Keine WindrÀder in den Reinhardswald!

von Jan Eric MĂŒller-Zitzke7.09.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Seit einigen Jahren kĂ€mpfen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger um den Erhalt des nordhessischen Reinhardswaldes, der jĂŒngst mit dem PrĂ€dikat Naturpark ausgezeichnet wurde. Dass gerade WindrĂ€der diesen zerstören sollen und somit den Klimaschutz bedrohen, halten Jan Eric und Annette MĂŒller-Zitzke fĂŒr eine furchtbare Entwicklung und eine Gefahr fĂŒr die Natur.

Wir kĂ€mpfen – seit Jahren – verzweifelt um das MĂ€rchenland.

Wir – das sind die Menschen vor Ort, einfache BĂŒrgerinnen und BĂŒrger der Region, die ehrenamtlich, neben dem ganz normalen alltĂ€glichen Wahnsinn, Initiativen grĂŒnden, AktivitĂ€ten bĂŒndeln, sich immer wieder neu und in der Tiefe fachkundig machen, die Bevölkerung auf MarktstĂ€nden und ParkplĂ€tzen, in Kundgebungen und auf BĂŒrgerfesten, in DorfgemeinschaftshĂ€usern und Ratsversammlungen informieren, Demos organisieren, Planungstreffen abhalten, unzĂ€hlige Telefonate und GesprĂ€che fĂŒhren, oder spĂ€tabends schließlich am PC sitzen und Zeilen schreiben, so wie jetzt gerade.

Es ist ein energisches KĂ€mpfen um Fakten und Inhalte, um Vernunft und hoffentlich (!) um ein Einsehen der Entscheider in der hessischen Landespolitik, ein zĂ€hes Ringen um den Erhalt des nordhessischen Reinhardswaldes, jĂŒngst erst mit dem PrĂ€dikat Naturpark ausgezeichnet: der Reinhardswald ist Hessens grĂ¶ĂŸtes zusammenhĂ€ngendes Waldgebiet auf 23.000 Hektar, mit 18 NaturschutzrĂ€umen, mit großer Artenvielfalt in elf geschĂŒtzten Flora-Fauna-Habitaten und archĂ€ologisch einzigartiger Geschichte in Deutschland; es ist ein verzweifeltes Streiten um einen Wald, der wegen seines Artenreichtums auch Schatzhaus der europĂ€ischen WĂ€lder genannt wird; es ist ein besorgtes BeschĂŒtzen-Wollen hochsensiblen und – bis jetzt – weitgehend unzerschnittenen Lebensraumes, so wie es ihn in der Republik kaum mehr gibt.

Dabei könnte alles so wunderbar entspannt zugehen in unserer Heimat, dieser noch weitgehend unberĂŒhrten Natur des Oberwesertales. Denn hier zu leben, das ist fĂŒr Naturliebhaber und Ruhesuchende ein Traum, ein MĂ€rchen… die GebrĂŒder Grimm, die hier einst durchs Land zogen, scheinen nirgends weit weg zu sein. Die stille Naturlandschaft war wohl schon immer da, mit dem Urwald, mit Europas Ă€ltestem Tierpark und der Sababurg, auch bekannt als Dornröschenschloss. Das ganze Areal ist ein jahrhundertealtes Traumland, besonders im Augenblick, wenn unter blauem Himmel die BĂ€ume ihre jungen frischgrĂŒnen BlĂ€tter ausgetrieben haben und die majestĂ€tischen Rotmilane in elegantem Flug lautlos ĂŒber frische Äcker und blĂŒhende Wiesen entlang der WaldrĂ€nder streichen; aber auch im Herbst, wenn die Buchen sich flammend-golden fĂ€rben, knorrige Eichen Farbtupfer in warmem Braun dagegen setzen und morgens sanfter Nebel aufsteigt, wird jeder, der das noch sehen und empfinden kann, von der Schönheit dieser Landschaft verzaubert


Ansonsten
 haben wir hier nicht viel, in den strukturschwachen TĂ€lern der Nordspitze Nordhessens: ein wenig Infrastruktur, Straßen, die bei Reparatur zu weiten Umwegen zwingen; vereinzelt einen Bahnhof; einige Schulen und KindergĂ€rten, Ärzte, die gern hier arbeiten und leben; etwas Handel und ein wenig Wirtschaft, vor allem – natĂŒrlich – Land- und Forst-. Allerdings, funktionierende Dorfgemeinschaften kann man hier noch finden und zunehmend Besucher, die die Angebote des sanften Tourismus zu schĂ€tzen wissen: idyllische CampingplĂ€tze entlang des Flusses, vielbesucht von Ruderern und Kanuten; der berĂŒhmte Weserradweg; die vielen, verwunschenen Wanderwege, auf denen man ĂŒber Kilometer noch allein sein und nur dem Wald zuhören kann, um danach die vielseitige Gastronomie zu genießen und schließlich ganz zur Ruhe zu kommen in den charmanten, ruhig gelegenen Hotels, oft noch als Familienbetrieb gefĂŒhrt.

