Unterlassene Hilfeleistung

von Heather De Lisle6.03.2011Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Medien

Während die Welt über Sanktionen gegen Libyen diskutiert, lässt Gaddafi Rebellen bombardieren. Die EU ist gefragt – und auch die USA. Obama sollte sich bewusst machen, dass Menschenleben mehr zählen als gutes internationales Standing.

In Libyen haben in dieser Woche die Rebellen erstmals laut und deutlich nach Hilfe gerufen. Sie hätten doch bitte ein bisschen Luftunterstützung vom Westen, am besten von der UNO sanktioniert. Ihr Hilferuf traf in Brüssel, New York und Washington auf taube Ohren. Die Lage wäre zu kompliziert, man wolle nicht eingreifen. Unterstützung aus dem Westen würde doch nur alles viel schlimmer machen.

Bis zur Entscheidung sind alle Rebellen tot

Die Oberbibliothekarin der EU, Catherine Ashton, hat zumindest für Ende nächster Woche einen Kaffeeklatsch organisiert, damit Vertreter der Union sich überlegen können, was man als Nächstes nicht tut. Aber, wie eine Freundin von mir zu Recht bemerkte: bis dahin sind doch alle Rebellen tot! Dass die UNO und die EU nichts tun, überrascht mich nicht besonders. Immerhin haben sie es geschafft, eine Klage gegen Gaddafi beim IStGH einzureichen. Vielleicht wird er dann irgendwann in 20 Jahren vor Gericht gestellt und freigesprochen. Aber wo bleibt Amerika?

Wo bleibt Amerika?

Unter einem Präsidenten wie Ronald Reagan oder Bush I hätten wir schon längst durch Präzisionsstrikes aus der Luft Gaddafis Flugzeuge und Munitionsdepots zerschmettert, vielleicht sogar Gaddafi selber zum Mond gebombt. Ja, wir würden dafür wahrscheinlich auch gehasst werden, aber Tausende von Leben wären gerettet, und das Volk wäre jetzt schon dabei, eine neue Regierung auszusuchen und sein Land wiederaufzubauen. Aber nein, Obama möchte sich nicht einmischen. Die Lage in Libyen sei zu kompliziert. Man wolle nicht wieder als die „bösen Amis“ gesehen werden. Vielen Dank, Obama. Weil es für dich wichtiger ist, als _Good Guy_ dazustehen, gibt es keine Weltpolizei mehr, und Muammar Gaddafi wird weiterhin seine eigenen Leute abschlachten. Weil er nämlich weiß, dass es dafür keine Konsequenzen gibt. Mr President, ich bin sehr enttäuscht.

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