Der Mann hat seine Rolle auswendig gelernt

Henryk Broder4.02.2017Politik

Schulz ist ein Roboter, eine sprechende Maschine, die ihre Rolle auswendig gelernt hat.

Sonntag war Schulz-Tag. Zuerst eine perfekt inszenierte Rede in der Berliner SPD-Baracke mit Ovationen durch ein handverlesenes Publikum; dann ein Gastspiel in der ZDF-Reihe „Was nun…?” und schließlich ein großes Solo bei Anne Will. Dreimal Schulz, dreimal dieselbe Wassersuppe, dünn aber heiß serviert. Nehmen Sie sich die Zeit und schauen Sie sich die Revue in drei Akten an. Sie werden sehen, Schulz ist ein Roboter, eine sprechende Maschine, die ihre Rolle auswendig gelernt hat. Das Stück, in dem er auftritt, heißt: Much Ado About Nothing. Wenn dieser Mann Kanzler wird, dann bewerbe ich mich bei der Formel 1, schließlich habe ich seit 52 Jahren einen Führerschein.

Hier ein Auszug aus seiner Ansprache anläßlich seiner Ausrufung zum Kanzlerkandidaten. Gute Nacht, Freunde.

__Die Sozialdemokratie in Deutschland, unsere Partei, die SPD, tritt mit dem Anspruch an, bei der kommenden Bundestagswahl die stärkste politische Kraft in unserem Land zu werden. (Beifall, Jubelrufe) Und ich trete mit den Anspruch an, Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zu werden. (Beifall, Jubelrufe) Denn wir wollen, dass es in unserem Land gerechter zugeht, dass die Menschen sicher und gut leben können, dass Deutschland ein Stabilitätsfaktor ist, in Europa und in der Welt, dafür brauchen wir eine starke, eine selbstbewusste Sozialdemokratie. Es geht ein tiefer Riss durch unsere Gesellschaft, nicht nur in Deutschland und nicht nur in unseren europäischen Nachbarländern, nein, denn es ist weltweit zu spüren, und wir müssen diese Gräben überwinden, müssen zu einem neuen Miteinander kommen, wir brauchen neuen Mut und neue Zuversicht und wir sind die Gewissheit, dass wir die Dinge zum besseren wenden können, wenn wir die Ärmel hochkrempeln und gemeinsam anpacken, und wir müssen Vertrauen zurückgewinnen und signalisieren, dass die Menschen in diesem Lande, die hart arbeitenden Menschen, dass sie sich auf uns verlassen können, denn: die Gesellschaft zusammen-führen ist die Kernkompetenz der SPD. Das Zusammenführen der Gesellschaft, das ist die wichtigste Aufgabe in den vor uns liegenden Jahren weil nur durch eine Gesellschaft, die zusammenhält, werden wir stark bleiben und uns vor allen Dingen durch Zusammenhalt gegen die Feinde der Demokratie wappnen und die großen Herausforderungen bewältigen. Und es geht dabei um gegenseitigen Respekt. Mir ist wichtig, dass die hart arbeitenden Menschen in diesem Land, die hart arbeitenden Menschen, die sich an die Regeln halten, die sich um ihre Kinder und oft auch um ihre Eltern kümmern, die manchmal trotz zweier Einkommen nur so grade über die Runden kommen, dass wir diese Menschen und ihre Sorgen in den Mittelpunkt unserer Politik stellen, und dafür trete ich an, um Bundeskanzler dieses Landes zu werden. (Beifall)__

Quelle: “Achse des Guten”:http://www.achgut.com/artikel/schulz_friends_eine_revue_in_drei_akten

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Boyan Slat ist die bessere Greta Thunberg

Die Schwedin Greta Thunberg gilt als Klimaikone. Aber bei genauer Betrachtung ist die Klimakaiserin nackt! Der smarte Niederländer Boyan Slat hingegen ist weniger bekannt, aber Greta gegenüber mit seinem Klimapragmatismus weit voraus. Aber wer ist der junge Mann aus Delft? Und viel wichtiger: Waru

Kevin Kühnert wird der (über)nächste SPD-Vorsitzende

Ich wette, Kevin Kühnert wird den (noch nicht gewählten) SPD-Vorsitzenden Norbert Walter-Borjans und seine Partnerin Saskia Esken ablösen. Sie glauben das nicht? Immerhin hatte ich schon öffentlich eine Wette angeboten, dass die beiden bei der Stichwahl zum SPD-Vorsitz als Sieger hervorgehen,

Was bedeutet der Sieg von Walter-Borjans und Esken?

Der frühere nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken sind von der SPD-Basis zum neuen Duo an der Parteispitze gewählt worden. In der Stichwahl setzten sich die beiden Kandidaten klar mit 53,06 Prozent gegen den Vizekanzler Olaf Scholz

Besserverdienende sind deutlich zufriedener mit ihrem Sexleben als Geringverdiener

Besserverdienende sind deutlich zufriedener mit ihrem Sexleben als Geringverdiener, wie eine aktuelle Studie belegt

Winfried Kretschmann - Wir müssen die Disruption des öffentlichen Raums verhindern

Wie kann es uns gelingen, die fragmentierte Öffentlichkeit wieder zusammen zu führen? Wie können wir Brücken zwischen der ganzen Fülle unterschiedlichster Gruppen bauen? Müssen wir vielleicht den Ort erst schaffen, an dem ein gemeinsamer Diskurs wieder möglich wird?

Rentner zahlen sechsmal so viel Steuern wie Erben

Rentnerinnen und Rentner, die in diesem Jahr in Rente gehen, zahlen bis zu fünfmal mehr Steuern, als Rentnerinnen und Rentner, die 2010 in Rente gegangen sind. Und das bei gleicher Rentenhöhe, die seitdem real an Kaufkraft verloren hat. Dass die Finanzämter selbst bei einer Bruttorente von 1200 E

Mobile Sliding Menu