Bezahlter Widerstand

von Jonathan Cook20.01.2013Medien

Paywalls beschneiden Leser in ihren Rechten. So etwas mögen Menschen nicht. Nur wenn ihnen zusätzliche Angebote gemacht werden, reagieren sie nicht mit Ablehnung oder Widerstand.

Viele Leser reagierten enttäuscht, als die „New York Times“ im März 2011 begann, ihre Inhalte mit einer Bezahlschranke zu versperren. 15 Jahre lang hatte die Zeitung ihr Qualitätsangebot kostenlos ins Netz gestellt. Doch weil die Einnahmen sanken, wurden die Leser zur Kasse gebeten. Zuerst waren noch 20 Artikel pro Monat frei zugänglich, irgendwann nur noch zehn. So eine Veränderung tut weh – vor allem wenn sie zwischen 195 und 455 Dollar im Jahr kostet. Die Paywall wurde heftig kritisiert; kaum installiert, wurde bereits über ihr baldiges Ende spekuliert.

Eineinhalb Jahre später wird die Geschichte anders erzählt. Ein Kommentator von „Fox News“ schwärmt, der Erfolg des Bezahlmodells übertreffe seine „wildesten Träume“. Die „Huffington Post“ schreibt: „ein erstaunlicher Erfolg“. Plötzlich sprießen Pläne für Bezahlschranken überall in den USA, Kanada und Europa aus der Erde – mit freudigen Verweisen auf den Erfolg aus New York. Können Bezahlschranken die Branche retten?

Die Menschen reagieren mit Widerstand

Mehrere Faktoren lassen mit Blick auf die „NYT“ hoffen. Ganz offensichtlich gibt es die Zeitung noch, ganz offensichtlich auch mit oder trotz Paywall. Die Zahlen aus dem letzten Quartal 2012 zeigen zudem, dass die Auflage im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Zumindest ein Teil davon ist auf die digitalen Abonnements zurückzuführen.

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