Herr Özil - in der Deutschen Nationalelf waren Sie fehl am Platz

Jörg Hubert Meuthen24.07.2018Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

“Ihre mangelnde Identifikation mit Deutschland, Herr Özil, kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass Sie, soweit aus den TV-Bildern ersichtlich, der einzige deutsche Nationalspieler waren, der bei der WM in Russland unsere schöne Nationalhymne nicht mitgesungen hat”, meint Jörg Meuthen.

Lieber Mesut Özil,

Sie haben nun Ihren Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft erklärt, die seit einiger Zeit ohnehin nur noch als “Die Mannschaft” firmiert.

Diesen Rücktritt zelebrierten Sie geradezu mit einer dreiteiligen Dramaturgie auf Twitter; wortreich im Umfang, fremd in der Sprache (nämlich auf englisch – warum kommuniziert ein ehemaliger deutscher Nationalspieler eigentlich nicht auf deutsch?) und inhaltlich frei von jeglicher Selbstkritik.

Ja mehr noch: Sie gingen in die Offensive und warfen dem DFB – ausgerechnet dem DFB, der kaum Kosten und Mühen scheut, sich um Integration zu bemühen! – “Rassismus” vor.

Herr Özil, Sie irren sich. Nicht der DFB ist schuld an Ihrem Scheitern in der Nationalelf, auch nicht dessen Präsident Reinhard Grindel, sondern Sie selbst sind es.

Oder gab es irgendjemanden, der Sie gezwungen hätte, mit dem türkischen Präsidenten Erdogan kurz vor der Fußballweltmeisterschaft gemeinsam für ein Foto zu posieren, welches von vorneherein als Wahlkampfmaßnahme für Erdogan gedacht war? Warum hat ein Emre Can von einem solchen Treffen Abstand genommen, Sie aber nicht?

Welches Bild, glauben Sie, ergibt sich in der deutschen Öffentlichkeit durch eine solche – aktiv durch Sie geförderte! – Nähe zum türkischen Machthaber? Das Bild eines sich dem eigenen Land, also Deutschland, verpflichtet fühlenden Nationalspielers, der alles geben wird, sein Land bei der WM bestmöglich zu vertreten?

Oder ergibt sich nicht doch das Bild eines Fußballers, der zwar das deutsche Nationaltrikot trägt, im Herzen aber überwiegend Türke geblieben ist?

Verstehen Sie mich nicht falsch, Herr Özil: Es ist durchaus legitim für einen türkischstämmigen Menschen, sich überwiegend türkisch zu fühlen. Das ist Ihnen keinesfalls vorzuwerfen – nur sind Sie dann allerdings in jener Mannschaft fehl am Platze, die Deutschland voller Überzeugung repräsentieren soll.

Diese Mannschaft muss nämlich mit ungeteilter Loyalität zur eigenen Heimat im Stadion auflaufen. Ihre mangelnde Identifikation mit Deutschland, Herr Özil, kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass Sie, soweit aus den TV-Bildern ersichtlich, der einzige deutsche Nationalspieler waren, der bei der WM in Russland unsere schöne Nationalhymne nicht mitgesungen hat.

Es sind all diese Gesten, die den Menschen in Deutschland ein klares Bild vermittelt haben, das da lautet: Für Ihre Karriere, Herr Özil, ist der Status als deutscher Nationalspieler förderlich, Ihrem Herzen dagegen ist die Türkei näher. Glauben Sie mir: Fußballfans haben für so etwas ein ganz feines Gespür, und genau deswegen wurden Sie ausgepfiffen.

Mit Rassismus hat das nicht das Geringste zu tun, denn sonst hätten auch andere Nationalspieler mit Migrationshintergrund derlei Pfiffe über sich ergehen lassen müssen. Das war aber erkennbar nicht der Fall – oder haben Sie etwa gehört, dass beispielsweise ein Sami Khedira oder ein Jérôme Boateng ebenfalls derlei langanhaltende Unmutsbekundungen über sich ergehen lassen mussten?

Ihr Abgang aus der Nationalelf, werter Herr Özil, ist genauso formschwach wie Ihr sportlicher Auftritt während der gesamten WM. Es stünde Ihnen als Inhaber des – vielleicht etwas voreilig verliehenen – Bambi-Integrationspreises sehr gut zu Gesicht, in sich zu gehen und über eigene Fehler nachzudenken, anstatt nun via Twitter die beleidigte Leberwurst zu spielen.

Es grüßt Sie

Jörg Meuthen

Bundessprecher der Alternative für Deutschland

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Boyan Slat ist die bessere Greta Thunberg

Die Schwedin Greta Thunberg gilt als Klimaikone. Aber bei genauer Betrachtung ist die Klimakaiserin nackt! Der smarte Niederländer Boyan Slat hingegen ist weniger bekannt, aber Greta gegenüber mit seinem Klimapragmatismus weit voraus. Aber wer ist der junge Mann aus Delft? Und viel wichtiger: Waru

Kevin Kühnert wird der (über)nächste SPD-Vorsitzende

Ich wette, Kevin Kühnert wird den (noch nicht gewählten) SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und seine Partnerin Saskia Esken ablösen. Sie glauben das nicht? Immerhin hatte ich schon öffentlich eine Wette angeboten, dass die beiden bei der Stichwahl zum SPD-Vorsitz als Sieger hervorgehen,

Was bedeutet der Sieg von Walter-Borjans und Esken?

Der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken sind von der SPD-Basis zum neuen Duo an der Parteispitze gewählt worden. In der Stichwahl setzten sich die beiden Kandidaten klar mit 53,06 Prozent gegen den Vizekanzler Olaf Scholz

Besserverdienende sind deutlich zufriedener mit ihrem Sexleben als Geringverdiener

Besserverdienende sind deutlich zufriedener mit ihrem Sexleben als Geringverdiener, wie eine aktuelle Studie belegt

Winfried Kretschmann - Wir müssen die Disruption des öffentlichen Raums verhindern

Wie kann es uns gelingen, die fragmentierte Öffentlichkeit wieder zusammen zu führen? Wie können wir Brücken zwischen der ganzen Fülle unterschiedlichster Gruppen bauen? Müssen wir vielleicht den Ort erst schaffen, an dem ein gemeinsamer Diskurs wieder möglich wird?

Rentner zahlen sechsmal so viel Steuern wie Erben

Rentnerinnen und Rentner, die in diesem Jahr in Rente gehen, zahlen bis zu fünfmal mehr Steuern, als Rentnerinnen und Rentner, die 2010 in Rente gegangen sind. Und das bei gleicher Rentenhöhe, die seitdem real an Kaufkraft verloren hat. Dass die Finanzämter selbst bei einer Bruttorente von 1200 E

Mobile Sliding Menu