Politische Realitätsverweigerer in Sachen Migration

Jörg Hubert Meuthen11.02.2020Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Wie Sie alle wissen, versucht die SPD schon seit langem und derzeit sogar mit Hochdruck, eines ihrer letzten intellektuell fähigen Mitglieder loszuwerden – nämlich den ehemaligen Berliner Finanzsenator und Bundesbanker sowie heutigen Publizisten Thilo Sarrazin.

Den Sozis passen nämlich seine Bücher nicht, in denen er sich sachlich fundiert und genau deshalb hochgradig kritisch mit Masseneinwanderung insbesondere aus dem muslimischen Kulturkreis auseinandersetzt. Zuletzt versuchte man dies nun zu begründen mit Sarrazins aktuellem Buch “Feindliche Übernahme”.

Die SPD möchte auf die Fragen, die dieses Buch aufwirft, keine Antworten geben. Sie möchte nicht einmal mehr die Fragen hören.

Stattdessen möchte sie kritische Geister in ihren Reihen einfach durch Rauswurf mundtot machen, wie man nun am Beispiel Thilo Sarrazins sieht. Dieser erklärte jüngst in Bezug auf seinen geplanten Parteiausschluss:

„Der Versuch, mich wegen des Buches `Feindliche Übernahme` auszuschließen, zeigt, dass es um Gesinnung geht, aber nicht um Wahrheit. Die SPD-Führung sollte den Einstieg in die inhaltliche Debatte als Chance ansehen und nicht als Drohung.“

https://jungefreiheit.de/…/sarrazin-fordert-von-spd-inhalt…/

Und er fügte hinzu: Unterbleibe eine solche inhaltliche Debatte, dann drohe den Sozialdemokraten der Abstieg von einer Volkspartei zu einer Sekte.

Mit einer kleinen Korrektur möchte ich Herrn Sarrazin hier völlig Recht geben; die Korrektur lautet: Die SPD ist in weiten Teilen Deutschlands längst keine Volkspartei mehr, und das trotz ihrer geballten Medienmacht, abgesichert durch zahlreiche Medienbeteiligungen.

Auch Thilo Sarrazin sind natürlich die desaströsen Wahlergebnisse dieser Partei nicht entgangen. Er führt selbige darauf zurück, dass sich die Partei in den vergangenen Jahren programmatisch immer mehr verengt und vom Problembewusstsein breiter Schichten der Bevölkerung entfernt habe.

Genau so ist es. Wer dies immer noch nicht bemerkt hat oder schlicht nicht glauben kann, dem empfehle ich, sich mit einem deutlich weniger bekannten Fall als dem von Thilo Sarrazin zu beschäftigen, nämlich dem Parteiaustritt des langjährigen Essener SPD-Mitglieds Karl-Heinz Endruschat.

Der 68-Jährige ehemals überzeugte Sozialdemokrat, 37 Jahre als Sozialarbeiter und Bewährungshelfer tätig, im Jahr 2018 zum Vizevorsitzenden der Essener SPD gewählt und vom Parteivorstand beauftragt, Strategien für Zuwandererviertel zu entwickeln, gab nun vor wenigen Tagen sein Parteibuch zurück.

Hierzu äußerte er sich in einem Interview mit der “Welt” – ein Interview, das die gesamte Überflüssigkeit der SPD sowie ihr unglaubliches Demokratieverständnis deutlich werden lässt und Thilo Sarrazins Warnung massiv unterstreicht.

https://www.welt.de/…/Die-SPD-will-die-Schattenseiten-der-Z…

Entscheidend für seinen Austritt war für ihn nach eigener Aussage die vollständige Ignoranz der Parteiführung gegenüber den Erkenntnissen, die er mit seinen Kollegen erarbeitete, um die aus der Masseneinwanderung resultierenden Probleme zu bekämpfen.

So berichtet er unter anderem von einer Parteiveranstaltung mit jugendlichen Migranten, die von sich aus forderten – und zwar offenbar zum allgemeinen Entsetzen der anwesenden SPD-Oberen -, dass es mehr Deutsche in ihren Schulklassen geben müsste, denn ohne stärkere Durchmischung könne dort sonst niemand mehr richtig Deutsch lernen.

Diese jungen Migranten haben offensichtlich mehr Hirn als die beteiligten SPD-Politiker – sie haben nämlich erkannt, dass die entscheidende Mindestvoraussetzung für eine gelungene Integration selbstverständlich das einwandfreie Beherrschen der deutschen Sprache in Wort und Schrift ist. Was also taten die ignoranten Parteifreunde von Herrn Endruschat? Zitat:

“Die belehrten die Jugendlichen, sie sollten doch froh sein mit ihrem hohen Migrantenanteil.”

Genau solche Äußerungen sind es, die die SPD in Zukunft tatsächlich zu einer Art Sekte werden lassen – die Sekte der politischen Realitätsverweigerer. Dazu passt übrigens auch folgende Erkenntnis des Ex-SPDlers, die einen wahren Abgrund offenbart:

„Aber meine ehemaligen Parteifreunde sind fest überzeugt, die Wahrnehmung der Bevölkerungsmehrheit sei falsch, deshalb könne man keine Rücksicht auf sie nehmen.“

Keine Rücksicht auf die Bevölkerungsmehrheit nehmen, denn die Partei-Apparatschiks wissen besser, was für die Bürger gut und richtig ist – was für ein unglaubliches Demokratieverständnis der SPD heutiger Tage!

Dementsprechend lautet das Fazit von Herrn Endruschat für seinen Austritt:

“Zentral ist, dass die SPD in Essen, in NRW und im Bund kein Interesse hat, die Probleme rund um Zuwanderung auch nur anzuerkennen.”

Natürlich nicht, denn die SPD hat diese Probleme ja an vorderster Front mitverursacht. So etwas kann man natürlich nicht anerkennen – ERKENNEN kann man es gleichwohl, zumindest dann, wenn es das persönliche Lebensumfeld betrifft. Ich zitiere nochmals Herrn Endruschat:

“Ein führender Essener Sozialdemokrat, den ich nicht namentlich erwähnen möchte, ist inzwischen aus einem Stadtteil mit vielen Migranten in einen Stadtteil mit wenigen Migranten umgezogen. Das erleichtert ihm natürlich, seinem Es-gibt-keine-Probleme-Kurs treu zu bleiben.”

Aus dem zunehmend migrantisch geprägten Viertel wegziehen, um die Probleme nicht mehr täglich mitzubekommen – welch grandiose Problemlösungsstrategie.

Nur wird sie leider nicht für ganz Deutschland funktionieren, denn wir können nicht alle von Stadtteilen mit vielen kulturfremden Migranten in Stadtteile mit wenigen kulturfremden Migranten umziehen, unter anderem deshalb, weil es derlei Stadtteile bald nicht mehr geben wird, wenn die von Merkel und der SPD forcierte kulturfremde Masseneinwanderung in unser Sozialsystem ungebremst weitergeht.

 

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