„Three strikes and you're out“

von Heather De Lisle19.06.2011Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Medien

Daumen runter: Unsere Kolumnistin ist nicht mehr von Sarah Palin angetan. Deren Patzer in Interviews wurden verziehen und auch die Unterstützung für eine eindeutig Geisteskranke wäre wohl noch durchgegangen. Aber für blöd will sie sich nicht verkaufen lassen.

Viele Leser haben mich in letzter Zeit gefragt, wieso ich denn nicht mehr Sarah Palin unterstütze. Als sie 2008 auf einmal auf die internationale Bühne trat, war ich ja sehr angetan. Eine konservative Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Mutter, Kämpferin, Republikanerin. Ich stimmte ihr nicht in allen Punkten zu, aber in vielen. Also hoffte ich auf mehr. Leider hat diese Frau mich in letzter Zeit immer und immer wieder enttäuscht, und zwar so dermaßen, dass ich sie einfach nicht mehr guten Gewissens unterstützen kann.

Ich hätte ihr viel verziehen

Das Interview-Debakel mit Katie Couric während der Kampagne 2008 fand ich nicht so schlimm. In Amerika werden Interviews mit Politikern nicht vorher von diesen abgenommen, und es ist relativ einfach, Leute blöd aussehen zu lassen. Ich kann nicht glauben, dass diese Frau keine einzige Zeitung nennen kann. Ich kann aber sehr wohl glauben, dass sie keine einzige Zeitung nennen wollte, weil ja alle großen Blätter in Amerika schon damals Palin als Zielscheibe missbraucht haben. Ihre Versprecher im Fernsehen fand ich auch nicht so schlimm. Ich verspreche mich auch ständig, wenn ich aufgeregt bin, so was ist nur menschlich. All das und noch viel mehr hätte ich ihr verziehen. Man kann ja einen Politiker gut finden, ohne jedem Wort auch zuzustimmen. Aber ihre populistischen Reden bei Tea Party Rallies zum Beispiel fand ich sehr gut. Ich habe ja nichts gegen Populismus, weil es manchmal nötig ist, um erst mal die Aufmerksamkeit der breiten Masse zu gewinnen. Danach sollte man aber immer die Werbeslogans gegen richtige Debatten austauschen. Das Vertrauen in Sarah fing an zu bröckeln, als sie Christine O’Donnell aus Delaware in den Midterm Elections unterstützte. O’Donnell ist verrückt. Keine Frage. Sie hält Selbstbefriedigung für Ehebruch, glaubt, dass AIDS sich nur verbreitet, weil in Schulen nicht mehr gebetet wird, und dass amerikanische Firmen Mäuse mit Menschenhirnen gezüchtet haben. Was soll das? Ich habe keine Ahnung. Aber so was kann man nicht als Kandidat unterstützen.

Daumen runter

Problempunkt zwei habe ich schon vor zwei Wochen in meiner Kolumne(Link)

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