Happy Birthday, Mr. President!

von Heather De Lisle7.08.2011Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Medien

Barack Obama ist 50 geworden und hat das mit einer großen Party im Weißen Haus gefeiert. So weit, so gut. Dass er aber zu späterer Stunde vergnügt eine Polonaise anführte, findet unsere Kolumnistin angesichts der Lage, in der sich das Land befindet, taktlos.

Am vergangenen Donnerstag feierte unser “Commander in Chief”:http://www.theeuropean.de/heather-de-lisle/7165-obama-afghanistan-und-libyen seinen 50. Geburtstag. Als besonderes Geschenk zu dem besonderen Anlass überreichte ihm der Dow Jones mehr als 500 Punkte. Als Geschenk an sich selber ließ der Präsident sich sein Hirn amputieren und lud seine 200 engsten Freunde ein zu einem R’n’B-BBQ im Weißen Haus. Die musikalische Begleitung lieferte Stevie Wonder. Marilyn Monroe suchte man vergebens. In der Tat war nur eine weiße, blonde Frau anwesend, nämlich Hillary „Die rechte Hand des Teufels“ Clinton, und sie ist nicht mal von Natur aus blond. Ich bin mir nicht mal sicher, ob sie von Natur aus eine Frau ist.

What has been seen cannot be unseen

Schön und gut, Geburtstag feiern sollte jeder, besonders wenn er es 50 Jahre lang schafft, ohne von seinen Mitmenschen erdrosselt zu werden. Aber was dann kurz nach 21 Uhr passierte, ist einfach zu viel. Bilder davon wurden nicht veröffentlicht, denn sie fallen definitiv unter Rule 30 des Internets. (What has been seen cannot be unseen.)

… und dann tanzen wir eine Polonaise …

Im East Room des Weißen Hauses, direkt unter dem lebensgroßen Gemälde von George und Martha Washington, initiierte unser jetziger Präsident eine Aufführung der widerwärtigsten Form der Fortbewegung, die in der Geschichte der Menschheit erfunden wurde: die Polonaise. Nun gut, eigentlich war es eine Conga Line, läuft aber auf dasselbe hinaus. Laut Zeugenaussagen führte er selber die Polonaise an, war „voll gechillt“, ermutigte seine Gäste mitzumachen mit den Worten: „Wie geht’s, Mann? Komm, tanz!“ Berichte, nach denen er dabei eine Geige in der Hand hielt und freundlich fiedelte, konnte ich noch nicht bestätigen. Wenn man davon absieht, dass einem bei dem bloßen Gedanken an dieses Spektakel (Nancy Pelosi zwischen Jay-Z und Whoopi Goldberg geklemmt) schlecht wird, ist es schlicht und einfach taktlos. Ich halte es auch für höchst wahrscheinlich, “dass Standard & Poor’s nur aus dem Grund unsere Kreditwürdigkeit abgestuft hat”:http://www.theeuropean.de/rudolf-hickel/7200-schaltstellen-des-finanzsystems. “Amerika brennt”:http://www.theeuropean.de/yascha-mounk/7569-us-finanzkompromiss. Unser Kaiser spielt derweil Geige. Und die Schuld dafür gibt er den Christen. Kommt mir alles irgendwie bekannt vor.

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