Mit Schildbürgerstreichen ist die AfD nicht zu stoppen!

Jörg Hubert Meuthen3.08.2018Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Mit Schildbürgerstreichen wird der “Spuk” der AfD leider nicht zu stoppen sein – im Gegenteil, je mehr Menschen in Bayern mitbekommen, was Sie da für einen Unsinn in Berlin treiben, umso eher könnte der Spuk mit Ihrer selbstherrlichen und über die Jahrzehnte sehr hochmütig gewordenen CSU vorbei sein, meint Jörg Meuthen.

Eine der wichtigsten Fähigkeiten eines Innenministers dürfte die realistische Lagebeurteilung sein. In Anbetracht einer aktuellen Interviewäußerung scheinen hier bei Horst Drehhofer doch Zweifel denkbar; gegenüber der FAZ sagte er nun nämlich das Folgende:

„Wenn wir auf diesem von mir geschilderten Weg in der Migrationspolitik weiter gehen – einschließlich einer Begrenzung der Zuwanderung -, dann ist der Spuk mit der AfD bald vorbei.“
Eine Aussage, die in ihrer Realitätsnähe ungefähr gleichzusetzen ist mit einer Einschätzung des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II.: “Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.”

Doch zurück zur Gegenwart. Drehhofers Aussage ist in dreierlei Hinsicht bemerkenswert.

Da ist zunächst einmal das Demokratieverständnis des Innenministers, der qua Amt – neben dem Justizminister – zugleich einer der beiden Verfassungsminister ist. Zur Erinnerung: Fast sechs Millionen Wähler haben vor einem dreiviertel Jahr unserer Bürgerpartei ihre Stimme gegeben, und legt man die aktuellen Umfragen zugrunde, sind mittlerweile nochmals weitere Millionen dazugekommen.

Das ist im übrigen ein ganz normaler demokratischer Prozess: Wenn sich mehr und mehr Bürger von den bisherigen Parteien nicht mehr ausreichend vertreten fühlen, dann kommt eben eine neue Partei – und zwar gegründet von genau jenen Bürgern, die sich von den bisherigen Parteien nicht mehr ausreichend vertreten fühlten. Ein enorm wichtiger Mechanismus einer jeden funktionsfähigen Demokratie – wo also ist genau das Problem?

Für Herrn Drehhofer ist das jedoch nicht nur ein Problem, sondern sogar ein “Spuk”. Halten wir also fest: Der deutsche Innenminister bezeichnet den von Millionen Deutschen unterstützten Oppositionsführer als “Spuk”. Möge sich jeder Wähler seine Gedanken hierzu machen.

Zum Zweiten ist es doch sehr bemerkenswert, dass mit jener Aussage die wahren Beweggründe des Herrn Drehhofer für seinen vor kurzem entfachten Sturm im Wasserglas deutlich werden: Es geht ihm bestenfalls in zweiter Hinsicht um unser Vaterland, im Vordergrund dagegen steht der Machterhalt für seine CSU in Bayern.

Deswegen möge, so Heißluft-Horsts heimliche Hoffnung, der Spuk namens AfD schnell aufhören – nicht dass langjährige CSU-Abgeordnete und deren Mitarbeiter sich nach der Bayernwahl auf einmal dem regulären Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen müssen.

Zum Dritten schließlich ist es schon erstaunlich, dass dieser Mann offenbar allen Ernstes glaubt, mit seiner lachhaften Symbolpolitik würde sich irgendetwas an den Problemen ändern.

Nur zur Erinnerung: Die geplanten Transitzentren werden aufgrund von Drehhofers Verhandlungsunfähigkeit aller Voraussicht nach nur für ca. drei bis vier Personen pro Tag relevant sein, während nach aktuellen Zahlen weitere 500 an diesen Transitzentren vorbei direkt ins deutsche Sozialsystem hineinmerkeln werden – pro Tag, wohlgemerkt.
Oder mit anderen Worten: Es wird sich gar nichts ändern. Wer will, kommt rein.

Die Krönung des ganzen Irrsinns sind übrigens die Verhandlungen, welche Herr Drehhofer derzeit mit Ländern wie Griechenland oder Italien führt hinsichtlich der Rücknahme von Asylbewerbern, die sich zu Unrecht in Deutschland aufhalten. Lauschen wir hierzu erneut unserem Heißluft-Horst:

“Die Erwartung [Anm.: dieser Länder wie Italien und Griechenland] ist, dass wir Flüchtlinge aus den Ländern aufnehmen, die uns Asylsuchende abnehmen.”

Wie bitte? Wir sollen Flüchtlinge aus denjenigen Ländern aufnehmen, die uns Asylsuchende abnehmen? Da der 1. April schon vorbei ist, scheint dies sein voller Ernst zu sein. Vielleicht sollte er als nächstes politisches Amt das des Bürgermeisters von Schilda bekleiden – dieser Schildbürgerstreich hört sich vielleicht nach einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Fluggesellschaften an, aber gewiss nicht nach einer Entlastung Deutschlands von illegaler Einwanderung.

Mit Schildbürgerstreichen, werter Herr Drehhofer, wird der “Spuk” der AfD leider nicht zu stoppen sein – im Gegenteil, je mehr Menschen in Bayern mitbekommen, was Sie da für einen Unsinn in Berlin treiben, umso eher könnte der Spuk mit Ihrer selbstherrlichen und über die Jahrzehnte sehr hochmütig gewordenen CSU vorbei sein – eine absolute Mehrheit wird dieser Heißluft-Verein dann nicht einmal mehr mit dem Fernglas sehen.

Und es könnte noch mit einem viel schlimmeren Spuk vorbei sein: Fährt die CSU nämlich ein vollkommen desaströses Wahlergebnis ein, das nochmals deutlich unter den schon sehr miserablen Prognosen heutiger Tage liegt, dann wird sie nicht umhin kommen, Merkel die weitere Gefolgschaft zu verweigern.

Das wäre dann der letzte Akt im Merkel-Drehhofer-Drama – und mit dem Schlussvorhang könnte auch die Herrschaft des Unrechts an den deutschen Grenzen zu Ende sein, die ausgerechnet jener Drehhofer seit Jahren beklagt, aber nichts dagegen tut: Selbige ist nämlich der eigentliche Spuk in Deutschland.

Quelle: “Facebookseite von Jörg Meuthen”:

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