Mit TARGET2 macht sich Deutschland erpressbar

Joachim Starbatty22.11.2018Europa, Politik, Wirtschaft

TARGET2 Forderungen haben weder ein Fälligkeitsdatum noch sind sie nach oben hin gedeckelt. Während Deutschland Forderungen in Höhe von 907 Mrd. Euro verbucht, hat Italien Verbindlichkeiten in Höhe von 437 Mrd. Euro. Im Falle eines Austritts wäre Italien nach europäischem Recht nicht verpflichtet, die Verbindlichkeiten zu begleichen, so Joachim Starbatty.

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Deutschland und andere Länder mit hohen Forderungen im Europäischen Zahlungsverkehrssystem TARGET2 machen sich gegenüber Ländern mit hohen Verbindlichkeiten erpressbar, wie kürzlich eine Studie von Stefan Homburg zeigt (siehe unten).

TARGET2 Forderungen haben weder ein Fälligkeitsdatum noch sind sie nach oben hin gedeckelt. Während Deutschland Forderungen in Höhe von 907 Mrd. Euro verbucht, hat Italien Verbindlichkeiten in Höhe von 437 Mrd. Euro (stand Dezember 2017).

Im Falle eines Austritts wäre Italien nach europäischem Recht nicht verpflichtet, die Verbindlichkeiten zu begleichen. Sollte Deutschland jedoch erwägen aus der Eurozone auszutreten, ist es praktisch unmöglich, dass es für seine Forderungen voll kompensiert wird. Starke Mitglieder der Eurozone werden somit von einem Austritt aus dem Euro abgeschreckt, während schwache Mitglieder ermutigt werden. Dies schafft ungleiche Anreize, die Eurozone zu erhalten und stärkt ungemein die Verhandlungsposition schwacher “Eurozonen-Mitglieder”:http://diskussionspapiere.wiwi.uni-hannover.de/pdf_bib/dp-640.pdf?fbclid=IwAR0Farlv9AA1S8I7bPbycs6BOxU8DHhAJ4pdR6SGw0tEGU2H4S4uCe4FPsw.

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