Abnabelung und Neubeginn

von Ilse Görlach9.05.2010Gesellschaft & Kultur

Die FĂŒrsorge einer guten Mutter stirbt nie. Egal, ob das Kind wie im vorliegenden Fall schon 33 Jahre alt ist. MĂŒtter, schreibt Ilse Görlach, empfinden den Abnabelungsprozess ihrer Söhne als Rebellion und MajestĂ€tsbeleidigung. Wenn sie lernen, ihn hinzunehmen, legen sie damit den Grundstein fĂŒr ein lebenslanges vertrauensvolles VerhĂ€ltnis.

Eine Mutter ist mit ihren liebevollen Gedanken immer bei ihren Kindern, ob sie nun klein oder groß sind. Ich glaube, dass fĂŒr jede Mutter auch das erwachsene Kind immer Gegenstand von Sorge und FĂŒrsorge bleibt. Das wird nicht immer goutiert, denn diese mĂŒtterliche Sorge wurde, lassen Sie mich nicht lĂŒgen, von meinem Sohn schon fĂŒr ĂŒberflĂŒssig gehalten, als er acht war. FĂŒr MĂŒtter, denke ich, ist die Abnabelung der Söhne immer schwierig. Meiner hĂ€tte sich damit gern lĂ€nger Zeit lassen können. Aber: Er muss auch heute noch ertragen, dass ich ihn auch frage, ob die AnzĂŒge gereinigt oder die Hemden ordentlich gebĂŒgelt sind. Das gehört fĂŒr mich dazu. Als er ein zweimonatiges Praktikum in New York gemacht hat, haben wir jeden Morgen telefoniert. Ich war, aufgrund der Zeitverschiebung, sein Wecker. Da war dann die FĂŒrsorge auf einmal wieder o.k. Wir haben aber auch jeden Morgen noch eine Weile gesprochen, sodass ich wusste, dass bei ihm alles in Ordnung ist und er auch auf dem Laufenden war, was zu Hause gerade passiert.

Eltern sind Erzieher, nicht beste Freunde

Wir telefonieren auch heute noch mindestens einmal die Woche. Denn auf die Abnabelung folgt die Neu-Anbindung. NatĂŒrlich habe ich den Auszug von Alexander nach dem Abitur betrauert, aber ein 19-JĂ€hriger will einfach raus und die Welt entdecken und nicht zu Hause bei den Eltern versauern. FĂŒr meinen Mann und mich hat dann auch ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Ich mĂŒsste lĂŒgen, wenn ich sagte, dass das Leben ohne Kinder im Haus keine neue, andere QualitĂ€t hĂ€tte. So wie Alexander in seiner Studentenbude keine RĂŒcksicht mehr auf uns nehmen musste, mussten wir das zu Hause auch nicht mehr. Eltern sind nicht die besten Freunde ihrer Kinder, sondern ihre Erzieher. Das ist – fĂŒr beide Seiten – nicht immer vergnĂŒgungssteuerpflichtig. Den Status als Ratgeber und geschĂ€tzter GesprĂ€chspartner muss man sich als Mutter und Vater erwerben und verdienen, wenn die Kinder ihren Weg anfangen selbst zu gehen. Wir sind froh, ein solches VerhĂ€ltnis mit unserem Sohn zu haben.

Was Gebasteltes? Sehr sĂŒĂŸ!

Der Muttertag ist, als Alexander noch klein war, etwas Besonderes gewesen, denn sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule hat er dann etwas fĂŒr mich gebastelt oder geschrieben. Sehr sĂŒĂŸ. Heute genĂŒgt schon ein Anruf. Ich freue mich, wenn wir Kontakt haben, denn seit er dieses Magazin hat, ist er immer beschĂ€ftigt und unterwegs und die gemeinsamen Momente sind rar geworden. Wenn ich wissen will, an was er gerade denkt oder woran er arbeitet, muss ich seine Kolumne lesen. DemnĂ€chst fahren wir nach Berlin. Da sind wir dann fĂŒr einige Tage zusammen. Darauf freue ich mich sehr. Er kann mir dann ja, nachtrĂ€glich sozusagen, einen Blumenstrauß ĂŒberreichen.

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