Den Mund zu früh aufgemacht

Heribert Prantl11.02.2010Politik

Baron zu Guttenberg hat das Kunduz-Bombardement und die nachfolgende Aufklärung bislang mit einem Adelsbonus gut überstanden. Dabei machte der Verteidigungsminister zu früh und schlecht informiert den Mund auf.

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Afghanistan ist keine Glanznummer der deutschen Politik. Es ist daher verwunderlich, dass Baron Guttenberg so lange so glänzte. Mittlerweile glänzt er ja nicht mehr so. Aber die deutsche Vorliebe für den Adel wird im Umgang mit ihm wirklich deutlich. Wenn man seine Stellungnahmen genauer anschaut, sind sie ja von ganz hoher, ich sag mal, “Schwurbilität”.

Den Mund zu früh aufgemacht

Die Stellungnahmen, die er abgibt, haben meist keine klare Aussage, aber er kann sein “Geschwurbel”, anders als Angela Merkel, so vortragen, dass die Leute ihn beim Zuhören für einen Cicero halten. Wenn man den Habitus wegnimmt, bleibt aber wenig Substanzielles übrig. Ein einziges Mal war er deutlich, als er das Bombardement von Kunduz vorschnell verteidigt hat. In dieses Schlamassel ist er hineingeritten, weil er sich schlichtweg nicht in die Akten eingearbeitet hatte. Darum hat er betont, dass bei dem Kunduz-Bombardement alles in Ordnung gewesen sei. Er musste sich später revidieren und hat die Schuld dafür seiner Generalität zugeschoben. Von dort ist er nicht falsch informiert worden, er hat schlichtweg zu früh und zu uninformiert den Mund aufgemacht.

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