Entwicklerpotenzial

von Ijad Madisch11.10.2011Innenpolitik, Wirtschaft

Bislang kamen aus Berlin zahlreiche Kopien amerikanischer Geschäftsmodelle. Langsam werden Unternehmer aber mutiger und fördern echte Innovationen – die Politik sollte ihnen dabei helfen.

Berlin hat eine Menge Potenzial, zu einem deutschen Silicon Valley zu werden. Am auffälligsten ist das in Unterhaltungen mit Amerikanern: Wenn man sie bittet, für die Arbeit umzuziehen, dann sind sie zunächst skeptisch – Erwähne ich jedoch Berlin, dann zeigt sich schnell eine Bereitschaft für diesen Standort.

Von der Kopie zum Original

Die Gründe dafür sind vielfältig: Die Stadt ist international, es wird viel Englisch gesprochen und die kulturelle Vielfalt ist eine kreatives Plus. Bei einem gang durch Berlin fühlt man sich mittlerweile vor lauter Fremdsprachen, als sei man im Ausland – Fachkräfte lockt so etwas an. Die Gründerszene der Stadt muss sich aber noch weiter wandeln. Bislang hatten wir hier vor allem sogenannte „Copy Cats“ – Nachahmungen erfolgreicher Modelle aus dem Ausland. Das liegt auch daran, dass die Gründer hier oftmals Geschäftsleute sind, die ein bestehendes Geschäftsmodell sehen und dessen Erfolg nachzuahmen versuchen. Prinzipiell ist das in Ordnung, denn auch die erfolgreiche Kopie ist eine Kunst. Aus echter Innovation kann man ein Geschäftsmodell schneidern, aber auch aus Kopien, die zunächst ein existierendes Geschäftsmodell übernehmen, entsteht zwangsläufig Innovation. Man kann auch mit einer kopierten Idee kaum stehenbleiben – somit ist sie gewissermaßen die Basis für weitere Schritte. Doch in den USA kommen die meisten Gründer aus einer gewissen Fachrichtung, sehen daher in einer Nische Bedarf und wollen dieses Problem mit einer Neugründung aus der Welt schaffen. Diese Einstellung brauchen wir auch in Deutschland, denn nicht zuletzt verbessert das die Stimmung im Unternehmen. Wenn Mitarbeiter den Eindruck haben, etwas Neues zu erschaffen und nicht bloß ein Geschäftsmodell zu übernehmen, dann fördert das nicht nur die Motivation sondern schlussendlich auch die Innovation. In Deutschland geht es damit allerdings erst los: Viele Gründer haben durch Kopien das Know-How und die Mittel erworben, mit denen sie jetzt beginnen, eigene Projekte zu schaffen. Auf die eigene Arbeit und das Produkt stolz zu sein ist dabei ein wichtiger Faktor. Klar ist auch, das perfekte Startup muss für den dauerhaften Erfolg auf jeden Fall Idee und Innovation damit verbinden, dass die Leute, die in der Firma arbeiten das Gefühl haben, wirklich ein Teil des Ganzen zu sein. Wir machen das beispielsweise, indem wir Optionen an festen Mitarbeiter vergeben, und ihnen somit ein Teil der Firma gehört.

Weniger Bürokratie, mehr Fachkräfte

Wie kann man Berlin also stärker machen? Zunächst muss es leichter sein, Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen. Momentan dauert es teils Monate, bevor man für einen Top-Entwickler aus Russland oder den arabischen Ländern überhaupt ein Visum bekommt, von Arbeitserlaubnissen ganz zu schweigen. Gerade Fachkräfte benötigen wir jedoch für unseren dauerhaften Erfolg, und aus dem Ausland werden oft gute Ideen mitgebracht. Innerhalb von Deutschland muss sich Berlin zudem gegen Hamburg und München durchsetzten. Das ist ein klassisches Henne-Ei Problem: Wenn gute Start-Ups vorhanden sind, dann folgen die guten Entwickler und damit neue Gründungen. In Berlin gibt es eine gute Basis von beidem, was einen echten Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Standorten in Deutschland darstellt. Daher ist er vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Berlin der Ort ist, wo man etwas mit Web machen will.

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