Eine gemeinsame Währung kann nicht gutgehen

Jörg Hubert Meuthen2.05.2018Europa, Medien, Politik, Wirtschaft

Eine gemeinsame Währung für einen höchst heterogenen Wirtschaftsraum, der sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, ja zum Teil sogar in unterschiedliche Richtungen entwickelt, kann grundsätzlich nicht gutgehen.

8c3f787fe5.jpeg

Nun ist es genau 20 Jahre her, dass Bundestag und Bundesrat die Abschaffung der D-Mark mit überwältigender Mehrheit beschlossen haben: CDU, CSU, FDP, Grüne und SPD stimmten fast geschlossen für dieses unverantwortliche Experiment.

Selbst bei einer Entscheidung mit einer solchen Tragweite taten sie dies, ohne das Volk zu fragen – wohlweislich, denn eine solche Abstimmung hätten die selbsternannten, eurotrunkenen “Eliten” niemals gewonnen.

Stattdessen streute man dem Volk Sand in die Augen: Beispielsweise wurde auf einem bekannten CDU-Wahlplakat die Frage gestellt, ob denn die Gefahr bestünde, dass die deutschen Bürger in der geplanten Währungsunion möglicherweise für die Schulden anderer Länder aufkommen müssten.

Zur Beantwortung dieser Frage zitiere ich aus jenem CDU-Wahlplakat von damals:

“Ein ganz klares Nein! Der Maastrichter Vertrag verbietet ausdrücklich, daß die Europäische Union oder die anderen EU-Partner für die Schulden eines Mitgliedstaates haften. Mit den Stabilitätskriterien des Vertrags und dem Stabilitätspakt wird von vornherein sichergestellt, daß die Nettoneuverschuldung auf unter 3% des Bruttoinlandsprodukts begrenzt wird. Die Euro-Teilnehmerstaaten werden daher auf Dauer ohne Probleme ihren Schuldendienst leisten können. Eine Überschuldung eines Euro-Teilnehmerstaates kann daher von vornherein ausgeschlossen werden.”

Viele wohlklingende Worte – und nichts dahinter, wie heute allgemein bekannt ist. Mehr muss man nicht wissen, um die finanzpolitische Kompetenz von CDU und CSU sowie ihre Vertrauenswürdigkeit gegenüber dem Wähler abschließend beurteilen zu können.

Fakt ist und bleibt: Eine gemeinsame Währung für einen höchst heterogenen Wirtschaftsraum, der sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, ja zum Teil sogar in unterschiedliche Richtungen entwickelt, kann grundsätzlich nicht gutgehen.

Dies aus dem einfachen Grund, dass ein vollkommen unspektakulärer, aber zum Ausgleich unterschiedlicher volkswirtschaftlicher Leistungsfähigkeiten zwingend erforderlicher Mechanismus nicht mehr verfügbar ist, nämlich der Wechselkurs.

Mag es für den Einzelnen auch bequem sein, im Urlaub kein Geld mehr in eine fremde Währung tauschen zu müssen, bezahlen wir Deutschen diese Bequemlichkeit mit einem viel zu hohen kollektiven Preis.

Dieser lautet: Übernahme monströser Haftungsrisiken, Transferzahlungen in Schuldenstaaten, eine den deutschen Sparer kalt enteignende Nullzinspolitik der EZB und nicht zuletzt fast tausend Milliarden hohe TARGET2-Salden, die letztlich eine Art Überziehungskredit Deutschlands gerade an die südlichen Euro-Länder darstellen – selbstverständlich unbesichert, wie könnte es in diesem Euro-System auch anders sein.

Zählt man diese Punkte zusammen, wird klar, warum der (am Median gemessen) durchschnittliche Deutsche weniger Vermögen hat als ein vergleichbarer Italiener oder Franzose. Ein Zustand, der die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der genannten Länder in keiner Weise widerspiegelt und somit vollkommen inakzeptabel ist.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Terror von Links wird nicht bekämpft

Nach den linksterroristischen Ausschreitungen an Silvester war Leipzig-Connewitz in aller Munde und vor allem in den Schlagzeilen. Dabei ging nicht nur unter, dass es bundesweit Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte gegeben hat, sondern dass auch die Thomaskirche in Leipzig d

Warum bleibt die FDP so schwach?

Zu Beginn des Jahres 2020 wird in der Innenpolitik heftig über das Werben von CSU-Chef Markus Söder für einen Umbau der Bundesregierung debattiert. Über die verhaltene Reaktion der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Und über die Forderung des neuen SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borj

Die USA praktizieren den Terror

US-Präsident Trump will keinen Frieden im Nahen Osten, sondern Krieg. Aber selbst in deutschen Medien wird die gezielte Tötung des iranischen Generals Soleimani mit dem Kampf gegen den Terror gerechtfertigt. Eine besonders dreiste Lüge.

„Kosten- und Programm-Exzesse der öffentlich-rechtlichen Sender spalten die Gesellschaft“

Die konservative Basisbewegung innerhalb der CDU/CSU setzt sich dafür ein, die Finanzierung und Programmgestaltung der öffentlich-rechtlichen Sender wieder auf deren Kernaufgaben zurückzuführen.

Die Bundesregierung muss Donald Trump die Gefolgschaft verweigern

Dritter Tag im neuen Jahrzehnt und ein Krieg mit gigantischen Folgen droht. Die US-Morde an dem Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden Qassem Soleimani und dem Vizekommandeur der irakischen Volksmobilmachungskräfte (PMF) Abu Mahdi al-Muhandis sollen offenbar einen US-Krieg gegen den Iran vom Zaun

Frau Merkel, treten Sie endlich zurück

Vera Lengsfeld hat einen offenen Brief an die Kanzlerin geschrieben. Und bemerkt: "Alle Fehler ihrer Kanzlerschaft aufzuzählen würde den Rahmen dieser Ansprache sprengen. Deshalb seien nur die verheerendsten genannt." Welche es sind, lesen Sie hier.

Mobile Sliding Menu