Deutschland ist verantwortlich für den Klimawandel

Jürgen Fritz21.01.2020Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Bereits 500 Millionen Tiere seien in Australien durch Buschfeuer getötet worden. Das sei „erschreckend“. Eine Hauptursache dafür sei „der Klimawandel“ und Deutschland sei für zwei Prozent „der Klimagase verantwortlich“. Das hieße: „auf unser Konto gehen bis zu 10 Millionen“ der toten Tiere. Das schreibt allen Ernstes Volker Quaschning, Ingenieurwissenschaftler und Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin. Dazu ein Kommentar.

Was läuft bei uns so grundlegend verkehrt, dass so jemand Professor an einer deutschen Hochschule werden kann, bzw. dass ein solcher so etwas von sich gibt?

Dieses Statement eines Ingenieurwissenschaftlers ist so haarsträubend, dass viele wohl anzweifeln werden, dass der oben genannte Herr dies wirklich von sich gegeben haben könnte. Darum hier der Beleg:

Quaschning

Quaschning hat das also tatsächlich geschrieben. Damit stellen sich gleich einige Fragen: Wie ist es möglich, dass so jemand Professor an einer Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) werden kann? Was ist hier so grundlegend schief gelaufen? Und was sagt das über unser Bildungswesen und unsere Hochschulen aus?

Wir sehen hier einen Mangel an Logik, Wissenschaftstheorie und/oder Ethik

Für mich zeigt das einmal mehr, dass in unserem Wissenschaftsbetrieb inzwischen etwas ganz grundlegend schief läuft. Meine These: Es fehlt die philosophische Grundlagenausbildung und zwar a) in Logik (folgerichtigem Denken), der Grundlage aller Wissenschaften, b) in Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, damit Wissenschaftleer überhaupt wissen, was sie eigentlich tun, wenn sie wissenschaftlich forschen, und wo die jeweiligen Grenzen ihrer Disziplin und überhaupt der wissenschaftlichen Methode liegen, und c) in Moralphilosophie (Ethik).

Ich plädiere seit langem dafür, dass überhaupt kein Student eine wissenschaftliche Hochschule mit einem Abschluss verlassen dürfte, der nicht in diesen Grundlagen der Wissenschaft – Logik und Erkenntnis-/Wissenschaftstheorie – und im ethischen Überbau fundierte Grundkenntnisse hat, die er in Klausuren nachweisen muss. Denn ansonsten laufen wir immer weiter Gefahr, Fachidioten – inzwischen wohl sogar in den Ingenieurwissenschaften ideologisch verblendete solche – auszubilden.

Merkt Quaschning gar nicht, welchen Unsinn er von sich gibt, dann hat er ein logisches Problem, oder weiß er es, dann hat er ein ethisch-moralisches Problem

Um auf den konkreten Fall zurückzukommen, bei Volker Quaschning stellt sich die Frage, was mit diesem Mann nicht stimmt. Kann es tatsächlich sein, dass er so elementare Schwächen hat im logischen Denken? Fast jeder halbwegs normale Handwerker wird sofort erkennen, wie schwachsinnig diese von Quaschning vorgetragene Argumentation ist, bei der es mir schwer fällt, diesen Ausdruck überhaupt zu benutzen, daher die Anführungszeichen. Kann es tatsächlich sein, dass ein deutscher Professor an einer technisch-wirtschaftlichen Hochschule nicht merkt, was die meisten Leute sofort erkennen, ohne je eine Uni betreten zu haben? Dann hätte Quaschning elementare Probleme mit dem folgerichtigen Denken, was meine obige These über den Pfad (a) bestätigen würde.

Ober aber Quaschning weiß, dass er völligen Unsinn von sich gibt, dann aber stellt sich die Frage: Warum macht er das? Und: Wieso hat er keine Hemmungen, so einen Blödsinn sogar noch öffentlich zu schreiben, wo es Tausende lesen können? Dies wäre gleichsam eine Bestätigung meiner These über den Pfad (c). Inwiefern? Das soll kurz erläutert werden.

Die Frage der moralischen Verwerflichkeit, wenn man andere derart manipulieren möchte

Aufgabe von Wissenschaft ist es, neues Wissen über die Welt zu generieren, also herauszufinden, was tatsächlich der Fall ist und wie Dinge gesetzesmäßig zusammenhängen. Darüber sollte die Gesellschaft selbstverständlich informiert werden, was in der Forschung herausgefunden wurde, was eine gewisse didaktischer Vermittlung bedarf, so dass auch Laien zumindest ein wenig erfassen können, was in der Wissenschaft erarbeitet und herausgefunden wurde. Das ist nicht ganz einfach, zumal die Wissenschaftler sich immer mehr spezialisieren und selbst immer mehr den Überblick sogar schon über ihre eigene Disziplin zu verlieren drohen, es für Laien natürlich noch viel schwieriger ist, das alles nachzuvollziehen.

Es ist aber nicht die Aufgabe von Wissenschaftlern, den Leuten vorzugeben, was sie zu tun haben, wie sie ihr Leben führen sollen, wie die Gesellschaft zu gestalten sei oder gar den Menschen Vorwürfe zu machen. Wer das tut, redet nicht als Wissenschaftler, sondern als Privatperson. Wer dann aber als Wissenschaftler, der als Privatperson Unsinn redet, dabei solch elementare Logikfehler begeht, bei dem stellt sich die Frage der moralischen Verwerflichkeit, denn offensichtlich sollen hier Menschen manipuliert werden, was gegen ihre Menschenwürde (Selbstbestimmung) verstößt. Macht er das Ganze auch noch auf so dümmliche Weise, wie hier geschehen, so lässt dies den Schluss zu, dass derjenige, der so agiert, seine Mitmenschen für völlig blöde hält und sie auch so behandelt. All das zeugt von schwerwiegenden moralischen Defiziten. Und dies wäre, wie gesagt, eine Bestätigung meiner These über Pfad (c).

Wer ist dieser Mann?

Volker Quaschning vertritt übrigens die Auffassung, dass die Energieversorgung für eine Begrenzung der globalen Erwärmung, die er katastrophenartig an die Wand malt, schnellstmöglich vollständig durch erneuerbare Energien gedeckt werden muss. Man könnte ihn also als Erneuerbare-Energien-Fanatiker bezeichnen. Er schlägt ferner ein Verbot von Öl- und Gasheizungen vor sowie wärmegeführten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, außerdem das Ende von Neuzulassungen von Benzin- und Dieselautos bis 2025 und plädiert für einen vollständigen Kohleausstieg, der bis spätestens 2030 abgeschlossen sein soll.

Unter anderem mit Gregor Hagedorn vom Naturkundemuseum Berlin initiierte Volker Quaschning die Scientists for Future-Bewegung, eine Vereinigung von Wissenschaftlern, welche die Fridays-for-Future-Bewegung unterstützt und sich für mehr Klimaschutz einsetzt. Was es mit dieser Bewegung auf sich hat, habe ich hier etwas näher beleuchtet: Fridays for Future: Wer in Wahrheit dahinter steckt.

Insgesamt wirkt der Herr fast mehr als ein Ideologe denn ein Wissenschaftler. Mit solchen Statements wie eingangs zitiert blamiert er im Grunde die gesamte Zunft der Wissenschaft und ist alles andere als ein Aushängeschild für unabhängige, wahrhaftige, integere Forschung.

Quelle: Jürgen Fritz

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