Beschränkte Haltbarkeit

Johannes Hoppe21.01.2010Gesellschaft & Kultur, Medien

Beziehungen mit großem Altersunterschied zwischen den Partnern glücken nur selten. Entwicklungsunterschiede können nicht gelöst werden. Nur Akzeptanz hilft, die Klippen einer solchen Beziehung zu umschiffen.

Natürlich fallen Beziehungsprobleme aufgrund differenzierter Persönlichkeitsstrukturen sehr individuell und unterschiedlich aus. Ein großer Altersunterschied zwischen zwei Partnern, ganz gleich ob die Frau oder der Mann der Ältere ist, kann beispielsweise in der aktiven Freizeitgestaltung sehr deutlich werden, ebenso in der Einordnung und Wertung des Weltgeschehens. Und das kann alle Lebensbereiche durchziehen. Menschen machen unterschiedliche Entwicklungsphasen durch. Jedem ist bewusst und klar, dass Säuglinge, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Generationen in dem jeweiligen Stadium unterschiedliche Aufgaben und auch Themen zu bewältigen haben. Jeder Altersabschnitt hat seine ganz eignen Aufgaben und Inhalte. Ich liebe meine 30 Jahre ältere Mutter auch, jedoch auf andere Weise, als ich meine Partnerin oder meine Kinder liebe.

Sie möchte Ruhe, er endlich wieder in die Disco

20 oder 30 Jahre Entwicklungsunterschied spiegeln sich im Ausdruck der Begegnung wider: Sie, wenn älter, möchte beispielsweise Ruhe nach dem anstrengenden Tag, und er möchte endlich einmal wieder in die Disco. Er möchte vielleicht noch Vater werden, und die Frau kann nicht mehr gebären. Entwicklungsunterschiede können nicht gelöst werden. Wenn eine enorme Akzeptanz der jeweiligen Persönlichkeit besteht und kontinuierlich an der Beziehung gearbeitet wird sowie eine positive und realistische Einstellung zum “Älterwerden” vorhanden ist, kann eine derartige Beziehung glücken, aber das wird sehr selten geschehen. Zu ausgeprägten Problemen kommt es in aller Regel mit dem fortschreitenden Alter. Stellen wir uns vor: Eine Frau mit 52 Jahren geht eine Partnerschaft mit einem 31-jährigen Mann ein, beide sehr attraktiv und aktuell spielt das Alter keine so große Rolle. Wie aber sieht es in zehn oder 20 Jahren aus? Sie ist 72 Jahre, kränklich und gealtert, was ja verhindert werden sollte, er ist 52 Jahre, fühlt sich deutlich jünger und gleichaltrige Frauen werden interessant.

Neue Konzeptionen

Das heißt, wie erfüllend und glücklich die Liebe zwischen einer älteren Frau und einem jüngeren Mann ist, kann nur eine Frage der Dauer sein. Kurzfristig, fünf bis zehn Jahre, kann das alles sehr gut gehen. Diese Partnerschaften werden sicher sehr glückliche und sehr erfüllende Momente haben, wie andere Partnerschaften auch. Jedoch wird es keine dauerhafte glückliche, gleichberechtigte Partnerschaft geben können. Wenn sie zusammenbleiben werden, wird es zu neuen Konzeptionen kommen müssen. Zugeständnisse werden gegeben, die unter gleichaltrigen Partnern in dieser Dimension nicht notwendig sind. Wie eingangs bereits erwähnt, es macht keinen Unterschied, wer der beiden Partner älter oder jünger ist, es ist ein komplexes Geschehen zwischen den Generationen, unabhängig davon, wie die Gesellschaft das beurteilt. Menschen befinden nun einmal je nach Alter in unterschiedlichen Entwicklungsphasen, die sich auf allen Ebenen abzeichnen: also körperlich und geistig und eben auch emotional und psychisch. Die jeweilige Differenz kann die Liebe oder die Übereinkunft, eine Partnerschaft zu führen, nicht ausgleichen, sie können sich arrangieren, wie es in einem Mehrgenerationenhaushalt auch stattfindet.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Terror von Links wird nicht bekämpft

Nach den linksterroristischen Ausschreitungen an Silvester war Leipzig-Connewitz in aller Munde und vor allem in den Schlagzeilen. Dabei ging nicht nur unter, dass es bundesweit Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte gegeben hat, sondern dass auch die Thomaskirche in Leipzig d

Warum bleibt die FDP so schwach?

Zu Beginn des Jahres 2020 wird in der Innenpolitik heftig über das Werben von CSU-Chef Markus Söder für einen Umbau der Bundesregierung debattiert. Über die verhaltene Reaktion der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Und über die Forderung des neuen SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borj

Die USA praktizieren den Terror

US-Präsident Trump will keinen Frieden im Nahen Osten, sondern Krieg. Aber selbst in deutschen Medien wird die gezielte Tötung des iranischen Generals Soleimani mit dem Kampf gegen den Terror gerechtfertigt. Eine besonders dreiste Lüge.

„Kosten- und Programm-Exzesse der öffentlich-rechtlichen Sender spalten die Gesellschaft“

Die konservative Basisbewegung innerhalb der CDU/CSU setzt sich dafür ein, die Finanzierung und Programmgestaltung der öffentlich-rechtlichen Sender wieder auf deren Kernaufgaben zurückzuführen.

Frau Merkel, treten Sie endlich zurück

Vera Lengsfeld hat einen offenen Brief an die Kanzlerin geschrieben. Und bemerkt: "Alle Fehler ihrer Kanzlerschaft aufzuzählen würde den Rahmen dieser Ansprache sprengen. Deshalb seien nur die verheerendsten genannt." Welche es sind, lesen Sie hier.

Die Bundesregierung muss Donald Trump die Gefolgschaft verweigern

Dritter Tag im neuen Jahrzehnt und ein Krieg mit gigantischen Folgen droht. Die US-Morde an dem Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden Qassem Soleimani und dem Vizekommandeur der irakischen Volksmobilmachungskräfte (PMF) Abu Mahdi al-Muhandis sollen offenbar einen US-Krieg gegen den Iran vom Zaun

Mobile Sliding Menu