Ein weiterer Kampf der digitalen Supermächte

von Ibrahim Evsan29.07.2010Gesellschaft & Kultur, Medien

Apple hat sich in den letzten fünf Jahren mächtige Marktgegner ausgesucht: Google und Amazon. Mit seinen stylischen Endprodukten und dem geschlossenen Verkaufssystem iTunes hat das Unternehmen von Steve Jobs eine einzigartige Erfolgsgeschichte hingelegt, die jetzt in einem iShop münden könnte.

Wenn man den Werdegang von Apple als innovatives Unternehmen und als Logistikdienstleister betrachtet, fällt sofort auf, dass Apples Logistik erst in den letzten fünf Jahren zu den Standards gefunden hat, die der Markt und die Verbraucher erwarten. Noch vor wenigen Jahren wartete man auf sein Apple-Produkt viele Wochen, nicht wegen der knapp kalkulierten Auflagen, sondern aufgrund mangelhafter Logistik.

Apps organisieren mittlerweile das Leben von Millionen von Menschen

Amazon dagegen hat es auf vorbildliche Art und Weise geschafft, seine Kunden mit seinem eigenen Angebot, seinem Anbieternetz und seiner Versandlogistik zu “verzaubern”. Auf faszinierende Weise schaffte es der Amazon-Shop vor fünf bis sechs Jahren noch, dass ich massenhaft CDs und DVDs bei dem neuen Großhändler kaufte, der ja eigentlich der größte Buchhändler der Welt war; eine Wandlung vom Buchhändler zum realen Großhandelsunternehmen für Unterhaltungselektronik und -medien. Der iPod war dann Apples erstes Produkt, das den ganzen Unterhaltungsmarkt aufrollen sollte. Mit iTunes bekam Apple die Rolle eines Musik- und Videogroßhändlers. Der Erfolg des iPhones beruhte nicht in erster Linie darauf, dass man besonders gut telefonieren konnte, sondern auf den Apps und dem App-Store. Apps organisieren mittlerweile das Leben von Millionen von Menschen. Das iPad ist ein Tablet-Computer und ein eBook-Reader. Doch in erster Linie ist es der Beweis, dass Apple sich nicht nur mit Google, sondern auch noch mit Amazon in deren Kerngeschäften anlegt: bei Google die Werbung, bei Amazon der digitale Buchmarkt.

iShop ist das “one more thing”

Google und Amazon erreichen ihre Kunden über das Internet, ein relativ offenes Medium. Apple erreicht seine Kunden über iTunes, ein geschlossenes System, aber Apple hat es verstanden, Endprodukte zu schaffen, die die Nutzer an seinen Shop, sein “eigenes kleines Internet” binden. Apple hat es verstanden, Produkte zu entwickeln, die man in sein Leben einbindet. iShop ist das “one more thing”, von dem Steve Jobs bis jetzt noch nicht gesprochen hat. Denn iShop kann auf der Basis der iPod-, iPhone- und iPad-Nutzer das Shopsystem der Zukunft werden, eben weil es auch gleich die Endgeräte zur Verfügung stellt, um die Produkte zu bewerben, zu verkaufen und die Zahlungen abzuwickeln. Man hat den ganzen “one-click-Shop” als Apple-Kunde immer bei sich; bequemer geht es nicht mehr. Dann hätte sich der Handel im Internet virtualisiert unter der Dachmarke Apple und somit hat Apple einen neuen großen Gegner: Amazon.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Frau Weidel: Was hat es zu bedeuten, dass ich per Google nur Schweigen der AfD zu dieser Frage vorfinde?

Nach dem Attentat in Halle hat Boris Palmer (Die Grünen) an Alice Weidel (AfD) einen Offenen Brief geschrieben und fragt: "Wäre es nicht notwendig, dass Sie zu dieser Tatsache eine politische Bewertung abgeben? Wie stehen Sie dazu, dass Rassismus und Antisemitismus in Deutschland wieder zu Morden

Der Islam und das linke Weltbild sollen mit allen Mitteln geschützt werden

Montag am frühen Abend im hessischen Limburg: Ein großer LKW steht vor der roten Ampel. Plötzlich reißt ein Mann (ca. 30 Jahre, Vollbart) die Fahrertür auf, starrt den LKW-Führer mit weit geöffneten Augen an. Dann zerrt er ihn mit Gewalt aus seinem Fahrzeug, setzt sich selbst rein und fährt

Beim Kampf gegen Rechts sind dem ZDF alle Mittel recht

Schmierenkomödie beim ZDF. Im Kampf gegen Rechts hatte der Sender Monika Lazar als gewöhnliche Kundin in Szene gesetzt. Sie sollte den Beweis dafür liefern, dass Kunden des Leipziger Bio-Supermarkts hinter der Entscheidung von Biomare-Geschäftsführer und Grünen-Mitglied Malte Reupert stünden,

Fünf Gründe warum die Linkspartei an Geltungskraft verliert

Einst regierte die LINKE den Osten unisono und war als Kümmererpartei allgegenwärtig. Der deutsche Osten der Puls und die Partei seine Herzkammer. Doch die Windrichtung hat sich geändert, die Herzen auch: Die LINKE ist im Abschwung und verliert an Atem, ihr droht der Infarkt, wenn nicht gleich de

Erdogan will die Tore bis Wien öffnen

Trumps wilder Rückzug aus Syrien macht Erdogan den Weg frei für seinen historischen Masterplan: Ein Eroberungsfeldzug zur Wiederherstellung des Osmanischen Reiches. Nicht nur die Kurden sind in Gefahr. Auch Europa droht gewaltiges Ungemach.

„Das Volk gegen seine Vertreter“ lautet Johnsons Devise

Der Mann hat keine Skrupel. Er agiert in einem bemerkenswert polemischen Wahlkampfmodus. Da wird das Florett der Rhetorik beiseitegelegt und zum rostigen Beil gegriffen. Boris Ziel sind Neuwahlen, weil er hofft, dass ihm die Wähler Recht geben und sich gegen ihre Vertreter im Unterhaus wenden werde

Mobile Sliding Menu