 %
  3. CDU/CSU-Anhänger: 40 %
  4. LINKE-Anhänger: 33 %
  5. SPD-Anhänger: 29 %
  6. Grünen-Anhänger: 11 %

Thema Sicherheit

Wie sicher fühlen sich die Menschen in Deutschland in der Öffentlichkeit nach all den Gewaltverbrechen der letzten Wochen, Monate und Jahre? Das gaben die Befragen an: An öffentlichen Orten und Plätzen fühle ich mich …

  • (sehr/eher) sicher: 80 %
  • (sehr/eher) unsicher: 18 %

Und wird genug getan für die öffentliche Sicherheit? So antworteten die Leute: Für Sicherheit an öffentlichen Orten und Plätzen wird bei uns …

  • zu wenig getan: 46 %
  • gerade richtig: 47 %
  • zu viel getan: 3 %

Deutliche Unterschiede im Sicherheitsgefühl gibt es dabei zwischen jung und alt. Zu wenig getan werde für die Sicherheit sagen in den Altersgruppen jeweils so viele:

  • über 60-Jährige: 54 %
  • 35 bis 59-Jährige: 44 %
  • bis 34 Jahre: 34 %

Thema „soziale Gerechtigkeit“

Wie nah große Teile der AfD-Anhänger dagegen in ökonomischen und sozialen Fragen an den linken Parteien dran sind (Stichwort: national-sozialistische Partei) zeigen dagegen wohl folgende Zahlen. Zu dem ganz und gar linken Thema „soziale Gerechtigkeit“ äußerten sich die repräsentativ Befragten wie folgt: Soziale Gerechtigkeit in Deutschland: Im Großen und Ganzen …

  • (sehr) gerecht: 40 %
  • (sehr) ungerecht: 58 %

Dabei verteilen sich die 58 Prozent, die Deutschland als „sozial (sehr) ungerecht“ empfinden, wie folgt auf die verschiedenen Parteianhänger:

  1. CDU/CSU: 36 %
  2. FDP: 47 %
  3. SPD: 56 %
  4. Grüne: 57 %
  5. Linke: 80 %
  6. AfD: 82 %

Wir sehen hier überdeutlich, dass die AfD-Anhänger in diesem Punkt, in dieser wichtigen Frage nicht nur näher an der SED-Nachfolgepartei, den Grünen und der SPD dran sind als an FDP und CDU/CSU, sondern dass jene sogar noch eine stärkeres Empfinden von „sozialer Ungerechtigkeit“ haben nicht nur als der linke Block insgesamt, sondern sogar noch stärker als die extremsten im linken Block. Dies dürfte ein klares Indiz dafür sein, dass die AfD auf dem Weg ist, sich zunehmend zu einer Partei der unteren Mittel- und der Unterschicht, wenn nicht zu einer national-sozialistischen Partei zu entwickeln.

Bewertung der zehn wichtigsten Politiker auf einer Skala von +5 bis −5

Nun zu den zehn wichtigsten Politikerinnen und Politikern in Deutschland. Nicht mehr dabei ist die ehemalige SPD-Vorsitzende Andrea Nahles. Neu dazu gestoßen ist dafür die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung („Was halten Sie von?“) liegt Angela Merkel weiterhin auf Platz eins.

  1. Angela Merkel (CDU): + 1,5
  2. Robert Habeck (Grüne): + 1,4
  3. Heiko Maas (SPD): + 1,0
  4. Olaf Scholz (SPD): + 0,8
  5. Jens Spahn (CDU): + 0,3
  6. Markus Söder (CSU): + 0,1
  7. Christian Lindner (FDP): + 0,1
  8. Ursula von der Leyen (CDU): − 0,3
  9. Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU): − 0,4
  10. Horst Seehofer (CSU): − 0,6

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer fällt damit nach zuletzt minus 0,1 im Juli nun sogar auf minus 0,4. Das ist ihr bisher schlechtester Wert überhaupt. Damit liegt sie ganz anders als ihre Vorgängerin Andrea Merkel auf dem vorletzten Platz.

Quelle: Jürgen Fritz

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