Brief von Herbert Diess an seine Mitarbeiter

von Herbert Diess20.04.2018Wirtschaft

Ich war erst wenige Monate Teil der Volkswagen-Familie, als der Ausbruch der Dieselkrise diesem stolzen und erfolgreichen Konzern einen schweren Schlag versetzt hat – einen Schlag, von dem nicht klar war, wie und ob sich Volkswagen davon wieder erholen würde.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

ich war erst wenige Monate Teil der Volkswagen-Familie, als der Ausbruch der Dieselkrise diesem stolzen und erfolgreichen Konzern einen schweren Schlag versetzt hat – einen Schlag, von dem nicht klar war, wie und ob sich Volkswagen davon wieder erholen würde.

Der Zusammenhalt in der Krise, die Kraftanstrengung bei ihrer Überwindung und die Entschlossenheit, mit der das Unternehmen schwierige Herausforderungen angeht: Das alles hat mich immer wieder in dem Urteil bestärkt, dass Volkswagen ein starkes Unternehmen mit einer großartigen Mannschaft ist. Für mich ist es die berufliche Heimat, die ich mir immer gewünscht habe.

Heute, gut zweieinhalb Jahre später, ist klar, dass wir gestärkt aus dieser Krise hervorgegangen sind. Das hatte uns keiner zugetraut – am Anfang vielleicht nicht einmal wir selbst. Der Volkswagen Konzern steht wirtschaftlich robuster da denn je und hat sich in einer schwierigen Zeit mit „TOGETHER – Strategie 2025“ eine neue strategische Orientierung gegeben. Das ist nicht zuletzt das Verdienst von Matthias Müller, dem ich an dieser Stelle auch persönlich meinen Dank und Respekt für seine große Leistung aussprechen möchte.

Die Dynamik, die sich mit unserer Strategie 2025 im Unternehmen entfaltet hat, gilt es jetzt in der nächsten Phase unserer Neuausrichtung nochmal deutlich zu verstärken – denn auch das Veränderungstempo in unserer Industrie nimmt weiter zu.

Meine wichtigste Aufgabe in der neuen Verantwortung wird es sein, gemeinsam mit unseren Marken, und mit Ihnen – unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – den Weg hin zu einem profitablen, weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität konsequent weiter zu gehen und zu forcieren. Wir müssen Tempo machen und deutliche Akzente setzen, insbesondere bei der Elektromobilität, der Digitalisierung und neuen Mobilitätsdiensten. Und genau das werden wir tun.

Mit der vom Aufsichtsrat beschlossenen Weiterentwicklung unserer Führungs- und Konzernstruktur sind die Voraussetzungen geschaffen – Voraussetzungen für einen schlanken Konzern, der starke Marken führt. Die Arbeit in neuen Markengruppen bzw. Einheiten wird dafür sorgen, dass wir schlagkräftiger und effizienter werden und noch näher an die Kunden rücken. Die für die Markengruppen verantwortlichen Vorstandsvorsitzenden übernehmen zusätzlich Konzernführungsaufgaben. Mit dieser neuen, kompakteren Struktur schaffen wir auch die Voraussetzungen, schneller zu werden in unseren Entscheidungen und in deren Umsetzung. Wir verschlanken die Konzernsteuerung. Und wir nutzen Synergien konsequenter als bisher.

An der detaillierten Ausgestaltung werden wir in den kommenden Wochen intensiv arbeiten. Und wir werden Sie auf dem Laufenden halten und die interne Kommunikation deutlich ausbauen. Das ist mir wichtig. Denn am Ende kommt es auch auf Sie an: unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Lassen Sie in Ihren Anstrengungen nicht nach! Bringen Sie sich an Ihrem Arbeitsplatz voll ein! Denn damit tragen Sie entscheidend dazu bei, dass wir auch in Zukunft Mobilität definieren und unsere Kunden begeistern werden. Gleichzeitig legen wir das Fundament dafür, dass dieser Konzern seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt, aber auch gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Anteilseignern weiter gerecht werden kann.

Um uns in der zukünftigen Welt zu behaupten, müssen wir mutig nach vorne blicken. Dieser Wille, nach vorne zu schauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen, ist bei uns deutlich spürbar. Aber: Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir uns von der Vergangenheit vollständig und endgültig freimachen könnten. Die Dieselkrise ist und bleibt noch für lange Zeit mit Volkswagen verbunden. Nur wenn wir die Aufarbeitung ernsthaft und tiefgreifend vorantreiben, können wir daraus lernen, ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden.

Der Kulturwandel in Richtung einer offenen, unternehmerischen, agilen Organisation muss und wird deshalb weitergehen. Und wir werden auch künftig alles Notwendige dafür tun, um Integrität und Compliance noch tiefer im gesamten Konzern zu verankern. Das muss genauso zu Volkswagen gehören wie unser einzigartiger Zusammenhalt, unsere herausragende technologische Kompetenz und unser unbedingter Wille zum Erfolg.

Ich bin davon überzeugt, dass unser Unternehmen auf der Grundlage seiner Strategie, seiner Finanzkraft und mit der Unterstützung von Ihnen allen seine beste Zeit noch vor sich hat. Für mich ist es eine Ehre, die Zukunft des Volkswagen Konzerns ab jetzt in meiner neuen Rolle mitzugestalten. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit, die vor uns liegt. Und ich bitte Sie um Ihre Unterstützung auf diesem Weg.

Herzlich,
Ihr Herbert Diess

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Die erstaunlichen Geschäfte der Greta Thunberg-Lobby

Greta Thunberg bricht mit einem Segelboot in die USA auf. Das globale Medienspektakel um die Klimaschützerin erreicht einen neuen Höhepunkt. Doch im Hintergrund ziehen Profis ihre PR-Strippen und machen erstaunliche Geschäfte.

"Ganz klar die Ausländerkriminalität."

Vor einigen Wochen stellte Friedrich Merz völlig zu Recht - aber natürlich auch völlig entsetzt - fest, dass sehr viele Polizisten und Soldaten mittlerweile Unterstützer der Alternative für Deutschland sind.

Unsere Positionen sind keineswegs AfD-nah

Gern unterstellen unsere Gegner der WerteUnion, unsere Positionen seien AfD-nah. Die Realität ist aber, dass die WerteUnion Positionen vertritt, die über Jahrzehnte unbestritten Positionen der CDU/CSU waren. Leider hat die alte Parteiführung diese Positionen in den letzten Jahren aber über Bord

Der Rest der Welt hält Deutschland für verblödet

Deutschland ist nur für kaum mehr als 1 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist, während China, der größte Emittent, vom Pariser Klimaschutzabkommen das Recht auf Steigerung seiner CO2-Emissionen eingeräumt bekommen hat. Die politisch herbeigeführte Verelendung der deutschen Bevölk

Fünf Gründe, die für die E-Mobilität sprechen

Die Absatzzahlen steigen sprunghaft. Die Batterietechnik meldet Durchbrüche. Die Produktion von E-Autos wird ab sofort in gewaltige Volumina vorstoßen. Branchenexperten sprechen vom „Take-off“ der E-Mobilität.

Warum Sie aus der Klimakirche austreten sollten

Es gibt in der Wissenschaft unterschiedliche Meinungen darüber, ob es eine allgemeine Klimaerwärmung gibt und welchen Anteil der Mensch daran hat. Diese unterschiedlichen Positionen werden von Politik und Systemmedien nicht offen diskutiert; vielmehr wird wahrheitswidrig behauptet, dass nur ein un

Mobile Sliding Menu