Ja, wir lieben unsere wunderschöne Heimat mit dem Fluss, mit den BachlĂ€ufen links und rechts der Weser, die aus den angrenzenden WiesentĂ€lern kommen und an denen man entlangspazieren und in die HöhenzĂŒge der weiten, alten LaubwĂ€lder vordringen kann.

Nun aber droht dieser Traum zu platzen, zu einem Alptraum zu werden! Denn: Windkraft – ein Thema, das die ganze Republik erfasst hat, senkt sich wie ein schwarzer Schatten hernieder auf unsere Region, auf unser ganzes Oberwesertal.

Mitten hinein, in dieses stille Naturerbe, sollen nach Plan und Willen der Hessischen Landesregierung, im Bunde mit Investoren und sonstigen Profiteuren, durchgewinkt per „Dienst nach Vorschrift“ von Behörden und begutachtenden Fachleuten, nun Hunderttausende Quadratmeter WaldflĂ€chen zerstört und vierzig große Windkraftwerke in den Boden gerammt werden.

Ausgerechnet die gigantischen Schwachwindanlagen mĂŒssen es hier sein – die neuesten, höchsten, um noch jedes LĂŒftchen mitzunehmen, denn die prognostizierten Windgeschwindigkeiten liegen an der unteren Grenze sinnvoller Windnutzung: Jede Anlage soll eine Höhe von 245 (in Worten: zweihundertundfĂŒnfundvierzig) Metern haben!

Diese Wind-Großkraftwerke vernichten das malerische, sanfthĂŒgelige Landschaftsbild, denn keiner kann mehr darĂŒber hinwegsehen. Von der nahen Oberweser aus betrachtet ergeben sich GebĂ€udehöhen aus der Klasse der höchsten Wolkenkratzer der Erde – gleich vierzigmal und mehr.
Ihr Rotordurchmesser kann bis zu 150 Metern betragen. Man stelle sich einfach einen der TĂŒrme des Kölner Doms vor – so einer wĂŒrde sich in seiner gesamten Höhe vor Ihnen im Kreis drehen. Was das fĂŒr uns und unseren stillen Wald bedeutet? Es wĂ€re reiner Horror.

Wo vorher ruhiges Waldleben war, jetzt Kahlschlag – unfassbar riesige, aufgerissene, gerodete FlĂ€chen, IndustriewĂŒste in einer GrĂ¶ĂŸe von insgesamt mehr als 60 Fußballfeldern – gigantische Baustellen. Wo vorher Stille war, jetzt Schwerlasttransporte ohne Ende – 6.000 Fahrten insgesamt, tĂ€glich ein und aus, ein und aus, ein und aus
 durch den Wald, aber auch durch viele unserer kleinen, umliegenden Orte, ĂŒber Monate und Monate. Der LĂ€rm: unertrĂ€glich – dazu irreparable Bodenverdichtungen auf eigens dafĂŒr in die wehrlose Natur hinein geschlagenen, ĂŒber 10 Meter breiten Pisten. Doch das ist nur der Anfang
 jedes Windrad, das sind: bis zu 40 Betonpfeiler, die, falls fĂŒr die Statik nötig, gnadenlos 15 Meter hinein in die uralten, weichen Sandsteinformationen und die wertvollen, trinkwasserfĂŒhrenden Schichten hineingetrieben werden; dann ein mindestens 5 Meter tiefes, 20 Meter breites Fundament, hergestellt jeweils aus 3.400 Tonnen Schotter und Stahlbeton; darauf der Turm, 170 Meter hoch, weitere 3.000 Tonnen schwer. Und hoch oben der dreiflĂŒgelige Rotor


