Boris Johnson hat einen historischen Sieg eingefahren

Jörg Hubert Meuthen13.12.2019Europa, Gesellschaft & Kultur, Medien

Seit dem 23. Juni 2016, also dem Tag der Abstimmung über den Brexit, erzählen uns ARD und ZDF sowie zahlreiche Print- und Onlinemedien, dass das damalige Abstimmungsergebnis reiner Zufall war, bestenfalls einer kurzfristigen Stimmung geschuldet, nur von alten weißen Männern getragen wurde und keineswegs repräsentativ sei für die nach wie vor überbordende EU-Begeisterung in Großbritannien.

Das waren jahrelange Fake News vom Feinsten, wie spätestens seit gestern Abend vollkommen klar ist: Boris Johnson hat nämlich mit seiner konservativen Partei, den Tories, einen historischen Sieg eingefahren, und er erreichte dies mit der klaren Botschaft: “Get Brexit done.”

Lasst uns den Brexit vollenden: Das, exakt das war die klare Botschaft dieser Wahl.

Im Vertrauen auf dieses Versprechen haben nun die Wähler den Tories den größten Sieg seit Margaret Thatcher 1987 ermöglicht. Auch wenn um diese frühe Stunde, zu der ich Ihnen diese Zeilen schreibe, das Endergebnis noch nicht feststeht, so lässt sich doch jetzt schon klar abschätzen, dass weit mehr als die Hälfte der Sitze an Boris Johnson und seine konservativen Mitstreiter für die britische Unabhängigkeit gefallen ist. Merry Brexmas, Boris!

Wie, so frage ich mich, wollen uns Marionetta & Co. das nun bitteschön erklären? De facto war es das von vielen Brexit-Gegnern geforderte zweite Referendum, und es hätte eindeutiger kaum ausfallen können.

Dementsprechend twitterte Boris Johnson seinen Dank an die Wähler wie folgt:

“We live in the greatest democracy in the world.”

Eine vorbildliche Demokratie, in der mit offenem Visier das Pro und Contra auch hochgradig strittiger Themen diskutiert werden kann, ohne dass die Bürger von linksgrünen Hypermoralisten per Moralkeule mundtot gemacht werden – das ist für viele Deutsche heute kaum mehr vorstellbar.

Ihren Beitrag zu dieser funktionierenden Demokratie hat mit Sicherheit auch die britische Medienlandschaft geleistet durch ein breites Meinungsbild, wie es bei Deutschlands zahlreichen Haltungsjournalisten geradezu verpönt ist.

Ganz besonders verpönt ist bei diesen Haltungsjournalisten (übrigens genau wie bei Merkel, von der Leyen und all ihren ergebenen Gefolgsleuten) jegliche Kritik am mittlerweile geradezu anmaßenden Zentralismus der EU. Der überragende Sieg von Boris Johnson ist nun ein Menetekel für genau diesen anmaßenden Zentralismus. Wenn von der Leyen den Wahnsinn so weiter macht wie sie ihn nun mit ihrem “European Green Deal” begonnen hat, dann werden in den nächsten Jahren weitere Steine aus der EU-Mauer herausbrechen.

Für diese zentralistische EU ist es also mittlerweile nicht fünf vor, sondern mindestens zehn nach zwölf. Sie muss erkennen, dass nur eine sinnvolle Kooperation souveräner Nationalstaaten auf Gebieten, wo dies wirklich Nutzen stiftet, die Zukunft sein kann. Das nun in Kürze auszuhandelnde Freihandelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien kann bei diesem dringend erforderlichen Erkenntnisprozess sehr hilfreich sein.

Quelle: Jörg-Hubert Meuthen Facebook

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