Erster Weltkrieg: Die schreckliche Wirklichkeit im Konzentrationslager

von Helmut Donat8.02.2018Europa, Gesellschaft & Kultur

Das Jahr 1918 hat eben begonnen. Seit August 1914 ist Krieg. Not und Elend, Schrecken und massenhafter Tod kennzeichnen den Alltag an der Front. Da geschieht etwas noch nie Dagewesenes. Ein Schulrektor soll sich „als Geisel bereithalten“ – also: zur Deportation. Dies ist der zweite Teil der Geschichte von Désiré Guérin, er hat sie handschriftlich festgehalten.

Désiré Guérin, Rektor einer Schule in Sedan, erhält am 5. Januar 1918 von der deutschen Militärkommandantur den Befehl, sich einen Tag später als „Geisel“ zur „Abreise bereit nach Deutschland zu halten“. Er soll „ausreichend warme Kleidung bei sich führen“ und darf „bis zu 50 kg Gepäck mitnehmen. Beanstandungen werden nicht anerkannt.“ So ist es in der inzwischen ins Deutsche übersetzten, handschriftlichen, 112 Seiten starken Schilderung „Souvenirs de captivité: les otages français dans le camp de concentration de Milejgany (Lithuanie) 1918“ zu lesen, die der Autor dieses Beitrages in einem nordfranzösischen Archiv aufgespürt hat. Betroffen sind insgesamt 600 Männer. Ohne Rücksicht auf ihr Alter, ihre Herkunft, Stellung und Gesundheit haben sie sich an einem Bestimmungsort einzufinden. Sie stammen aus den Orten Lille, Douai, Valenciennes, Huson, Sedan und Montmedy. Sie wurden nach Milejgany gebracht, einem kleinen, armseligen Ort mit etwa hundert Einwohnern, bestehend aus ungefähr fünfzig Blockhütten. Man hat man eine alte Pferdescheune in ein Lager verwandelt. Wie später in Buchenwald. Und in Auschwitz.

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