Wie die Antifa unser Land regiert

Herbert Ammon8.01.2020Gesellschaft & Kultur, Medien, Politik

Das klimagewandelt graue, schnee- und eisfreie Neue Jahr verlangt nach einem ersten Kommentar. Als Vorlage könnten die Reden dienen, in denen die Staatsspitzen in der Jahresendphase – am ersten Weihnachtstag sowie am ersten Januar – das Volk zu Optimismus und demokratischem Wohlverhalten aufrufen. Die Reden kommen aus der Konserve und werden vom Teleprompter abgelesen, also noch nicht mal von einer Textvorlage auf Papier, was ehedem dem Ritual selbst auf dem”kalten” Medium TV so etwas wie menschliche Nähe angedeihen ließ.

I.

Die nachfolgenden, teilweise paraphrasierten Textauszüge entnahm ich der Zeitung bzw. einem online-Bericht. Steinmeier bezeichnete mich sowie “alle hier  Lebenden” (oder so ähnlich) als “ein Stück Deutschland”. Alle Stücke wurden zu Toleranz, friedlichem Miteinander und sonstigem angehalten. Eine Woche später erklärte uns Merkel, dass Klima, Umwelt und überhaupt die Zukunft uns alle angingen, dass aber – ungeachtet Gretas dies irae – wir mit Zuversicht ins Neue Jahr gehen sollten. Nach derlei Festreden fragt sich der zivilgesellschaftlich nur mäßig aktive Staatsbürger, ob man von seinen Steuergeldern nicht mal bessere – nicht besser bezahlte – Redenschreiber/innen (mit oder ohne Klicklaut) engagieren könne.

II.
Die Mahnungen zu mehr Menschlichkeit, Toleranz, Umweltbesorgnis samt Optimismus fanden in der Zivilgesellschaft  unterschiedliche Resonanz. Sie inspirierten den Chorleiter – womöglich gar selbst   ein Dichter – des WDR-Kinderchors zur klimagerechten Umdichtung eines fröhlichen Kinderreims. Die performance  des Kinderchors befremdete indes nicht nur die Generation der grünen Gründungsomas, sondern auch einige Politiker/innen. Deren lyrisches Unverständnis rief einen WDR-Freizeit-Journalisten (und Post-Nazi-Berufsantifaschisten) auf den Plan, der für seine Verteidigung der Demokratie gegen “Nazi-Omas” wiederum die Unterstützung der demokratischen Zunft des Deutschen Journalistenverbandes erfahren durfte.

In Berlin  sorgte sich Tante Antifa zu Jahresbeginn um die Zukunft der Demokratie. Sie belehrte – nun schon zum zweiten Mal – den politisch unbotmäßigen Journalisten Gunnar Schupelius über die Grenzen der Meinungsfreiheit im freiesten Staat der deutschen Geschichte, indem sie ihm das umweltbelastende Familienfahrzeug vor der Haustür abbrannte (laut demokratischer Erfolgsmeldung auf indymedia “abfackelte”).

Zum demokratischen Fortschritt anno 2020 gehört, dass nunmehr auch in der Provinz – unweit Hölderlins Wahnrefugium zu Tübingen –  Feministinnen nicht mehr lange fackeln, bis sie den verstockten Evangelikalen mit Feuer und Farbe auf den keuschen Leib rücken, um sie demokratische Mores zu lehren. Den demokratischen Höhepunkt erlebte wieder einmal Leipzig, der Fels in der braunen Brandung des “Ostens”. In Connewitz regiert autonom und autokratisch seit langem – etwa seit dem Mauerfall – Tante Antifa. Dem Auftritt von Faschisten, d.h. “Bullen”, also Polizisten, die ihnen ihren Silvesterspaß mit umweltgerechten Böllern vermiesen wollen, lassen sie sich  nicht bieten. Was soll da alles Lamentieren der “Rechten” und sogenannter Demokraten über Verletzung demokratischer Umgangsformen, wenn ein “Bulle” zur Rechenschaft gezogen wird und sich eine Notoperation in der Klinik einhandelt? Jetzt erregt sich gar noch der Oberbürgermeister Burkhard Jung, der bislang gegenüber der wehrhaft demokratischen Antifa zu Connewitz Nachsicht hat walten lassen.

III.
Auch im Neuen Jahr gilt es wachsam zu sein: Jeden Morgen ein Blick aufs Thermometer, aufs Bankkonto (ob´s denn für ein neues, subventioniertes Elektroauto reicht), auf die Ferien- und Urlaubstermine, zu Monatsbeginn auf den Eingang des Gehalts und ab und zu auf die grüne Stromrechnung. Allgemein gilt die Aufforderung zu Optimismus und Vertrauen in die Demokratie. Und vor allem: mehr Toleranz, auch gegenüber den Omas und Opas.- Im übrigen gilt es “in unserem Land” alles zu tun, um zu verhindern, dass Trump in den USA wiedergewählt wird und endgültig die amerikanische Demokratie zerstört. Dies lehrt uns die deutsche Geschichte.

Quelle: Herbert Ammon

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