Nichts Neues aus der Anstalt

von Jennifer Nathalie Pyka21.04.2012Außenpolitik, Innenpolitik, Medien

Öffentlich-rechtliches Fernsehen hängt in der Wiederholungsschleife. Alles war schon mal da, alles wird recyclet, und der Rest ist auch nicht übermäßig prickelnd. Dabei hätte gerade das Gebühren-Fernsehen die notwendigen Mittel, um mehr Risiko zu wagen.

Knapp ein halbes Jahrhundert ist es nun her, als Udo Jürgens sich beim Grand Prix Eurovision de la Chanson mit seinem Titel „Warum nur, warum?“ auf den fünften Platz klimperte. Mittlerweile ist es vergleichsweise ruhig um Udo geworden. Das herrlich pathetische „Warum nur?“ gibt hingegen immer noch den perfekten Soundtrack für kleine und große Tragödien des Alltags ab. Zum Beispiel, wenn man sich abends im Biotop der öffentlich-rechtlichen Anstalten verzappt und dort, konfrontiert mit „Inga Lindström“, „Musikantenstadl“ und „Pilawas Märchenquiz“, die Qual der Wahl hat. Alles schon mal gesehen, alles irgendwie gleich einschläfernd. Oder nein, natürlich beruhigend unspektakulär, gleichförmig und daher seriös. Und wer nach fünf Jahren Weltreise wieder in Deutschland strandet, der kann sich darauf verlassen, dass zumindest in der Anstalt alles beim Alten geblieben ist: Frank Plasberg wird immer noch hart aber fair sein, Pilawa nach wie vor quizzen und Christine Neubauer zuverlässig als Bäuerin/Vollweib/verlassene Ehefrau auf der Mattscheibe auftauchen. Aber: Warum nur, warum geht es nicht auch ein klitzekleines bisschen spannender, liebe Anstalten?

Oberstes Gebot: Recycling und Wiederholung

Gewiss, es ist sicher leichter, öffentlich-rechtliches Fernsehen zu kritisieren, als es zu produzieren. Da gibt es einen Auftrag, den es zu erfüllen, eine Quote, die es zu erreichen und eine Allgemeinheit, die es zu bedienen gilt. Freilich kann man es auch nicht jedem recht machen. Was den pensionierten Postbeamten aus Pinneberg vom Hocker reißt, begeistert weder die Bionade-Mutti aus Prenzlberg noch den BWL-Studenten aus Düsseldorf. Dass allerdings das gesamte Programm nur noch aus einzigem Déjà-vu besteht,

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