Die PhysikerInnen

von Jörg Friedrich15.07.2012Gesellschaft & Kultur, Wissenschaft

Warum spielen Frauen in der Physik kaum eine Rolle? Warum gewinnen sie keine Nobelpreise? Eine Antwort findet sich an ungewohnter Stelle: in der Bibel.

Unter den 27 Nobelpreisträgern, die sich vorige Woche in Lindau trafen, war keine einzige Frau. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass etwa die einzigen beiden Frauen, die bisher einen Physik-Nobelpreis bekamen (Marie Curie 1903, Maria Goeppert-Mayer 1963) bereits verstorben sind. Besonders bedenklich ist, dass der Anteil der Frauen an den Preisträgern offenbar nicht steigt, obwohl man doch annehmen sollte, dass heute, da die Naturwissenschaften auch Frauen offenstehen, mehr von ihnen in die Spitzenforschung vorstoßen und somit auch mehr Frauen zu Preisträgern werden. Aber davon ist nichts zu sehen.

Urknall für die Männer, Halbleiter für die Frauen

Wo ist der Denkfehler? In der Tat ist der Anteil der Forscherinnen in der wissenschaftlichen Community in den letzten Jahrzehnten natürlich gestiegen. Das Gleiche gilt für den Anteil von Professorinnen, von Veröffentlichungen und Vorträgen von Wissenschaftlerinnen. Sie sind immer noch in einer Minderheit, aber ihr Anteil wächst. Nur bei den Preisträgern tauchen sie kaum auf. Die „FAZ“ äußerte vor ein paar Tagen die Vermutung, dass sich die Frauen beim Forschen einfach nicht für die großen, wichtigen Fragen interessieren würden, sondern stattdessen an Detailproblemen arbeiten. Nach dem Urknall und den Elementarteilchen fragen die Männer, während Frauen Halbleiter untersuchen oder die Sonnenoberfläche beobachten.

Die großen Fragen einer männlich-christlichen Religion

Hier wird man stutzig: Wer entscheidet eigentlich, was die großen, wichtigen Fragen sind? Was uns die Forscher vom Higgs-Teilchen erzählen, klingt gewichtig und gewaltig: Was die Welt im Innersten zusammenhält, was der Materie die Masse gibt, woher alles kommt, wie das Universum entstanden ist, um solche Dinge geht es, und wer sich solchen Fragen stellt, der kann auf die höchste Weihe durch die Verleihung der Nobelpreis-Würde hoffen. Das sind die Fragen einer männlich-christlichen Religion. Sie knüpfen an Schöpfungsgeschichten an, sie sollen diese ersetzen, nicht nur beseitigen, sondern an ihre Stelle treten. Nicht umsonst taucht, von wem auch immer forciert, das Wort „Gott“ im Zusammenhang mit dem CERN und dem Higgs so oft auf. Religiöse Fragen sind Männerfragen. Sie sollen dem Grundlegenden auf die Spur kommen, und daraus erhalten sie ihre vorgebliche Bedeutung. Das sind die letzten und höchsten Weisheiten, die in den abrahamitischen Religionen immer Männer verkünden – und in dieser Tradition steht die moderne Naturwissenschaft. Die Herrschaft alter Männer über die Entscheidung, welche Fragen „groß“ und „wichtig“ genannt werden, zeigt, dass sich die moderne Wissenschaft noch nicht von der Religion emanzipiert hat, dass sie im Gegenteil deren Fortsetzung mit anderen Mitteln ist.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die erstaunlichen Geschäfte der Greta Thunberg-Lobby

Greta Thunberg bricht mit einem Segelboot in die USA auf. Das globale Medienspektakel um die Klimaschützerin erreicht einen neuen Höhepunkt. Doch im Hintergrund ziehen Profis ihre PR-Strippen und machen erstaunliche Geschäfte.

"Ganz klar die Ausländerkriminalität."

Vor einigen Wochen stellte Friedrich Merz völlig zu Recht - aber natürlich auch völlig entsetzt - fest, dass sehr viele Polizisten und Soldaten mittlerweile Unterstützer der Alternative für Deutschland sind.

Unsere Positionen sind keineswegs AfD-nah

Gern unterstellen unsere Gegner der WerteUnion, unsere Positionen seien AfD-nah. Die Realität ist aber, dass die WerteUnion Positionen vertritt, die über Jahrzehnte unbestritten Positionen der CDU/CSU waren. Leider hat die alte Parteiführung diese Positionen in den letzten Jahren aber über Bord

Der Rest der Welt hält Deutschland für verblödet

Deutschland ist nur für kaum mehr als 1 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist, während China, der größte Emittent, vom Pariser Klimaschutzabkommen das Recht auf Steigerung seiner CO2-Emissionen eingeräumt bekommen hat. Die politisch herbeigeführte Verelendung der deutschen Bevölk

Fünf Gründe, die für die E-Mobilität sprechen

Die Absatzzahlen steigen sprunghaft. Die Batterietechnik meldet Durchbrüche. Die Produktion von E-Autos wird ab sofort in gewaltige Volumina vorstoßen. Branchenexperten sprechen vom „Take-off“ der E-Mobilität.

Warum Sie aus der Klimakirche austreten sollten

Es gibt in der Wissenschaft unterschiedliche Meinungen darüber, ob es eine allgemeine Klimaerwärmung gibt und welchen Anteil der Mensch daran hat. Diese unterschiedlichen Positionen werden von Politik und Systemmedien nicht offen diskutiert; vielmehr wird wahrheitswidrig behauptet, dass nur ein un

Mobile Sliding Menu