Schulz muss seine Hausaufgaben machen

Hermann Otto Solms6.02.2017Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Bevor Martin Schulz über das deutsche Steuersystem redet und Steuererhöhungen androht, sollte er sich erst einmal informieren. Auch im post-faktischen Zeitalter ist es hilfreich, die Fakten zu kennen – vor allem wenn man sich geeignet hält, die Kanzlerschaft anzustreben.

Erstens

Er sollte wissen, dass durch den progressiven Tarif bei Einkommensteuer schon heute diejenigen, die mehr verdienen, auch mehr Steuern bezahlen müssen. Geringverdiener sind aufgrund der hohen Freibeträge weitgehend steuerfrei.

Zweitens

Die Aussage, dass Kapitalerträge geringer besteuert würden als Arbeitsaufkommen ist definitiv falsch. Das Gegenteil ist richtig. Unternehmensgewinne werden doppelt besteuert. Auf der Unternehmensseite fallen durch Körperschaftsteuer plus Soli und Gewerbesteuer Belastungen in Höhe von rund 30 Prozent an. Zusätzlich werden beim Anteilseigner die ausgeschütteten Gewinne mit Einkommensteuer plus Soli belastet. Das sind zusammen ca. 48,5 Prozent. Also deutlich mehr als der Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer von 42 Prozent, der für Arbeitseinkommen gilt. Wenn der Anteilseigner dann auch noch Kirchensteuer zahlt, kommt er sogar auf eine Belastung von über 50 Prozent.

Auch im post-faktischen Zeitalter ist es hilfreich, die Fakten zu kennen – vor allem wenn man sich geeignet hält, die Kanzlerschaft anzustreben.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Terror von Links wird nicht bekämpft

Nach den linksterroristischen Ausschreitungen an Silvester war Leipzig-Connewitz in aller Munde und vor allem in den Schlagzeilen. Dabei ging nicht nur unter, dass es bundesweit Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizei und Rettungskräfte gegeben hat, sondern dass auch die Thomaskirche in Leipzig d

Warum bleibt die FDP so schwach?

Zu Beginn des Jahres 2020 wird in der Innenpolitik heftig über das Werben von CSU-Chef Markus Söder für einen Umbau der Bundesregierung debattiert. Über die verhaltene Reaktion der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer. Und über die Forderung des neuen SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borj

Die USA praktizieren den Terror

US-Präsident Trump will keinen Frieden im Nahen Osten, sondern Krieg. Aber selbst in deutschen Medien wird die gezielte Tötung des iranischen Generals Soleimani mit dem Kampf gegen den Terror gerechtfertigt. Eine besonders dreiste Lüge.

„Kosten- und Programm-Exzesse der öffentlich-rechtlichen Sender spalten die Gesellschaft“

Die konservative Basisbewegung innerhalb der CDU/CSU setzt sich dafür ein, die Finanzierung und Programmgestaltung der öffentlich-rechtlichen Sender wieder auf deren Kernaufgaben zurückzuführen.

Die Bundesregierung muss Donald Trump die Gefolgschaft verweigern

Dritter Tag im neuen Jahrzehnt und ein Krieg mit gigantischen Folgen droht. Die US-Morde an dem Kommandeur der iranischen Quds-Brigaden Qassem Soleimani und dem Vizekommandeur der irakischen Volksmobilmachungskräfte (PMF) Abu Mahdi al-Muhandis sollen offenbar einen US-Krieg gegen den Iran vom Zaun

Frau Merkel, treten Sie endlich zurück

Vera Lengsfeld hat einen offenen Brief an die Kanzlerin geschrieben. Und bemerkt: "Alle Fehler ihrer Kanzlerschaft aufzuzählen würde den Rahmen dieser Ansprache sprengen. Deshalb seien nur die verheerendsten genannt." Welche es sind, lesen Sie hier.

Mobile Sliding Menu