Dem Rauschen lauschen

von Jörg Friedrich4.11.2012Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Die plötzliche Entdeckung des Berliner Asyl-Protestcamps als mediales Thema zeigt vor allem eins: Empörung im Internet reicht nicht aus, um tatsächlich etwas zu bewegen. Das liegt an der Art der digitalen Vernetzung und Empörungskultur.

Auf welche Weise die Ereignisse auf der Straße, die herkömmliche mediale Öffentlichkeit und die politischen Aktivisten – welche sich vor allem in den sozialen Netzen des Internets organisieren – sich gegenseitig beeinflussen, wurde in den vergangenen Tagen durch die Ereignisse rund um ein paar Asylbewerber, die sich am Brandenburger Tor in Berlin versammelt hatten, eindrucksvoll demonstriert.

Doppelte Standards

Ein paar Handvoll Asylbewerber hatten sich im Oktober auf einen Fußmarsch in die Hauptstadt begeben, um auf die ihrer Ansicht nach unzumutbaren Bedingungen aufmerksam zu machen, unter denen sie während des Asylverfahrens in Deutschland zu leben hätten. In Berlin angekommen, wurden vor allem einige Aktivisten der Piratenpartei

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