Facebook wird das Betriebssystem des Netzes

von Ibrahim Evsan14.04.2010Gesellschaft & Kultur, Medien

Wo sind die Promis im Web? Wo die interessantesten Menschen? Sie findet man bei Facebook, der Plattform, die mehr als alle anderen Social Networks besondere Persönlichkeiten zusammenbringt.

Ich habe immer gedacht, dass die Communities relevant sind. Aber sie sind es gar nicht mehr. Es sind vielmehr die Freundesgruppen. Dabei ist es unerheblich, ob ich die Freunde wirklich live kenne oder nicht. Die neue Entwicklung geht dahin, dass wir uns auf “Personal Communities” hinbewegen. Diese neuen Communities entwickeln sich um Personen herum, man könnte die Mitglieder einer solchen Gruppe auch Follower nennen. Der im Moment aussichtsreichste Kandidat als weltweite Plattform für diese aggregierten Personal Communities ist eindeutig Facebook. Facebook übernimmt immer mehr die Rolle des “Betriebssystems” des Netzes. Die Zuwachszahlen dieses Social Networks sind ungebrochen enorm, das liegt nicht zuletzt daran, dass immer mehr interessante Features dazukommen. Man kann immer mehr mit Facebook anfangen, daher kann ich mir vorstellen, dass es solche Fangruppen-Seiten in Zukunft für Menschen gibt und nicht mehr nur für Produkte und Firmen.

Es werden Mikro- und Makro-Netzwerke entstehen

Klar gibt es das schon im Moment, es ist aber nicht allgemein bekannt. Und die neue Entwicklung der Personal Communities geht ja einen Schritt weiter, es werden Mikro- und Makro-Netzwerke um einzelne, besonders angesehene Persönlichkeiten herum entstehen, die privat wie beruflich genutzt werden. Die Follower werden sich um diese Leute scharen, aber auch die besonderen Persönlichkeiten selber werden sich untereinander wiederum viel leichter vernetzen können, weil die Interessen und vor allem die Fähigkeiten einzelner Leute viel besser im Netz zur Geltung kommen. Außerdem denke ich, dass eine ganz neue politische Ebene entsteht, wenn die Möglichkeiten des Internets und seine Nutzung weiter so wachsen. Das könnte dahin führen, dass Leute in der Politik, die sonst in der Außenwirkung nicht so viel Macht und Kraft haben und die bisher nicht die breiten Darstellungsformen des Internets nutzen, dann im Internet ganz andere Möglichkeiten haben, ihre Ideen umzusetzen und sich darzustellen.

Das Follower-Prinzip als neue Form des viralen Marketings

Durch das Follower-Prinzip können sie immer mehr Menschen an sich binden. Das wird eine neue Form des viralen Marketings sein und wird zusammen mit dem, was man sonst schon alles tun kann, auch die politische Landschaft in der Zukunft verändern. Ich denke, wir reden hier nicht von ein, zwei Jahren, wir reden hier von fünf Jahren. Aber das müssen wir im Auge behalten.

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