Stilikone Osama bin Laden

von Jennifer Nathalie Pyka7.09.2012Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Nach dem 11. September 2001 ist Osama bin Laden insgeheim zu einer Ikone avanciert in Deutschland. Es wird Zeit, ihn auch offen als solche zu behandeln.

Zu den Feiertagen, die trotz fehlender gesetzlicher Verankerung von immenser Bedeutung sind, gehört zweifellos der 11. September. Während man den Tag hierzulande mit längst lieb gewonnen Ritualen – eine neue „So war es wirklich“-Theorie hier, ein paar „unbequeme Fragen“ dort – begeht, darf natürlich einer nicht fehlen: Osama bin Laden, hauptberuflich Familienvater, nebenbei engagierter Freiheitskämpfer und Bombenbastler der Herzen in deutschen Landen. Vor allem, seit er nicht mehr unter uns weilt. Sicher, eine gewisse Solidarität war schon damals zu spüren, als Osama im Gegensatz zu seinen 3.000 Todesopfern noch am Leben war und man sich hierzulande mit einem „Geschieht den Amis recht!“ auf den Lippen schadenfroh die Hände rieb. Aber nachdem der Terrorfürst im Mai vorigen Jahres ins Jenseits befördert wurde, war man dann völlig aus dem Häuschen.

Völkerrecht, Empörung und Solidarität mit einem Massenmörder

Zu Recht! Zumindest, wenn man sich ansieht, wie respektlos hier mit einem Menschen umgegangen wurde. „Kommt Osama bin Laden trotzdem ins Paradies, weil er als Märtyrer gestorben ist?“

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