Fleischlose Lust

Lars Hollerbach1.07.2010Gesellschaft & Kultur

Ein Jahr lang duschen, 250 km Auto fahren und 20 Tage lang Licht brennen lassen – diese Werte entsprechen der Produktion von nur einem Kilo Rindfleisch. Wen das noch nicht überzeugt, der denkt vielleicht mal an die Tierquälerei in der Massenzucht und daran, dass Fleischverzicht das Risiko von Herzerkrankungen deutlich minimiert.

Für die meisten Menschen ist Grillen und das Essen unter freiem Himmel der gesellige Höhepunkt des Wochenendes. Für die Tiere jedoch, die in Form von Bratwurst und Steak auf dem Grill landen, ist es der traurige Endpunkt eines langen Leidensweges. Allein in Deutschland sterben jährlich etwa zwei Milliarden Tiere, um auf dem Speiseteller zu landen. Zuvor leiden sie ihr Leben lang in viel zu kleinen, dunklen Ställen der Massentierhaltung, werden routinemäßig ohne Betäubung verstümmelt und oftmals noch bei vollem Bewusstsein getötet. Dass dies nicht sein muss, beweisen etwa acht Prozent der Bundesbürger, die sich fleischfrei ernähren. Entsprechend groß ist mittlerweile auch die Auswahl an veganem Grillgut. Auf der Basis von pflanzlichem Eiweiß werden Alternativprodukte hergestellt, für die kein einziges Tier leiden und sterben musste. Diese Produkte werden zum Beispiel aus Tofu (Soja) oder Seitan (Weizen) hergestellt und ähneln in Form und Geschmack den Fleischprodukten verblüffend. Es gibt sie als Schnitzel, Steak, Brat- und Grillwürstchen; sie können wie Fleisch direkt auf den Grill gelegt, geräuchert oder mariniert werden. Schon viele Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass der gewünschte Geschmack nicht durch das Fleisch selbst, sondern durch die Gewürze und die Zubereitungsart entsteht.

Vegane Ernährung wird für jedes Lebensalter empfohlen

Eine rein pflanzliche Ernährung ist nicht nur abwechslungsreich und lecker, sie ist auch die gesündeste und klimafreundlichste Lebensweise: Veganer sind weniger anfällig für Herzerkrankungen, Krebs und Schlaganfälle, die häufigsten Todesursachen in Deutschland und anderen westlichen Ländern. Nach den Aussagen von Dr. Colin Campbell, dem Leiter des bekannten “China Projektes” an der Cornell University, können bis zu 90 Prozent aller Krebserkrankungen und Herzkreislauferkrankungen bis ins hohe Alter vermieden werden, indem man sich schlicht und einfach rein pflanzlich ernährt. So wird die vegane Ernährung auch von der American Dietetic Association für jedes Lebensalter empfohlen. Außerdem gilt die Massentierhaltung und damit der Verzehr tierischer Lebensmittel laut UN-Welternährungsorganisation FAO zu den größten Verursachern von klimaschädlichen Emissionen – mehr als der gesamte Verkehr weltweit! Das Öko-Institut Freiburg testete die Klimarelevanz verschiedener Lebensmittel – das klimaschädlichste war Butter, gefolgt von Rindfleisch. Gemüse ist am klimafreundlichsten! Allein die Produktion von einem Kilo Rindfleisch erzeugt so viele Emissionen wie eine Autofahrt von 250 km, verbraucht so viel Energie, wie eine 100-Watt-Glühbirne für knapp 20 Tage benötigt, und schluckt so viel Wasser, wie man für ein Jahr lang täglich duschen verwenden könnte, nämlich 15.500 Liter!

Es ist so einfach, auf vegane Alternativen umzusteigen

Alles in allem gibt es in einer modernen Gesellschaft keinen vernünftigen Grund, Fleisch zu essen. Zumal es heutzutage so einfach ist, auf die genannten veganen Alternativen umzusteigen. Man findet sie mittlerweile in jedem Supermarkt. Entscheiden Sie sich auch beim Grillen für Mitgefühl!

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