Die WindflĂŒgel jeder einzelnen Anlage ĂŒberstreichen eine FlĂ€che, so groß wie die Arena eines Bundesligastadions. Wenn vierzig solcher Anlagen in dieser Höhe quasi den Luftraum des Waldareals sperren, werden sie zu einer tödlichen Gefahr fĂŒr alles, was fliegt. Denn Wildvögel kennen keine Flugverbote. Und hier fliegt viel – vor allem das, was als besonders schĂŒtzenswert gilt – wie etwa der Rotmilan, Deutschlands heimlicher Wappenvogel, und der seltene Schwarzstorch. Auch Falke, Bussard, Schwarzer Milan und viele Arten mehr sind hier im MĂ€rchenland zuhause; nicht zu vergessen Hunderte von Kranichen, die in ihren typischen Formationen ĂŒber den WeserhĂ€ngen den Beginn und das Ende jeden Winters anzeigen; steht demnĂ€chst auf Zughöhe eine Kette kreisender Großwindanlagen im Weg, dann ist der Vogelschlag vorprogrammiert. Auch die geschĂŒtzten Fledermausarten im Reinhardswald sind betroffen: denn ganz ohne direkte BerĂŒhrung töten deutsche Windenergieanlagen Hunderttausende von FledermĂ€usen jedes Jahr – lassen deren kleine Lungen im Unterdruck platzen.

Und wie wird es fĂŒr uns sein, wenn die gigantischen RotorblĂ€tter fĂŒr jene lautlosen Schwingungen sorgen, die durch Mark und Bein gehen? Wellenförmige, unhörbare Emissionen, deren StĂ€rke – und gesundheitlich gefĂ€hrdendes Potenzial – nach neuesten Untersuchungen bisher wohl weit unterschĂ€tzt worden sind: aufgrund ihrer extremen Ausgangshöhe werden diese ErschĂŒtterungen ĂŒber Kilometer hinweg bis weit in alle SeitentĂ€ler hinein dringen. Dieser sogenannte Infraschall wird, wie Studien bisher zeigen, bei etwa einem Drittel der ortsansĂ€ssigen Bevölkerung zu gesundheitlichen Belastungen fĂŒhren, deren Tragweite eben erst international (u.a. USA, DĂ€nemark) vertieft erforscht wird. Die ersten, bereits bekannt gewordenen Ergebnisse gleich mehrerer großer Studien sind alarmierend und stellen u.a. klare KausalbezĂŒge zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen her (nĂ€here Informationen dazu halten die deutschen „Ärzte fĂŒr Immissionsschutz – kurz: AEFIS – bereit, denen neuerdings immerhin verstĂ€rkte mediale Aufmerksamkeit geschenkt wird).

Ach ja – dann ist da ja auch noch der hörbare LĂ€rm – je nach Windrichtung mehr oder weniger ausgeprĂ€gt. Betroffene in Windparkzonen beschreiben ihn wie „einen Hubschrauber, der einfach nicht wegfliegt“, stunden-, tagelang, auch nachts. Wann immer der Wind weht.

Dieses völlig absurde, katastrophale Vorhaben mitten in einem der schönsten Naturwaldgebiete Deutschlands – es wird nachdrĂŒcklich erwĂŒnscht und vorangetrieben von der hessischen, schwarz-grĂŒnen Landesregierung, konkret vertreten durch den MinisterprĂ€sidenten Volker Bouffier (CDU), den Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir (GrĂŒne) und die Umwelt(!)-Ministerin Prisca Hinz (ebenfalls GrĂŒne). Immer noch teilweise flankiert von lauter Medienpropaganda und zahlreichen Willenlosen, die ihr FĂ€hnchen stets in den Wind halten, stĂ€rken die Wiesbadener Politstrategen hier vor Ort den WindkraftfunktionĂ€ren den RĂŒcken, auf dass sie den heillosen Waldzerstörungsplan in die Tat umsetzen möchten, immer ĂŒberzogen von jener jedes Hinterfragen unterbindenden, allgegenwĂ€rtigen BegriffsoberflĂ€che, die da heißt „Energiewende“ , die nun missbraucht wird, um alles Hinterfragen und allen Protest mĂŒhelos mit Totschlag-Argumenten zu neutralisieren und auch noch die fragwĂŒrdigsten AnschlĂ€ge auf unsere Umwelt zu sanktionieren – selbst eine solche Zerstörung.

