Kommt jetzt das SUV-Verbot?

von Jörg Hubert Meuthen10.09.2019Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Am vergangenen Freitag ereignete sich in Berlin ein furchtbarer Verkehrsunfall: Ein hochpreisiges und gut motorisiertes Fahrzeug der sogenannten SUV-Kategorie – also Fahrzeuge, die eine Art Mischung aus Sportlimousine und Geländewagen sind – war in Berlin-Mitte aus bislang noch ungeklärter Ursache (dazu allerdings unten noch mehr) von der Fahrbahn abgekommen und hat auf einem Gehweg mehrere Fußgänger erfasst.

Wie die Politik einen schweren Verkehrsunfall instrumentalisiert

Vier Menschen, die zufällig zu dieser Zeit dort auf dem Gehweg unterwegs waren, fanden den Tod – darunter auch ein kleines Kind sowie dessen Großmutter. Entsetzlich.

Wie Millionen andere Menschen in Deutschland hat mich dieses Unglück sehr betroffen gemacht. Vor allem anderen möchte ich daher zunächst allen, die von diesem schweren Unfall in irgendeiner Form betroffen sind, mein von Herzen kommendes Mitgefühl aussprechen und für das, was vor diesen Menschen liegt, sehr viel Kraft wünschen.

Nun aber zur politischen Bewertung der Folgeerscheinungen. Allein die Tatsache, dass ein – wenn auch außerordentlich tragischer – Verkehrsunfall zu einem Politikum wird, zeigt, dass in unserem Land die Koordinaten ins Rutschen gekommen sind.

Zu einem Politikum wurde dieser Verkehrsunfall dadurch, dass einzelne Politiker, vor allem der sogenannten “Grünen”, sowie autohassende Lobbyorganisationen dieses tragische Ereignis nutzten, um Stimmung gegen die ihnen verhassten Fahrzeuge jener SUV-Kategorie zu machen.

Hier einige Auszüge der gesammelten grünen Entgleisungen:

——–

Oliver Krischer, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion der “Grünen”:

“Wir brauchen eine Obergrenze für große SUV in den Innenstädten.”

https://www.tagesspiegel.de/…/nach-unfall-in-…/24993570.html

Stephan von Dassel, “grüner” Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte:

“Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt.”

https://www.spiegel.de/…/berlin-unfall-mit-porsche-suv-krit…

Florian Schmidt, “grüner” Baustadtrat von Berlin-Friedrichshain:

“Doch dieser Unfall hat Symbolcharakter! Die SUV-Technik und -Marketingstrategie ist mitschuldig an einer Autokultur des Ich, Ich , Ich. Und davon motivierte, protzige Schnellfahrerei tötet. Lasst uns diese Wagen und viele mehr von den öffentlichen Räumen entfernen.”

https://twitter.com/f_schmidt_BB/status/1170310367001661441

——–

Ein “Unfall mit Symbolcharakter” also, verursacht durch “protzige Schnellfahrerei”. Dumm nur, dass die aktuellen Erkenntnisse so gar nicht zu dieser grünen Vorverurteilung passen wollen. Es verdichten sich nämlich die Hinweise auf einen epileptischen Anfall des Fahrers, wie die “Berliner Morgenpost” berichtet.

https://www.morgenpost.de/…/SUV-Unfall-in-Berlin-Porsche-Fa…

Dass hier tatsächlich etwas katastrophal schiefgegangen sein könnte im Leben des Fahrers, legt auch ein zufällig aufgenommenes Dashcam-Video nahe, das von n-tv ausgestrahlt wurde und welches die Sekunden unmittelbar vor dem Unfall zeigt – mache sich jeder selbst sein eigenes Bild.

https://www.n-tv.de/…/Dashcam-filmt-Horror-Unfall-von-SUV-i…

Die nächsten Tage werden sicherlich etwas mehr Klarheit hinsichtlich der Unfallursache bringen. Aber selbst wenn selbige in vollkommen unverantwortlicher Raserei bestehen sollte, handelt es sich bei diesem Horrorgeschehen mit vier toten Fußgängern nun fraglos um einen echten Einzelfall.

Wie aber kann es sein, dass ausgerechnet Vertreter derjenigen Partei, die beispielsweise in Fällen von Migrantenkriminalität stets und gebetsmühlenartig eine äußerst differenzierte Beurteilung der Sachverhalte einfordert und sich jeder Erkenntnis von Zusammenhängen verweigert, nun mit einem wahrlich tragischen Einzelfall Politik machen?

Dies ist so durchschaubar wie schändlich. Die linksgrünen Verbotsfanatiker schrecken mittlerweile nicht einmal mehr davor zurück, die tragischen Opfer eines Verkehrsunfalls für ihre freiheitsfeindlichen Zwecke zu missbrauchen.

Und wo es um linksgrüne Verbotsorgien geht, da darf die selbsternannte und sogenannte “Deutsche Umwelthilfe” nicht weit sein. Sie verkündete per Twitter:

“SUVs haben in unseren Städten nichts zu suchen! 4 Tote, darunter ein Kleinkind, sind die Bilanz eines schrecklichen Raser-Unfalls mit einem Porsche-SUV in Berlin. Und wenn es nach den Autokonzernen geht, soll mehr als jeder zweite Neuwagen ein SUV werden. Wir kämpfen dagegen an!”

https://twitter.com/Umwelthilfe/status/1170077222763401216

Ich frage mich, was diese Umwelthilfe und auch die “grünen” Verbotsfanatiker getwittert hätten, wenn dieser Unfall vom Fahrer eines ebenfalls sehr hochpreisigen, sehr hochmotorisierten (weit über 500 PS!) und hinsichtlich des Fahrzeuggewichts sogar über dem verunfallten Porsche liegenden Elektrofahrzeugs eines bekannten Herstellers (dessen Namen ich hier nicht nenne, den aber jeder kennt), verursacht worden wäre – würde dann jetzt ein Ruf nach dem Verbot von Elektrofahrzeugen erschallen?

Oder wenn ein Paketzusteller die Kontrolle über seinen Lieferwagen verloren hätte, würde es dann nun heißen, dass in Innenstädten keine Pakete mehr zugestellt werden dürfen?

Die Antworten auf beide Fragen kennen Sie, liebe Leser.

Wer also als Politiker in Anbetracht eines solchen echten Einzelfalls eine derartige, die Opfer missbrauchende Diskussion zur Durchsetzung seiner verbohrten Ideologie lostritt, im Gegenzug dafür aber bei mittlerweile unzähligen, sehr ähnlich gelagerten Kriminalitätsfällen die Augen vor dem inhaltlichen Zusammenhang verweigert, handelt nicht nur verantwortungslos, sondern macht sich lächerlich.

Quelle: Facebook

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