Wulff verlängert das Bauchgefühl ins Bundespräsidialamt hinein. Alexander Kissler

Grandioses Misstrauensvotum gegen die CDU

Den Volksparteien kommt das Volk abhanden, kommentiert Jörg Hubert Meuthen nach der Landtagswahl in Hessen. Wer, wie die CDU, nicht in der Lage ist, die Führungsspitze zu wechseln, ergibt sich seinem Niedergang.

Ja, wir werden weiter wachsen. Langsam, aber stetig, und zwar genau in dem Ausmaß, wie die Bürger in ihrem täglichen Leben selbst erkennen, dass die Kartellparteien ihnen enorme Probleme in ihrem Alltag bereiten – von kulturfremder Masseneinwanderung in das Sozialsystem und die Kriminalitätsstatistik bis hin zu hirnverbrannten Dieselfahrverboten, die Millionen Bundesbürger faktisch enteignen, ohne irgendeinen spürbaren Fortschritt für die längst sehr saubere Luft in Deutschland zu bewirken.

Zurück nun Wahl in Hessen: Mit einem satt zweistelligen Ergebnis von 13,1% können wir nun also im hessischen Landtag ein gewichtiges Wörtchen im Sinne der Wähler mitreden. Das ist hocherfreulich.

Ein weiterer Grund zur Freude ist es, zu sehen, wie den sogenannten “Volksparteien” auch in Hessen das Volk abhanden kommt. Ein Minus von über 22 Prozentpunkten für CDU und SPD zusammen, das ist ein echtes politisches Erdbeben.

Ungefähr die Hälfte dieses Erdbebens geht auf das Konto der im freien Fall befindlichen SPD. Dennoch keine Spur von wirklicher Selbstkritik bei der SPD – in dieser Partei glaubt man nämlich nach wie vor, es liege nur ein Kommunikationsproblem vor. Nein, liebe Sozis, lasst Euch versichern: Es liegt KEIN Kommunikationsproblem vor, sondern ein Abgrund an inhaltlicher Torheit. Da man selbigen aber nicht sehen will, wird Euer Niedergang unaufhaltsam weitergehen.

Von selbigem profitieren leider die “Grünen”, wie ich hier bereits mehrfach geschrieben hatte. Ja, das ist ein Wermutstropfen, aber es sei erneut darauf hingewiesen, dass das linke Lager in Summe eben nicht gewinnt, sondern verliert. Schon in Bayern war es ein Minus von 0,9 Prozentpunkten für “Grüne”, SPD und Linke, und auch im traditionell häufig links wählenden Hessen ging es für diese Katastrophen-Kombination um 1,1 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Landtagswahl bergab. Gut so.

Der größere Teil aber des Erdbebens entfiel auf die CDU. Dennoch versuchte dieser Kanzlerwahlverein, sich das Desaster (vor 15 Jahren holte man noch die absolute Mehrheit in Hessen!) noch schönzureden; von einem “Stabilitätsfaktor” für Merkels Politik in Berlin war da beispielsweise die Rede.

Genau solch ein die Realität ignorierender Unsinn ist es, der den Bürgern mehr und mehr die Zornesröte ins Gesicht treibt. Ist es denn wirklich für die CDU so schwer, das Votum der Wähler zu begreifen?

Ist es denn wirklich für die CDU so schwer, den Verlust von 423.379 Wählern (das ist mehr als jeder dritte Wähler des Jahres 2013!) als das zu akzeptieren, was es ist, nämlich ein grandioses Misstrauensvotum gegen diese Kanzlerdarstellerin?

Ein interessanter, im ZDF gestern genannter Wert untermauert dies eindrucksvoll: Hielten im Jahr 2013 noch 70% der Wähler Angela Merkel für hilfreich im Wahlkampf der Hessen-CDU, waren es 2018 gerade einmal noch 13%. Eine Partei, die sich nicht einmal traut, eine solche Person von ihrer Spitze zu entfernen, ergibt sich in ihr Schicksal des unaufhaltsamen Niedergangs.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Alice Weidel, Jörg Hubert Meuthen, Rolf Bergmeier.

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