Diese exekutiv voranzutreiben ist den politisch Verantwortlichen ein Leichtes. Denn wĂ€hrend das Kasseler RegierungsprĂ€sidium als verlĂ€ngerter Arm der Staatskanzlei den Weg fĂŒr den Teilregionalplan Energie Nordhessen freigemacht hat, gehört der Reinhardswald, wie so viele Waldgebiete in Hessen, dem Land selbst, ist Staatswald! Wie praktisch: die hohen fĂŒnfstelligen Pachteinnahmen pro Windanlage und Jahr fließen ĂŒber die dem Umweltministerium unterstellte Hessenforst damit direkt dem Land zu, wĂ€hrend sich das Vorhaben gleichzeitig jedem Gemeinderatsbeschluss, jedem BĂŒrgerbegehren entzieht. Wir stellen fest: Hier fehlt eine gesunde „Gewaltenteilung“.

Mancher mag sich an die Schilder auf den WaldwanderparkplĂ€tzen erinnern, auf denen geschrieben stand: „Bitte beunruhigen Sie das Wild nicht – bleiben Sie auf den Wegen!“ Und jetzt das? Wir fragen: was ist den Deutschen ihr Wald noch wert, wenn er als wertvoller COÂČ-Speicher demnĂ€chst angeblich fĂŒr den Klimaschutz im Sinne eines nachweislich bereits jetzt gescheiterten Planes zur Klimarettung geschreddert, zerschnitten und zerstört wird? Denn es gilt festzuhalten: Der deutsche COÂČ-Ausstoß stagniert schon jahrelang bei ca. 900 Millionen Tonnen – trotz der inzwischen fast 30.000 WEAs in der Republik!

Dagegen fordert GREENPEACE inzwischen eine Waldwende – und berechnet detailliert in der aktuellen BroschĂŒre „Wenn WĂ€lder wieder wachsen – Eine Waldvision fĂŒr Klima, Mensch und Natur“, wie außerordentlich bedeutsam der Wert des Waldes in Deutschland fĂŒr den Klimaschutz ist und wie dieser durch ökologische Bewirtschaftung sogar noch vermehrt und fĂŒr das Erreichen der deutschen Klimaziele zu einem wesentlichen Baustein werden kann. Prof. Dr. Ernst Ulrich von WeizsĂ€cker bezieht im Vorwort zu dieser bemerkenswerten Schrift wie folgt Stellung: „Durch eine ökologische Waldbewirtschaftung könnten die WĂ€lder in Deutschland allein in ihrer lebenden Biomasse fast dreimal mehr Kohlenstoff binden als bei konventioneller Forstwirtschaft. Dabei könnten die WĂ€lder gleichzeitig wieder naturnĂ€her werden, eine bedeutsame Voraussetzung fĂŒr den Erhalt der natĂŒrlichen Artenvielfalt und die Umsetzung internationaler Abkommen. Dies setzt natĂŒrlich einen weitaus verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Holz sowie eine erhöhte RessourcenproduktivitĂ€t voraus. Die Waldvision Deutschland zeigt fĂŒr den Bereich der Forstwirtschaft in Deutschland, „was wir Ă€ndern mĂŒssen, wenn wir bleiben wollen“. (
) Ein Neuanfang auch bei der Bewirtschaftung unserer WĂ€lder ist nicht nur nötig, sondern auch möglich – in diesem Sinne: Packen wir es an!“

Oder umgekehrt: Lassen wir die Windkraft im Wald endlich sein – denn im Gegensatz zu sinnvoller, ökologischer Waldwirtschaft lehnen nach einer Umfrage der Deutschen Wildtierstiftung 80 Prozent der Deutschen Windkraft im Wald ab. Politikerinnen und Politiker: Hört, was die Menschen Euch sagen, und das nicht erst seit gestern!

Was uns ĂŒbrigens in diesem Zusammenhang neben allem anderen wirklich Ă€rgert, das ist, dass sich keiner der etablierten Bundes- oder Landespolitiker hier auch nur ein einziges Mal zu ernsthafter Auseinandersetzung vor Ort hat blicken lassen, um sich mit dem massiven Widerstand auseinander zu setzen (und 32.000 Stellungnahmen aus Nordhessen zum Teilregionalplan Energie, davon 15.000 allein aus dem Oberwesertal gegen die WindkraftflĂ€chen im Reinhardswald – das kann man wohl Widerstand nennen)!

Doch hat uns nicht der hessische MinisterprĂ€sident Volker Bouffier in einem Brief vom 10. August 2017 ausdrĂŒcklich versichert: „Die Hessische Landesregierung ist sich bewusst, dass insbesondere der Ausbau der Windkraft teilweise auch BefĂŒrchtungen auslöst. Diese Sorgen nehmen wir sehr ernst und bieten mit dem BĂŒrgerforum Energieland Hessen konkrete, auf die individuelle Situation zugeschnittene professionelle Informations- und Mediationsangebote an“ ?

