Der unerklärte Krieg

von Heather De Lisle3.04.2011Außenpolitik, Gesellschaft & Kultur, Medien

Was Barack Obama versäumt hat, holt nun ausgerechnet ein Republikaner nach. Senator Rubio erklärt den Amerikanern, was die US-Armee eigentlich in Libyen macht: einen Diktator aus dem Amt jagen. Und der ist unter anderem auch für das Lockerbie-Attentat verantwortlich.

“Marco Rubio(Link)”:http://en.wikipedia.org/wiki/Marco_Rubio ließ diese Woche mein Repulikanerin-Herz höherschlagen, als er sich als offenbar einziges Parteimitgleid outete, der noch die _cojones_ hat, Klartext zu reden. In einem Brief an den US-Senat fordert er die Abgeordneten auf, den US-Miltär-Einsatz in Libyen offiziell zu genehmigen, und zwar mit dem ausdrücklichen Ziel, “Gaddafi endlich aus dem Amt zu jagen(Link)”:http://www.theeuropean.de/debatte/5864-politik-mit-diktatoren. Dass Rubio, der erst im November in den Senat gewählt wurde, einen solchen Alleingang wagt, finde ich super. Und auch notwendig. Denn wie so oft seit 2008 hat Barack Obama es versäumt, dem amerikanischen Volk zu erklären, was er zum Teufel noch mal macht. Irgendwie machen wir in Libyen mit, aber irgendwie auch nicht. Irgendwie unterstützen wir die Rebellen dort, aber irgendwie auch nicht. Rubio ist der Meinung, dass eine Welt ohne Gaddafi in unserem Interesse wäre.

Die USA sind eine Nation mit außergewöhnlichen Kräften

Offensichtlich hat er als Einziger nicht vergessen, dass Gaddafi verantwortlich war für das Attentat auf den Pan-Am-Flug 103, in dem unter anderem 189 Amerikaner ermordet wurden. Die Tatsache, dass Gaddafi sich dafür entschuldigt hat, macht es nicht ungeschehen. Und wenn Gaddafi gewinnt, bedeutet das ein Ende des “„Sandsturms der Veränderung“(Link)”:http://www.theeuropean.de/debatte/5504-revolution-per-netz in den arabischen Ländern. Wenn die Demonstranten und Rebellen in der Region merken, dass der Westen tatenlos zusieht, während ein Tyrann sein eigenes Volk schlachtet, dann werden sie verständlicherweise nicht mehr bereit sein, ohne Rückendeckung ihr Leben zu riskieren. (Okay, der Westen sieht nicht vollkommen tatenlos zu, aber unter Hilfe haben die Rebellen, glaube ich, etwas anderes verstanden.) In seinem Brief erinnert Rubio auch daran, dass Amerika nicht einfach irgendein Land ist, sondern eine außergewöhnliche Nation mit außergewöhnlichen Kräften. Und dass damit auch besondere Verpflichtungen verbunden sind. Obama mag zwar die EU davon überzeugt haben, dass Amerika nicht mehr die Weltpolizei ist, aber wenn wir’s nicht sind, wer dann?

Rubio weiß, was es heißt, unterdrückt zu werden

Als Sohn zweier Exil-Kubaner weiß Marco Rubio sehr wohl, was es heißt, unterdrückt zu werden. Seine Familie konnte Fidel Castro entkommen und fand in Amerika ihre Zukunft. Sein Vater jobbte als Barkeeper, seine Mutter als Putzfrau in einem Hotel. Das College konnte sich Rubio nur leisten mit Hilfe eines Stipendiums. Vielleicht ist es seine Herkunft, die ihn dazu treibt, den Mund aufzumachen wo andere lieber schweigen. Vielleicht wurde er aber auch einfach anders erzogen. Nicht wie die meisten Schlipsdeppen in Washington, die mit Geld geboren wurden und mit Geld auch sterben werden. Mein Fazit: Gaddafi muss raus, Rubio muss rein. Und zwar am liebsten als Präsidentschaftskandidat 2012.

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Frau Weidel: Was hat es zu bedeuten, dass ich per Google nur Schweigen der AfD zu dieser Frage vorfinde?

Nach dem Attentat in Halle hat Boris Palmer (Die Grünen) an Alice Weidel (AfD) einen Offenen Brief geschrieben und fragt: "Wäre es nicht notwendig, dass Sie zu dieser Tatsache eine politische Bewertung abgeben? Wie stehen Sie dazu, dass Rassismus und Antisemitismus in Deutschland wieder zu Morden

Der Islam und das linke Weltbild sollen mit allen Mitteln geschützt werden

Montag am frühen Abend im hessischen Limburg: Ein großer LKW steht vor der roten Ampel. Plötzlich reißt ein Mann (ca. 30 Jahre, Vollbart) die Fahrertür auf, starrt den LKW-Führer mit weit geöffneten Augen an. Dann zerrt er ihn mit Gewalt aus seinem Fahrzeug, setzt sich selbst rein und fährt

Beim Kampf gegen Rechts sind dem ZDF alle Mittel recht

Schmierenkomödie beim ZDF. Im Kampf gegen Rechts hatte der Sender Monika Lazar als gewöhnliche Kundin in Szene gesetzt. Sie sollte den Beweis dafür liefern, dass Kunden des Leipziger Bio-Supermarkts hinter der Entscheidung von Biomare-Geschäftsführer und Grünen-Mitglied Malte Reupert stünden,

„Das Volk gegen seine Vertreter“ lautet Johnsons Devise

Der Mann hat keine Skrupel. Er agiert in einem bemerkenswert polemischen Wahlkampfmodus. Da wird das Florett der Rhetorik beiseitegelegt und zum rostigen Beil gegriffen. Boris Ziel sind Neuwahlen, weil er hofft, dass ihm die Wähler Recht geben und sich gegen ihre Vertreter im Unterhaus wenden werde

Tempolimit konterkariert die kopflose Politik der Ökotruppe

Neues von der grünen Verbotspartei: Gestern noch sollten Grills und Haustiere abgeschafft werden, heute möchte man an unsere Freiheit auf den Autobahnen ran. Es giert der Truppe um Cem Özdemir danach, das Tempo auf maximal 130 Stundenkilometer zu drosseln - dem Klima zuliebe. Das sei das Gebot de

Fünf Gründe warum die Linkspartei an Geltungskraft verliert

Einst regierte die LINKE den Osten unisono und war als Kümmererpartei allgegenwärtig. Der deutsche Osten der Puls und die Partei seine Herzkammer. Doch die Windrichtung hat sich geändert, die Herzen auch: Die LINKE ist im Abschwung und verliert an Atem, ihr droht der Infarkt, wenn nicht gleich de

Mobile Sliding Menu