Na, das ist doch mal was: Informationen benötigen wir hier wohl weniger – aber Ihr Angebot zu konkreter, individueller, professioneller und – nur so entspricht es ihrem Wesen – ergebnisoffener Mediation – das ist ein Wort! Und so, lieber Herr MinisterprĂ€sident, teilen wir Ihnen auf diesem Wege schon einmal mit, dass wir Ihr Angebot gern annehmen!

Konkreter: aus unserer Sicht spricht alles dafĂŒr, dass hier, am Ende einer Vermittlungsrunde, die endgĂŒltige Entscheidung ĂŒber den Bau der WindrĂ€der basisdemokratisch gefasst werden könnte
 und den Ausgang eines solchen Referendums könnten wir wohl vorhersagen: er wĂ€re eine klare Absage an diese nach Gutsherrenart ĂŒber Umweltressourcen verfĂŒgende schwarz-grĂŒne „Umwelt“- Politik in Hessen, gegen die wir, wie deutlich geworden sein dĂŒrfte, mit so vielen Anderen schon so lange Jahre erbittert ankĂ€mpfen.

Die Hessenwahl 2018 rĂŒckt nĂ€her. Der landesweite Protest gegen die Bebauung von Waldgebieten mit Windkraftwerken findet mittlerweile Eingang in Wahlprogramme, denn auch anderswo hat man erkannt: all die windkraftkritischen BĂŒrgerinitiativen in Hessen (ebenso wie ĂŒber 1.000 Initiativen bundesweit) sind nur die Spitze des Eisberges – sie reprĂ€sentieren sehr viele Menschen – und damit auch sehr viele WĂ€hler und WĂ€hlerinnen, deren massiver Protest bisher noch viel zu wenig zur Kenntnis genommen wurde.

Vielleicht liegt das auch daran, dass die Energiewende erzeugungstechnisch vor allem auf dem Land stattfindet (Ă€hnlich Ă€ußerte sich GrĂŒnen-Chef Robert Habeck vor einigen Monaten in einer Talkshow!) – und damit auch außer Sichtweite energiehungriger StĂ€dte(r)


Wen wundert es also, dass sich viele „Landeier“ angesichts erlebter Arroganz und Ignoranz ihrer berechtigten Interessen am Erhalt ihrer Lebensgrundlagen von den etablierten Parteien und ihren VertreterInnen im Stich gelassen fĂŒhlen – und in ihrer EnttĂ€uschung den Protestparteien zustreben? Wir können nur warnen und sehen darin eine immense Gefahr!

Die einzige Lösung: Hören Sie in den politischen Entscheidergremien im fernen Wiesbaden den Menschen hier am Reinhardswald (wie auch anderswo auf dem Land) endlich zu – und zwar ganz genau! Sonst kann die kommende Landtagswahl leicht zur Abrechnung werden fĂŒr das, was in Puncto Energiepolitik so alles schief lief und lĂ€uft im Hessenlande.

Derart weitreichende, unĂŒberlegte und zudem unnötige Zerstörungen sind aus unserer Sicht, auch im Sinne der Klimaziele, weder klug noch zielfĂŒhrend, sondern schlicht unverantwortlich.

Wir fordern einen besonderen, ausdrĂŒcklichen Schutz der besonderen WaldrĂ€ume, fĂŒr die der Reinhardswald ein gutes Beispiel ist, verankert in einem novellierten hessischen Waldgesetz, das WindrĂ€der in alten StaatswĂ€ldern verbietet, Ă€hnlich der jetzigen Gesetzeslage im Saarland!

Auch wenn wir manchmal am Rande unserer KrĂ€fte sind: Wir werden weiter kĂ€mpfen fĂŒr den Erhalt unserer wunderschönen Naturlandschaft, damit auch fĂŒr andere schĂŒtzenswerte Waldregionen in ganz Hessen; wir werden weiter kĂ€mpfen fĂŒr echten Klimaschutz und fĂŒr umfassenden Artenschutz.

Solange wir können, werden wir kĂ€mpfen fĂŒr den Erhalt einer lebenswerten Umwelt.

Denn: tun wir das nicht, verlieren wir alle in diesem Land mit unseren letzten, weitgehend unberĂŒhrten NaturrĂ€umen weit mehr, als ein paar Megawattstunden vermeintlich „grĂŒner“ Strom je wettmachen könnten.

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